Der große Selber Brand vom 18. März 1856 bildet eine tiefe Zäsur in der Geschichte der Stadt. In wenigen Stunden verloren Tausende Menschen Wohnung, Besitz und Arbeitsgrundlage. Aus dem Wiederaufbau entwickelte sich eine Industriestadt, deren Porzellan weit über die Region hinaus bekannt wurde. Diese Entwicklung wurde von Unternehmern und Gestaltern ebenso getragen wie von Beschäftigten, Handwerkern, Familien, Vereinen und kommunalen Einrichtungen.
2026 feiert Selb 600 Jahre Stadtrecht seit 1426. Das Jubiläum bezeichnet nicht den Beginn der Siedlung: Die erste urkundliche Erwähnung stammt bereits aus dem Jahr 1281. Dieser Artikel verfolgt vor allem die Entwicklung seit dem Brand – über Industrialisierung, Kriege und Wiederanfang bis zu Design, Strukturwandel und dem Jubiläumsjahr. Recherchestand ist der 16. Oktober 2026. (SQ08, SQ16)

SE01 · Selb von der Pfaffenleithe aus, 1840. Reproduktion der historischen Ansicht nach einem Original von Ritter; Datierung nach der gedruckten Legende. Bildnachweise.
Selbs Geschichte ist mit dem Egerland, dem Vogtland und dem Fichtelgebirge verbunden. Der Ort war lange vor der Industrialisierung Markt- und Verwaltungsort. Auf die Stadtrechtsverleihung 1426 folgten wechselnde Herrschaftsverhältnisse; 1810 kam Selb mit dem früheren Fürstentum Bayreuth zu Bayern. (SQ08)
Die ältere Stadt besaß ein anderes Gesicht als das heutige Zentrum. Häuser, Wirtschaftsgebäude, Höfe und Gassen verbanden Wohnen, Handwerk und Landwirtschaft auf engem Raum. Ludwig Schmidt machte gerade den Verlust dieses Stadtbilds zum Ausgangspunkt seiner Schrift Neues vom alten Selb. Er wollte die verschwundene Stadt mithilfe von Überlieferung, Texten und Bildern wieder vorstellbar machen. Seine Kritik an den nach 1856 entstandenen Fassaden dokumentiert einen späteren Blick auf den Wiederaufbau; sie ist keine neutrale Bauaufnahme. (SQ05, PDF-S. 2)
Vor dem Brand prägten Landwirtschaft und Hausweberei den Erwerb. Dazu kamen unter anderem Gerbereien, Brauereien und Steinmetzhandwerk. Die Familien verbanden häufig mehrere Einkommens- und Versorgungsformen. Kleine landwirtschaftliche Flächen und Tierhaltung trugen zum Lebensunterhalt bei. Zugleich waren die Weber auf Auftraggeber und auf die Absatzlage ihrer Erzeugnisse angewiesen. (SQ01, S. 202; SQ03, S. 93–94)
Ludwig Riess nennt in seinem Selber Heimatbuch für 1840 115 Hausweber. Er schildert die Abhängigkeit von Verlegern und Kaufleuten und erinnert an den Transport der Erzeugnisse nach Hof. Sein Rückblick von 1949 zeigt damit eine Stadt, die schon vor den Porzellanfabriken in überörtliche Warenbeziehungen eingebunden war. Die spätere Industrialisierung ersetzte keineswegs eine ausschließlich abgeschlossene bäuerliche Wirtschaft. (SQ04, S. 134)

SE04 · Arbeit am Webstuhl. Innenaufnahme aus dem Selber Bildfundus. Bildnachweise.
Hermann Bohrer beschreibt den Ausbruch des Feuers gegen ein Uhr mittags. Nach seiner Darstellung hatte eine Bedienstete des Apothekers glühende Torfasche auf einen Düngerhaufen geschüttet. Wind, trockenes brennbares Material und die hölzerne Umgebung begünstigten die Ausbreitung. Diese Schilderung wird hier als Bericht der Chronik wiedergegeben; eine neue Auswertung der damaligen Ermittlungs- und Gerichtsakten wurde nicht vorgenommen. (SQ01, S. 202)
Die Katastrophe erklärt sich aus dem Zusammenwirken mehrerer Umstände. Viele Dächer waren mit Schindeln gedeckt, zahlreiche Gebäude bestanden aus Holz oder Fachwerk, und die Gassen waren schmal. Bohrer berichtet von Funkenflug und vom Wind getragenen brennenden Teilen. Die Flammen erfassten Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie öffentliche Einrichtungen. Im Verlauf des Nachmittags gerieten unter anderem Rathaus, Schule, Pfarrhäuser und die Stadtkirche in Brand. (SQ01, S. 202–204)

SE02 · „Der Selber Brand 1856“. Historische Grafik aus Bohrers Chronik, Bildseite zwischen S. 202 und 204. SQ01, PDF-S. 5 · Vollbild.
