Lange bevor Selb zur Porzellanstadt wurde, bestimmten Bäche, Mühlgräben, Stauteiche und Wasserräder einen wichtigen Teil seines Wirtschaftslebens. An den Wasserläufen wurde Getreide gemahlen, Holz gesägt, Lohe für die Gerberei zerkleinert, Papier hergestellt und Eisen bearbeitet. Die Mühlen waren Arbeitsstätten und Wohnhäuser zugleich. Ihre Geschichte verbindet technische Erfindung mit Familienbesitz, knappen Wasserreserven und dem Wandel zur Industrie.
Dieser Überblick erschließt sieben Mühlenstandorte im heutigen Selber Stadtgebiet: Grafenmühle, Ludwigsmühle, Sommermühle, Papiermühle, Hammergut Unterweißenbach sowie Ober- und Untersteinmühle. Grundlage sind die Entwürfe und Einzelblätter im Fundus Ahnenforscher, die Nachrichten über Mühlenbesitzer und die Chronik von Hermann Bohrer. Amtliche Denkmalangaben und Veröffentlichungen der Stadt ergänzen die historischen Unterlagen. Der damalige Amts- und Pfarrbezirk war mit dem heutigen Stadtgebiet nicht deckungsgleich. Recherchestand: 18. Oktober 2026.

Überblick · Wasserkraft · Grafenmühle · Ludwigsmühle · Sommermühle · Papiermühle · Hammergut · Obersteinmühle · Untersteinmühle · Müllerfamilien · Zeitleiste · Quellen
Die Quellen zeigen unterschiedliche Betriebsformen. Eine Mühle konnte mehrere Einrichtungen enthalten; deren Vorhandensein bedeutet allerdings noch nicht, dass sie gleichzeitig liefen. An der Ludwigsmühle mussten sich mehrere Arbeitsgänge offenbar die Kraft eines einzigen Wasserrades teilen. Andere Standorte wurden technisch erneuert und später mit Turbinen oder Generatoren ausgestattet. Die folgende Auswahl stellt die im Fundus besonders gut erschließbaren Standorte vor. (MQ01–MQ05)
| Standort | Wasser und Lage | Überlieferte Aufgaben und Entwicklung |
|---|---|---|
| Grafenmühle | Steinbächlein und Nebenarm des Engelmeßbaches, mit Stauteich | Kleine Getreidemühle; im Entwurf seit 1612; später umgebaut und als Moschee genutzt |
| Ludwigsmühle / Gerbersmühle | Selbbach, östlich des alten Ortes | Gerberei, Lohe-, Mahl-, Öl- und Schneidegänge; Ausgangspunkt von Hutschenreuthers Fabrik |
| Sommermühle | Selber Mühlenlandschaft am Selbbach | Im Tauschgeschäft von 1729 mit der Grafenmühle verbunden; in Bohrers Brandnachrichten erwähnt |
| Papiermühle | Selbbachgrund | Papiermanufaktur seit 1709; Wasser- und Rohstoffrechte; Brand 1820 |
| Hammergut Unterweißenbach | Zusammenfluss von Bernstein- und Selbbach | Eisenhammer, später Mühle, Säge und Landwirtschaft; schließlich auch Stromerzeugung |
| Obersteinmühle | Steinselb und Grünbach | Mahl- und Sägebetrieb; 1912 Turbine; Mahlbetrieb bis 1985 |
| Untersteinmühle | Steinselb zwischen Spielberg und Oberweißenbach | Mahl- und Schrotbetrieb; abhängig vom Wasser der Obersteinmühle; Generator bis 1964 |
Die nutzbare Kraft hing von der verfügbaren Wassermenge und vom Höhenunterschied ab. Ein Schützteich speicherte Wasser; ein Graben oder Kanal leitete es zum Rad. Bei einem oberschlächtigen Wasserrad gelangte das Wasser von oben auf das Rad. Wellen und Zahnräder übertrugen die Drehbewegung ins Gebäude. Dort konnte sie Mahlsteine, Säge oder andere Einrichtungen antreiben. Die Selber Arbeitsblätter nennen solche Räder für mehrere Standorte und beschreiben teilweise auch ihre Maße. (MQ01, MQ02, MQ04, MQ05)
Ein Mahlgang bezeichnet die zusammengehörige Einrichtung zum Mahlen, gewöhnlich mit feststehendem Bodenstein und darüber laufendem Stein. Ein Schneidegang diente der Säge. Die Lohmühle bereitete Rinde für die Gerberei auf. Ein Ölschlaggang gehörte zur Ölgewinnung; die genaue Funktion eines in einer Liste lediglich als „Schlaggang“ bezeichneten Werkes muss dagegen aus dem jeweiligen Zusammenhang bestimmt werden. Der Begriff Mühle reicht damit weit über die Herstellung von Mehl hinaus.