Bohrer nennt vier Todesopfer und 624 obdachlos gewordene Familien mit mehr als 3.000 Menschen. Neben den Wohnungen verbrannten Hausrat, Vorräte, Werkzeuge und Webstühle. Für viele Haushalte fielen damit Unterkunft und Erwerb zugleich weg. Die soziale Not lässt sich deshalb nicht allein an einer Zahl zerstörter Häuser ablesen. (SQ01, S. 204–205)
Die Schadenszahlen unterscheiden sich in den späteren Darstellungen. Bohrer führt 270 Wohnhäuser und 408 Nebengebäude auf und nennt 46 stehengebliebene Wohnhäuser. Die FGV-Chronik spricht dagegen von 254 der 300 Gebäude, die zerstört oder schwer beschädigt worden seien. Diese Angaben verwenden unterschiedliche Zählungen und Schadenskategorien. Sie werden nicht zu einer vermeintlich gesicherten gemeinsamen Zahl verrechnet. Übereinstimmend beschreiben die Quellen eine verheerende Zerstörung des älteren Stadtzentrums. (SQ01, S. 204; SQ06, S. 15)
Die Chronik berichtet von Hilfe aus Asch und den umliegenden Dörfern. Lebensmittel, Futter, Kleidung und Unterkunft wurden dringend benötigt. Menschen kamen in Nachbarorten oder notdürftig in den verbliebenen Gebäuden und Ruinen unter. Die Gottesackerkirche blieb erhalten und übernahm vorübergehend Aufgaben der zerstörten Stadtkirche. (SQ01, S. 204–206)
Bohrer erwähnt außerdem die Rettung von Kirchenbüchern und Teilen der Pfarrregistratur durch Pfarrer Clöter sowie die Sicherung von Ratsunterlagen durch den Stadtschreiber Seybold. Andere Dokumente und Erinnerungsstücke gingen verloren. Königliche Hilfe und eine landesweite Sammlung unterstützten die Versorgung. Ein örtliches Komitee organisierte die Verteilung. Der Bericht macht deutlich, dass nach der unmittelbaren Brandbekämpfung die länger dauernde Aufgabe folgte, eine große Zahl bedürftiger Haushalte zu versorgen. (SQ01, S. 205–206)
Mit dem Wiederaufbau änderte sich das Stadtbild. Nach Bohrer musste zunächst ein Bebauungsplan genehmigt werden, der die Erweiterung der zuvor engen Straßen und Gassen vorsah. Anschließend setzte intensive Bautätigkeit ein. Nach dem Chronikbericht war bis Oktober 1856 ein großer Teil der Wohnhäuser wieder so weit hergestellt, dass sie bezogen werden konnten. Das bedeutete noch keinen vollständigen Abschluss aller Bauarbeiten. (SQ01, S. 208)
Für öffentliche und kirchliche Gebäude waren umfangreichere Planungen und Finanzierungen nötig. Das alte markgräfliche Schloss wurde abgetragen. An seiner Stelle entstanden 1861–1862 Rathaus und Rentamt; am 1. Oktober 1862 zogen die Behörden ein. Der Wiederaufbau der Stadtkirche zog sich über mehrere Jahre hin. Solche Vorhaben zeigen, dass die Katastrophe auch die räumliche Ordnung von Verwaltung, Kirche und öffentlichem Leben veränderte. (SQ01, S. 208–212)

SE03 · Kirchplatz mit evangelischer Kirche. Historische Ansichtskarte des wiederaufgebauten Stadtraums. Bildnachweise.
Der rasche Aufbau wurde später unterschiedlich bewertet. Während die neue Bebauung vor allem wieder Wohn- und Arbeitsraum schaffen musste, beklagten Chronisten den Verlust der gewachsenen Bauformen. Diese Spannung zwischen praktischer Notwendigkeit und Erinnerung an das alte Selb gehört zur Geschichte des Wiederaufbaus. Die häufig erzählte Erfolgsgeschichte der Porzellanstadt sollte deshalb die Verluste der betroffenen Familien nicht verdecken. (SQ01, S. 208; SQ05, PDF-S. 2)
1857 gründete Lorenz Hutschenreuther sein Unternehmen in Selb. Der Aufbau an der Ludwigsmühle und der Beginn einer funktionsfähigen Produktion waren weitere Schritte. Bohrer nennt den Arbeitsbeginn im Frühjahr 1859 und die Präsentation auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1860. Einzelne ältere Rückblicke nennen abweichende Gründungsjahre; der Quellenvergleich zur Hutschenreuther-Gründung hält diese Unterschiede fest. (SQ02, S. 229–230; Gründung und Aufbau)
Der Brand war ein wichtiger Einschnitt, erklärt die Fabrikgründung aber nicht allein. Bohrer betont ausdrücklich, dass Vorbereitungen schon vor der Katastrophe bestanden. Für den Standort sprachen Wasserkraft, die Versorgung mit Brennmaterial und die Suche nach geeigneten Rohstoffen. Verfügbare Arbeitskräfte in der vom Brand getroffenen Stadt kamen hinzu. Erfahrene Porzelliner aus bestehenden Produktionsregionen brachten das Fachwissen mit, das für den neuen Betrieb benötigt wurde. (SQ02, S. 229–230)
Die oft verkürzte Erzählung „erst Brand, dann sofort erfolgreiche Fabrik“ lässt die Schwierigkeiten des Aufbaus aus. Maschinenprobleme, Brennstoffbeschaffung, geeignete Rohstoffe und die Anlernung von Beschäftigten mussten bewältigt werden. Die Industrialisierung war ein länger dauernder Lern- und Investitionsprozess. Lorenz Hutschenreuther und Carl Magnus Hutschenreuther in Hohenberg werden in eigenen Biografien behandelt; ihre zunächst getrennten Unternehmen dürfen nicht gleichgesetzt werden. (SQ02, S. 229–231; SQ04, S. 135–136)
Die neue Wirtschaftsstruktur wurde von zahlreichen Unternehmen getragen. Neben Hutschenreuther prägten unter anderem Rosenthal, Heinrich, Krautheim & Adelberg und die Paul-Müller-Fabrik das Stadt- und Arbeitsleben. Fabriken bestanden aus weit mehr als den weithin sichtbaren Schornsteinen: Rohstoffaufbereitung, Formgebung, Brennöfen, Dekoration, Lager, Verpackung, Verkauf und Verwaltung gehörten zusammen. Hinzu kamen Zulieferer, Transport, Bauhandwerk und Dienstleistungen. (SQ04, S. 134–136; SQ06, S. 16–19)

SE05 · Fabrik, Wohnhäuser und Landschaft. Historische Aufnahme der Selber Industrie- und Siedlungslandschaft. Bildnachweise.
Die einzelnen Unternehmensgeschichten werden im Wiki vertieft: Heinrich und Zeppelin, Krautheim & Adelberg, Paul Müller und die spätere Kunstabteilung, Philip Rosenthal und Schloss Erkersreuth sowie Rosenthals Studio-Line. Sie zeigen unterschiedliche Verbindungen von Technik, Gestaltung, Markt und Stadtentwicklung.
Der Wechsel von der Hausweberei zur Fabrikarbeit brachte neue Verdienstmöglichkeiten. Er bedeutete zugleich die Einordnung in feste Arbeitszeiten, betriebliche Abläufe und arbeitsteilige Fertigung. Riess warnt in seinem Rückblick von 1949 ausdrücklich davor, die soziale Lage habe sich mit der ersten Fabrik sofort grundlegend verbessert. Er beschreibt lange Arbeitstage und belastende Arbeitsbedingungen; spätere Veränderungen verbindet er mit kürzerer Arbeitszeit und besseren betrieblichen Bedingungen. (SQ04, S. 134–135)
Auch Clöters Darstellung von 1867 zeigt, dass Landwirtschaft, Weberei und Fabrikarbeit längere Zeit nebeneinanderbestanden. Seine Beobachtungen sind von der sozialen und religiösen Sicht eines Geistlichen geprägt. Der Quellenvergleich macht damit sichtbar, wie unterschiedlich Wohlstand und Armut beurteilt wurden. Zur Geschichte der Porzellanstadt gehören sowohl der unternehmerische Aufbau als auch die Alltagserfahrungen der Beschäftigten. (SQ03, S. 93–94; Arbeit in der Fabrik)
Mit der Industrie wuchsen die Anforderungen an Verkehr, Kommunikation und Ausbildung. Mit der Eröffnung der Strecke Hof–Asch–Eger 1865 erhielt Selb-Plößberg einen Bahnhof. Die Verbindung weiter nach Selb-Stadt folgte 1894; die FGV-Chronik nennt außerdem die telefonische Erreichbarkeit ab 1898. Das neue Postgebäude steht im Bildfundus als sichtbares Zeugnis dieser kommunalen und wirtschaftlichen Infrastruktur. (SQ06, S. 17–19)

SE07 · Neues Postgebäude. Historische Ansichtskarte mit gedruckter Gebäudebezeichnung. Bildnachweise.
Das Wachstum veränderte auch die Zusammensetzung der Bevölkerung. Die FGV-Chronik beschreibt Zuwanderung aus Böhmen und der Oberpfalz, den Ausbau der katholischen Gemeinde und Spannungen zwischen Konfessionen, politischen Milieus sowie Einheimischen und Zugezogenen. Selb wurde durch die Industrie nicht nur größer, sondern gesellschaftlich vielfältiger. (SQ06, S. 19)
Ein wichtiger Schritt für die Qualifizierung war die Gründung der Fachschule für Porzellan 1909. Die heutige Ausbildungsstätte führt ihre Entwicklung über die Fachschule für Keramiktechnik von 1974 bis zur Fachschule für Werkstoff- und Prüftechnik von 2006 zurück. Diese Linie verbindet die Geschichte der Porzellanherstellung mit späteren technischen und gestalterischen Berufsfeldern. (SQ11)

SE06 · Staatliche Fachschule für Porzellanindustrie. Historische Ansichtskarte des Schulgebäudes. Bildnachweise.