| Arbeitsweg | Bedeutung im Betrieb |
|---|---|
| Wasser speichern und zuführen | Betriebswasser sammeln, nutzbare Fallhöhe herstellen und Zufluss regeln |
| Rad oder Turbine antreiben | Die Kraft des Wassers in eine Drehbewegung umsetzen |
| Bewegung übertragen | Über Welle, Räder und Getriebe die jeweilige Maschine betreiben |
| Mahlen, sägen, stampfen | Unterschiedliche Arbeiten an einem Standort verbinden |
| Wasser wieder abgeben | Den Bach und damit häufig auch den nächsten Betrieb versorgen |
Die Mühle bestand wirtschaftlich aus mehr als ihrem Gebäude. Entscheidend waren der Zugang zum Wasser, die Instandhaltung von Graben und Radstube, die Berechtigung zum Betrieb und die Beziehungen zu Nachbarn. Ein beschädigter Kanal konnte die Arbeit ebenso verhindern wie ein trockener Sommer. Ein zweiter Mahlgang brachte wenig, wenn Getriebe und Wasserführung nicht betriebsbereit waren. Genau solche Schwierigkeiten dokumentieren die Visitationsnotizen zur Grafenmühle. (MQ02)
Der Konflikt zwischen Ober- und Untersteinmühle macht die gegenseitige Abhängigkeit besonders deutlich. Staut der obere Betrieb einen Zufluss, fehlt dieses Wasser zeitweise am unteren Rad. Dass beide Betriebe denselben Bach nutzten, machte sie zu Nachbarn mit gemeinsamen technischen Voraussetzungen und gelegentlich gegensätzlichen Interessen. (MQ05)
Der vorläufige Mühlenentwurf nennt Balthasar Roder als Erbauer im Jahr 1612. Die Anlage lag damals außerhalb des bebauten Marktes auf seinen Wiesen. Das Steinbächlein und ein Nebenarm des Engelmeßbaches führten Wasser in den Teich, der heute als Grafenmühlweiher bekannt ist. Bereits 1660 wird der Mühlenteich in der ausgewerteten Zusammenstellung erwähnt. Die Bezeichnung „Mühle am Schützteich“ hebt diese Speicherfunktion hervor. (MQ02, PDF-S. 1)
Ihren späteren Namen erhielt die Mühle von der Familie Graff. Der Entwurf nennt Daniel den Älteren sowie Michael und Daniel als Angehörige der Besitzerfolge. Die heute geläufige Ortsbezeichnung bewahrt damit einen Familiennamen. Bei den Einzeljahren innerhalb dieser Stammfolge sind die Fassungen des Materials nicht völlig einheitlich; der Zusammenhang zwischen Familie und Mühlenname ist jedoch übereinstimmend dargestellt. (MQ02, MQ03)
Für 1677/1695 verzeichnen die Unterlagen einen Mahlgang, angetrieben durch ein oberschlächtiges Rad. Ein zweiter Gang war 1837 im Bau, aber noch nicht fertig. 1844 erscheint der Kanal als eingestürzt; 1853 wird ein noch nicht gefertigtes Getriebe genannt. Solche Befunde zeigen, wie eng die Leistungsfähigkeit an Investitionen und Reparaturen gebunden war. Die im Entwurf daraus abgeleitete geringe Wirtschaftlichkeit ist eine historische Einschätzung; eine geschlossene Reihe von Geschäftsbüchern liegt dieser Darstellung nicht zugrunde. (MQ02, MQ03)
Die Hausbeschreibung von 1825 nennt neben dem Mühlenraum eine Stube, Keller, Küche, Hausplatz, Dachboden und Kammer. Wohnen und Arbeiten lagen unter einem Dach. Der knappe Raum lässt die soziale Seite des Betriebs hervortreten: Eine Mühle war zugleich Haushalt, Werkstatt und Besitz, der Familien ernähren musste. Mehrere Gewerbe oder zusätzliche Landwirtschaft konnten deshalb für die wirtschaftliche Existenz wichtig sein.