Die Industriestadt besaß ein wachsendes Vereins- und Bildungsleben. Die FGV-Ortsgruppe, Museen, Schulen, Kirchengemeinden und örtliche Feste bildeten Räume der Begegnung. Das Stadtjubiläum von 1926 und die Verlagsbeilage zu 575 Jahren Stadtrecht 2001 zeigen außerdem, wie Selb seine Geschichte zu unterschiedlichen Zeiten erinnerte. Die 2001er Beilage griff ausdrücklich die Stadtrechte von 1426 auf. (SQ07; Selber Chroniken)
Solche Erinnerungen entstanden unter unterschiedlichen Bedingungen. Eine Chronik von 1867, eine Darstellung aus der Zeit um 1930 und ein Heimatbuch von 1949 setzen andere Schwerpunkte. Aussagen über Fortschritt, Arbeit, Heimat und Zusammenleben müssen deshalb im jeweiligen Entstehungszusammenhang gelesen werden. Derselbe Wandel konnte als wirtschaftlicher Aufstieg, als Verlust vertrauter Lebensformen oder als soziale Belastung beschrieben werden. (SQ03, SQ04, SQ05)
Die NS-Herrschaft griff in das gesellschaftliche Leben ein. Die FGV-Chronik dokumentiert für 1933 die Einführung des „Führerprinzips“, die Anpassung der Vereinsorganisation und politische Eingliederungsversuche. Das Beispiel zeigt die Unterordnung auch örtlicher Vereinigungen unter die nationalsozialistischen Strukturen. (SQ06, S. 35)
Zur Selber Stadtgeschichte gehört die Verfolgung jüdischer Einwohner. Alemannia Judaica dokumentiert unter anderem die Familie Rosa und Willi Rosenthal, ihre Tochter Erna Ziegler und Isidor Waldmann. Die Erinnerung an diese Menschen wurde später durch Stolpersteine im Stadtraum sichtbar gemacht. Die Namensgleichheit mit dem Porzellanunternehmen ersetzt keine Klärung der jeweiligen Familien- und Unternehmenszusammenhänge. (SQ10)
Auch Zwangsarbeit war Teil der Kriegswirklichkeit. Der Wiederaufbauatlas des Hauses der Bayerischen Geschichte verzeichnet für Ende März 1945 1.509 ausländische Zwangsarbeiter in Selb. Das ist eine zeitlich und räumlich bestimmte Angabe, keine Zahl allein für ein einzelnes Werk. (SQ09)
Im April 1945 erlitt Selb Luftangriffe und Artilleriebeschuss. Der Wiederaufbauatlas dokumentiert Tote und Schäden an Wohnhäusern, Betrieben und öffentlichen Gebäuden. Der dort auf den 20. April datierte Einmarsch der US-Armee war von den vorausgegangenen Angriffen zu unterscheiden. Die Stadt war damit weniger großflächig zerstört als 1856, blieb aber keineswegs von Krieg und Gewalt unberührt. (SQ09)
Die örtliche FGV-Chronik nennt als Einmarschtag abweichend den 19. April. Für die übergreifende Chronologie wird deshalb „April 1945“ verwendet; die beiden Tagesangaben bleiben im Quellenverzeichnis unterscheidbar. Die Vereinschronik beschreibt außerdem Hunger, Unsicherheit und den schwierigen Neubeginn unter der Militärregierung. (SQ06, S. 38)
Evakuierte, Flüchtlinge und Heimatvertriebene veränderten die Nachkriegsstadt. Für 1950 nennt der Wiederaufbauatlas 18.802 Einwohner, darunter 4.691 Heimatvertriebene. Unterbringung und Wohnungsbau wurden zentrale Aufgaben; neue Siedlungen und Betriebe entstanden. (SQ09)
Die Geschichte des Wiederanfangs lässt sich zugleich im Vereinsleben verfolgen. Die FGV-Chronik beschreibt die Neuorganisation, die notwendige Genehmigung durch die Besatzungsmacht und die Rückkehr gemeinsamer Aktivitäten. Solche Quellen ergänzen die Bau- und Wirtschaftsgeschichte um den Alltag der Menschen: Familienangehörige fehlten, materielle Mittel waren knapp und gesellschaftliche Bindungen mussten neu aufgebaut werden. (SQ06, S. 38)

SE08 · Selber Innenstadt. Farbige Ansicht mit Geschäften, Passanten, Straßenverkehr und Stadtkirche. Bildnachweise.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verband sich industrielle Fertigung verstärkt mit internationalem Design. Die Studio-Line, das Rosenthal-Werk am Rothbühl und die Künstlerfassaden der Regenbogenstadt stehen für diese Entwicklung. Die dortigen Artikel erschließen die jeweiligen Bau-, Produkt- und Künstlerquellen.
Daneben prägten Sport, Kultur und Begegnungsorte das Verhältnis zwischen Unternehmen und Bevölkerung. Für Hutschenreuther sind Freibad, Hallen, Sportförderung und das Engagement Roland Dorschners dokumentiert. Das 1989 auf Gut Blumenthal eröffnete Firmenmuseum gehört ebenfalls in diesen Zusammenhang. Wirtschaftlicher Erfolg wurde öffentlich mit einer Verantwortung für Stadt, Beschäftigte und Region verbunden. Roland Dorschner und Selb · Museumseröffnung auf Gut Blumenthal · Quellen zur Eröffnung 1989.
1919 wurde Selb kreisfreie Stadt. Mit der Gebietsreform 1972 wurde es als Große Kreisstadt dem Landkreis Wunsiedel zugeordnet. Die städtische Geschichtsdarstellung nennt für 1978 die Eingliederung umliegender Gemeinden, darunter Erkersreuth, Längenau, Selb-Plößberg und Vielitz. Die Stadtgeschichte umfasst deshalb auch die eigenständigen Entwicklungen dieser Orte. (SQ08; Erkersreuther Kirchweih)
Die Krise der Porzellanindustrie seit den 1990er Jahren führte zu einem einschneidenden Strukturwandel. Selb musste neue wirtschaftliche Perspektiven und Nutzungen für frühere Produktionsflächen entwickeln. Beschäftigungsabbau veränderte auch Familienalltag und Stadtbild. (SQ08)
Der Wandel betrifft nicht allein Fabrikgebäude: Fachwissen, berufliche Wege und die Bindung an einen früheren Arbeitgeber prägen das Verhältnis der Menschen zur Stadt. Zugleich müssen Industrieareale, Wohnquartiere und Innenstadt in ihren neuen Funktionen zusammengedacht werden.
Die Stadtplanung verweist auf ein 2003 beauftragtes und 2004 erarbeitetes integriertes Stadtentwicklungskonzept, das später fortgeschrieben wurde. Solche Konzepte verbinden die Betrachtung einzelner Areale mit der Entwicklung der gesamten Stadt. Planungsvarianten und Fördervorhaben sind dabei von bereits fertiggestellten Veränderungen zu unterscheiden. (SQ13)
Die heutige wirtschaftliche Breite lässt sich an Maschinen- und Anlagenbau, Elektronik, Automobilzulieferung und Kunststoffverarbeitung ablesen. Die städtische Standortdarstellung nennt unter anderem NETZSCH, Vishay und RAPA sowie das Europäische Zentrum für Dispersionstechnologien. Diese Unternehmen und Einrichtungen stehen neben der weiter bestehenden keramischen und gestalterischen Tradition. (SQ14)
Das Porzellanikon in Selb-Plößberg vermittelt Herstellung, Technik und Arbeitswelt in einem ehemaligen Fabrikensemble. Zusammen mit dem Hohenberger Standort bewahrt es ein materielles und dokumentarisches Gedächtnis der Porzellanindustrie. Die Wiederverwendung eines Industriebauwerks und die museale Darstellung seiner Funktionen ermöglichen einen anderen Zugang als eine reine Sammlung besonders kostbarer Objekte. Ausführlicher Artikel zum Porzellanikon.

SE09 · Museumsensemble in Selb-Plößberg. Aufnahme vom 5. Juni 2010 laut eingebettetem Aufnahmezeitpunkt. Bildnachweise.
Die Geschichte der Fachschule zeigt, dass Wissen ebenso zum Industrieerbe gehört wie Gebäude und Maschinen. Technische Ausbildung, Materialkenntnis und Gestaltung wurden fortentwickelt. Der Wandel der Ausbildungsangebote ist eine Verbindung zwischen der früheren Porzellanindustrie und neuen Berufsfeldern. (SQ11)
Seit dem Wintersemester 2021/22 bietet die Hochschule Hof in Selb den Studiengang Design und Mobilität an. Er entstand in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Fachschule für Produktdesign; die Lehre ist im Rosenthal-Spiegelhaus angesiedelt. Damit verbindet sich ein bekannter Ort der Gestaltungsgeschichte mit Hochschulausbildung und der Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte. (SQ12)

SE10 · Fachschulgebäude am 21. Januar 2006. Datum nach dem eingebetteten Aufnahmezeitpunkt. Bildnachweise.
Auch die Grenzlage blieb ein Thema der Stadtentwicklung. Die Reaktivierung der Bahnverbindung Hof–Eger 2015 und die Bayerisch-Tschechischen Freundschaftswochen 2023 markieren in der städtischen Chronologie Schritte der erneuten grenzüberschreitenden Verbindung. (SQ08)
Selbs Geschichte ist nicht allein Fabrikgeschichte. Das Heimat- und Wiesenfest besitzt Wurzeln in der Einweihung eines Lehr- und Obstgartens 1807. Kinder, Schulen, Umzug und Goldberg verbinden Bildung, Stadtgemeinschaft und Festkultur. Seine Formen haben sich verändert; aus dem überlieferten Ursprung folgt keine Behauptung einer lückenlosen jährlichen Durchführung. (SQ15) Der ausführliche Festartikel vertieft diese Geschichte mit sieben Abbildungen, Zeitleiste und Quellen.
Die Wochen des Weißen Goldes und der Porzellanflohmarkt öffnen weitere Zugänge: zur Präsentation von Herstellern und Gestaltern, zur Sammlerkultur und zur erneuten Verwendung von Porzellan. Museen, Vereine, Theater und Kino schaffen dabei unterschiedliche Formen, Stadtgeschichte gemeinsam zu erleben.
Chroniken, private Bildsammlungen und persönliche Erinnerungen ergänzen die institutionellen Bestände. Sie zeigen Straßen, verschwundene Geschäfte, Gebäude und Arbeitsplätze aus Perspektiven, die in einer reinen Unternehmenschronik leicht fehlen. Umgekehrt muss jede Aufnahme nach Herkunft, Motiv und Datierung beurteilt werden. Eine Ansichtskarte ist ein gestaltetes Bildzeugnis; sie ist nicht automatisch eine vollständige oder zeitgenau datierte Bestandsaufnahme.
Das Jubiläumsjahr knüpft an 1426 an. Die Stadt warb dafür mit dem Leitmotiv „600 Jahre Stadtrecht – 1426–2026“. Das ganze Jahr sollte Beiträge von Kirchen, Schulen, Vereinen, Institutionen und Unternehmen zusammenführen. Die Jubiläumszählung ist damit von der ersten Nennung des Ortes und von den späteren Jahrestagen der Porzellanindustrie zu unterscheiden. (SQ16)
Der offizielle Veranstaltungskalender 2026 umfasst 40 PDF-Seiten. Er dokumentiert die Breite des geplanten Festjahrs: Vorträge, Ausstellungen, Film, Musik, Sport, Vereinsveranstaltungen und Schulprojekte. Ein gedruckter Jahreskalender hält einen Planungsstand fest; Änderungen und die tatsächliche Durchführung einzelner Termine benötigen ergänzende Nachweise. (SQ17)
Der zentrale Festtermin war der 12. und 13. Juni 2026. Die Ankündigung sah am Freitag den Festakt und anschließend ein Konzert von The Heimatdamisch vor. Am Samstag sollten sich Vereine und Institutionen mit Angeboten zum Mitmachen präsentieren. (SQ16)
Ein städtischer Rückblick vom 3. September 2026 bestätigt den Festakt, den stadtgeschichtlichen Vortrag von Dr. Adrian Roßner und das Konzert. Für den Samstag berichtet die Stadt von über 70 Vereinen, Institutionen und Ausstellern. Dieser Rückblick ist vom früheren Programm mit über 75 angekündigten Teilnehmern zu unterscheiden. Das Fest verband Stadtgeschichte mit den Tätigkeiten der heutigen Stadtgesellschaft. (SQ18)
Die Reihe „600 Minuten Film“ wurde als Kooperation des Seniorenbeirats, des Vereins zur Förderung grenzüberschreitender Film- und Kinokultur und der Stadt angekündigt. Historische Aufnahmen und Dokumentationen sollten im Kino Spektrum gezeigt werden. Ergänzend erschloss eine Vortragsreihe örtliche Gebäude, Stadtviertel und frühere Jubiläen. Als Mitwirkende nennt das Programm unter anderem Dieter Arzberger und Gerd Bock. (SQ20; SQ16)
Ein weiterer Baustein war die angekündigte Ausstellung zu den Goldenen Büchern der Stadt im Rosenthal-Theater, vorgesehen für den 20. September bis 1. November 2026. Die Mitteilung nennt 25 ausgewählte Einträge und die Möglichkeit, beide Bücher digital durchzublättern. Damit wird Stadtgeschichte über Besuche, Ehrungen und persönliche Eintragungen erschlossen. Die Datierung folgt der städtischen Ausstellungsankündigung. (SQ19)
Das Jubiläumsjahr war am Recherchestichtag noch nicht abgeschlossen. Für den späteren Herbst und Winter enthielt das Programm weitere Termine. Deshalb wird hier kein abschließender Jahresrückblick und keine vollständige tatsächliche Durchführung aller angekündigten Veranstaltungen behauptet.
| Jahr / Datum | Entwicklung | Nachweis |
|---|---|---|
| 1281 | Erste urkundliche Erwähnung des Ortes | SQ08 |
| 1426 | Stadtrecht; Bezugspunkt des Jubiläums 2026 | SQ16 |
| 1807 | Ursprung des Heimat- und Wiesenfestes in einer Garten-Einweihung | SQ15 |
| 1810 | Selb wird bayerisch | SQ08 |
| 18. März 1856 | Großer Stadtbrand; vier Tote und Tausende Obdachlose nach Bohrer | SQ01 |
| ab 1856 | Wohnungsbau und veränderte Straßenführung | SQ01 |
| 1857 / 1859 | Hutschenreuther-Gründung / Arbeitsbeginn nach Bohrer | SQ02; Gründungsartikel |
| 1861–1862 | Bau von Rathaus und Rentamt nach Bohrer | SQ01 |
| 1865 | Eröffnung der Strecke Hof–Asch–Eger mit Bahnhof Selb-Plößberg | SQ06 |
| 1894 / 1898 | Bahn nach Selb-Stadt / telefonische Erreichbarkeit nach FGV | SQ06 |
| 1909 | Gründung der Fachschule für Porzellan | SQ11 |
| 1919 | Kreisfreie Stadt | SQ08 |
| 1926 | 500-jähriges Stadtjubiläum | SQ07; Programm 2026 zum früheren Jubiläum |
| 1933–1945 | NS-Herrschaft, Verfolgung und Zwangsarbeit | SQ06, SQ09, SQ10 |
| April 1945 | Angriffe, Einmarsch der US-Armee und Ende der NS-Herrschaft vor Ort | SQ09 |
| 1950 | 18.802 Einwohner, darunter 4.691 Heimatvertriebene | SQ09 |
| 1972 / 1978 | Große Kreisstadt im Landkreis Wunsiedel / Eingemeindungen | SQ08 |
| 27. Januar 1989 | Eröffnung des Hutschenreuther-Museums auf Gut Blumenthal | Eröffnungsmappe R07 / GBQ06 |
| 2001 | 575 Jahre Stadtrecht | SQ07 |
| 2003 / 2004 | Auftrag / Ausarbeitung eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts | SQ13 |
| 2015 | Reaktivierung der Bahnverbindung Hof–Eger | SQ08 |
| Wintersemester 2021/22 | Studiengang Design und Mobilität am Lernort Selb | SQ12 |
| 2023 | Bayerisch-Tschechische Freundschaftswochen | SQ08 |
| 12.–13. Juni 2026 | Jubiläumswochenende auf dem Goldberg | SQ16, SQ18 |
| 2026 | Film- und Vortragsprogramm, Ausstellungen und weitere Beiträge zum Stadtjubiläum | SQ17, SQ19, SQ20 |
Die Nachweise verbinden lokale Chroniken und Bildbestände mit amtlichen beziehungsweise institutionellen Onlinequellen. Ältere Chroniken können voneinander abhängig sein. Ihre Wertungen und abweichenden Datierungen werden nicht als zusätzliche unabhängige Bestätigung gezählt. PDF-Seiten bezeichnen die Position im jeweiligen Scan; gedruckte Seiten werden zusätzlich genannt. Online-Recherche: 16. Oktober 2026.
Hermann Bohrer: Selb – eine Kirchen- und Heimatkunde, im Fundus unter „Selb Chronik Bohrer1930“. Datei 15_bis_Seite_219 (Bohrer Chronik Selb).pdf, insbesondere gedruckte S. 202–212, PDF-S. 4–14. Brand, Todesopfer, Obdachlosigkeit, Hilfen und Wiederaufbau; Bildseite zum Brand auf PDF-S. 5. Ältere Berichte werden von Bohrer aufgegriffen. Bereits im Wiki als L09 erschlossen; hier um die Brandpassagen vertieft.
Bohrer, Fortsetzung, Datei 16_bis_Seite_239 (Bohrer Chronik Selb).pdf, S. 229–231, PDF-S. 10–12. Vorbereitung der Fabrikgründung, Standort, Arbeitskräfte, Produktionsbeginn Frühjahr 1859. Gründung und Produktionsbeginn werden getrennt; abweichende Jahresangaben bleiben im Quellenvergleich sichtbar.
Ch. M. Adolph Clöter: Geschichte der Stadt und Kirchengemeinde Selb, Bayreuth 1867. Cloether Teil 11.pdf, PDF-S. 3–4, gedruckte S. 92–95. Erwerb, Landwirtschaft, Weberei und frühe Fabrikarbeit. Beobachtungen und religiös-moralische Bewertungen werden unterschieden. L10.
Ludwig Riess: Selber Heimatbuch, 1949, Selber Heimatbuch 02.pdf, PDF-S. 1–3, gedruckte S. 134–136. Hausweberei, Industrialisierung und Arbeitsverhältnisse. Seine Gründungsangabe 1856 wird nicht als gesicherter Gründungstermin übernommen. L12.
Ludwig Schmidt: Neues vom alten Selb, Selb_Chronik_Schmidt.pdf, besonders PDF-S. 1–2. Erinnerung an das verlorene Stadtbild und Bewertung des Wiederaufbaus. Das Erscheinungsjahr ist auf dem geprüften Titelblatt nicht angegeben. L16.
FGV-Ortsgruppe Selb: Erinnerungen – Die etwas andere Chronik, 2000. Selb_FGV_Chronik_051.pdf, PDF-S. 16–20 = gedruckte S. 15–19; PDF-S. 36 und 39 = S. 35 und 38. Industrie, Infrastruktur, gesellschaftlicher Wandel, Gleichschaltung und Vereinsneubeginn. Tagesangabe zum Einmarsch 1945 abweichend vom Wiederaufbauatlas. L13.
575 Jahre Stadtrecht Selb von 1426–2001, Verlagsbeilage des Selber Tagblatts, 18. Oktober 2001, Datei 575 Jahre Stadtrecht suchbar.pdf. Titelblatt PDF-S. 1, Stadtrechtsdarstellung PDF-S. 3, Industriegeschichte PDF-S. 9. Kein pauschaler Autorenname aus dem Ordnernamen abgeleitet. Zum Jubiläum 1926 ergänzend das Vortragsprogramm der Stadt 2026. L14.
Stadt Selb: Stadtgeschichte. Amtliche Übersicht zu frühen Eckdaten, Verwaltung, Gebietsreform, Bahnreaktivierung und Freundschaftswochen. Teilweise technisch gesetzte Tagesangaben und undatierte „heute“-Beschäftigtenzahlen werden nicht als exakt belegte historische Termine beziehungsweise aktuelle Statistik übernommen.
Haus der Bayerischen Geschichte: Selb – Atlas zum Wiederaufbau. Angriffe, Kriegsende, Zwangsarbeit, Bevölkerungs- und Wohnungsentwicklung. Grundlage sind unter anderem Stadtarchiv, lokale Literatur und statistische Jahrbücher; Einmarschdatum dort 20. April 1945.
Alemannia Judaica: Jüdische Geschichte in Selb. Dokumentation der Arbeitsgemeinschaft mit Literatur- und Gedenkbuchverweisen sowie Berichten zur Erinnerungsarbeit. Für Namen, Verfolgung und die ersten Stolpersteine herangezogen; kein aktueller vollständiger Bestand aller Erinnerungszeichen behauptet.
BSZ Selb: Staatliche Fachschule für Werkstoff- und Prüftechnik. Institutioneller Rückblick auf die Gründung 1909 und die Entwicklung 1974 beziehungsweise 2006.
Hochschule Hof: Studiengang Design und Mobilität am Lernort Selb, 10. Februar 2021; ergänzend die Pressemitteilung zur Zwischenbilanz 2022 und die Standortübersicht der Hochschule. Studienbeginn Wintersemester 2021/22, Zusammenarbeit mit Fachschule, Lehrort Spiegelhaus.
Stadt Selb: Stadtplanung. Auftrag 2003, ISEK 2004 und Fortschreibung. Planungsstände werden nicht mit fertiggestellten Bauvorhaben gleichgesetzt.
Stadt Selb: Wirtschaftsstandort. Branchen und beispielhaft genannte Unternehmen. Die werbende Standortdarstellung wird nicht als unabhängige Rangliste oder aktuelle Beschäftigtenstatistik verwendet.
Stadt Selb: Roter Faden, englische Ausgabe, Station 22 „The Former Gardening School“; ergänzend Wiesenfest-Darstellung des Selbguide-Projekts am Walter-Gropius-Gymnasium. Ursprung des Festes 1807, Verbindung zu Garten, Schule und Festzug.
Stadt Selb: 600 Jahre Stadtrecht – 1426–2026 und Flyer zum Jubiläumswochenende, zwei PDF-Seiten. Offizielle Jubiläumsseite mit Festwochenende, Stadtführungen, Film- und Vortragsprogramm. Programmstand und späterer Veranstaltungsbericht bleiben getrennt.
Stadt Selb: Veranstaltungskalender 2026, 40 PDF-Seiten, insbesondere Grußwort und Jahresprogramm; veröffentlicht im Zusammenhang mit der Mitteilung zum Jahresflyer vom 21. Januar 2026. Planungsdokument, keine vollständige Durchführungsbestätigung.
Stadt Selb: Selb feiert einen besonderen Veranstaltungssommer, 3. September 2026. Städtischer Rückblick auf Festakt, Vortrag, Konzert und über 70 Mitwirkende am Samstag. Veranstalterbericht, keine unabhängig geprüfte Besucherzählung.
Stadt Selb: Ausstellung zu den Goldenen Büchern, 14. August 2026. Angekündigter Zeitraum 20. September bis 1. November, 25 ausgewählte Einträge und digitale Bücher. Die Ankündigung wird als solche bezeichnet.
Stadt Selb: 600 Jahre Selb – Vortragsreihe und Filmformat, 21. Januar 2026. Kooperation und Grundkonzept von „600 Minuten Film“. Die fortlaufend ergänzte Jubiläumsseite bietet den späteren Programmstand.
Alle zehn Abbildungen stammen aus dem Fundus von Stefan Strößenreuther. Neun Vorlagen liegen im Ordner „Porzellanstadt Selb / selb-Bilder“, eine Bildseite in der Bohrer-Chronik. Eigentum an einer Archivvorlage und Urheberschaft werden getrennt behandelt: Nicht dokumentierte Fotografen oder Urheber werden nicht dem Sammlungsinhaber zugeschrieben. Sämtliche Abbildungen erhalten die vollständige jeweilige Ausgangsbildfläche.
| Kennung | Vorlage und Einordnung |
|---|---|
| SE01 | selb0092.jpg; Grafik nach Ritter, dargestellte Ansicht 1840 laut gedruckter Legende; Reproduktionszeit unbekannt. |
| SE02 | Bohrer, Datei 15, PDF-S. 5; historische Brandgrafik, ganze Quellseite in Leserichtung aufgerichtet. Urheber auf dieser Seite nicht genannt. |
| SE03 | selb0025.jpg; Ansichtskarte Kirchplatz mit evangelischer Kirche; Jahr und Fotograf nicht gesichert. |
| SE04 | selb0075.jpg; Webstuhl und Personen; Jahr, Personen und genauer Aufnahmeort nicht gesichert. |
| SE05 | selb0052.jpg; historische Stadt- und Fabrikansicht; Jahr und einzelne Werkszuordnung nicht gesichert. |
| SE06 | selb0082.jpg; Ansichtskarte der Staatlichen Fachschule für Porzellanindustrie; Ausgabejahr nicht gesichert. |
| SE07 | selb0089.jpg; Ansichtskarte „Neues Postgebäude“; Ausgabejahr nicht gesichert. |
| SE08 | selb0026.jpg; farbige Innenstadtansicht; Aufnahmejahr nicht gesichert. |
| SE09 | selb0018.JPG; Museumsensemble Selb-Plößberg; Aufnahmefeld 5. Juni 2010. Fotograf nicht gesondert genannt. |
| SE10 | selb0006.JPG; Fachschulgebäude; Aufnahmefeld 21. Januar 2006. Fotograf nicht gesondert genannt. |
Orte und Stadtgeschichte · Selber Chroniken · Unternehmen und Fabriken · Personen · Bilder und Archive
Fritz Klee als Architekt, Lehrer und Porzellangestalter verbindet den Aufbau der Fachschule 1908/09 mit dem Schulneubau 1919–1921, Casino, Bahnhof Selb Stadt und der Jubiläumsausstellung 1926. Die Biografie führt anschließend bis zum zeichnerischen Spätwerk in Stuttgart.
Lokschuppen und Eisenbahn in Selb – Schienenwege der Porzellanstadt führt vom Bahnhof Selb-Plößberg 1865 über Selb Untere Stadt 1894 zum neuen Bahnhof von Fritz Klee 1914. Werksanschlüsse, Güterverkehr, Heinrich-Bockel und die Bewahrung des Ensembles ergänzen die Stadtgeschichte um dreizehn kommentierte Bilder und eine Zeitleiste.
Selbs Straßen, Gebäude und Stadtviertel ergänzt diesen Überblick um zehn Straßen- und Quartiersporträts, historische Postkarten, 14 Abbildungen und eine Zeitleiste. Der Schwerpunkt Friedrich-Ebert-Straße verbindet Mietshausarchitektur mit der Geschichte des Jugendheims, seiner Enteignung und der späteren Wohnnutzung.
Der ausführliche Artikel zur Gottesackerkirche und zum historischen Friedhof ergänzt die Stadtgeschichte um einen erhaltenen Ort aus der Zeit vor 1856. Er behandelt den Pestfriedhof von 1599, Kirchenbau und Emporen, die Gottesdienste nach dem Brand, Familiengrabstätten und den Wandel zur Feuerbestattung. Mit zwölf Archivbildern und Quellenvergleich.
Der ausführliche Mühlenartikel führt von Hammerwerk, Getreidemühle und Papiermanufaktur zur Porzellanfabrik an der Ludwigsmühle. Sieben Einzelporträts erklären Wasserrechte, Besitzerwechsel und technische Erneuerungen. Die Grafenmühle wird bis zu ihrer Umgestaltung zur Moschee verfolgt.