Hans Philibert Heinel, aus Erbendorf kommend, ist ab 1714 als Müller verzeichnet; zuvor war er Beständner, also Pächter. 1729 tauschte er die Grafenmühle mit Christoph Geigenmüller gegen die Sommermühle. Die beiden Standorte gehören damit auch familiengeschichtlich zusammen. Noch nach dem Wechsel konnte eine alte Berufs- oder Wohnplatzbezeichnung an einer Person haften bleiben: Die Unterlagen weisen darauf hin, dass Heinel später weiterhin als Grafenmüller bezeichnet wurde. (MQ02, MQ03)
Nach Christoph Geigenmüllers Tod folgte seine Witwe Anna Margaretha. Sie heiratete Hans Christoph Eck, blieb nach der Besitzerzusammenstellung aber selbst Mühleneigentümerin. Dieser Fall zeigt, weshalb der Name eines auf der Mühle genannten Mannes nicht automatisch mit dem Eigentum gleichgesetzt werden darf. Es folgten Angehörige der Familie Geigenmüller, später Summerer und Baumgärtel. Für Lorenz Geyer bleibt die Stellung als Pächter beziehungsweise Betreiber zu klären; auch die angegebenen Zeiträume unterscheiden sich. (MQ02, MQ03)
Die Arbeitsblätter verbinden 1882 mit dem Bau durch Adam Meuchner. Der Mahlbetrieb endete vor 1900; der Entwurf bringt das Ende bereits mit der Bauphase der 1880er Jahre in Verbindung. Die amtliche Denkmalliste führt am Grafenmühlweg 12 und 12a einen zweigeschossigen, verputzten Satteldachbau mit der Bezeichnung 1882 und einem wohl barocken Querflügel. Sie bestätigt damit ein am Gebäude ablesbares Datum, ohne sämtliche älteren Bauphasen auf dieses Jahr zu reduzieren. (MQ02, MQ03, MQ08)
Der offizielle Selber Stadtrundgang erläutert die nächste große Nutzungsänderung: 1995 erwarb der DITIB Türkisch-Islamische Kulturverein das Gebäude und gestaltete es zur Sultan-Ahmet-Moschee um. Der Rundgang beschreibt unter anderem erhaltene Türstöcke und einen historischen Gewölberaum. Er verbindet diesen Ort auch mit Menschen, die als Arbeitskräfte für die Porzellanindustrie nach Selb kamen. So treffen in der ehemaligen Mühle Gewerbe-, Bau-, Industrie- und Religionsgeschichte aufeinander. (MQ09)
1708 bewilligte Markgraf Christian Ernst dem Selber Gerber Nikol Ludwig den Bau einer Mühle mit angeschlossener Gerberei am Selbbach. Daher stammt die Bezeichnung Gerbersmühle. Nach der historischen Zusammenstellung wurde die Wasserkraft wahrscheinlich zunächst für die Lederbearbeitung und die Lohmühle genutzt. Der gedruckte Buchauszug aus dem Fundus beschreibt außerdem die Beschwerde des Selber Pfarrers über Gerbereiabwässer und Nachteile für dessen Fischereirecht. Bohrer berichtet diesen Konflikt ebenfalls. Wasser war somit zugleich Arbeitsmittel, Lebensraum und Gegenstand konkurrierender Nutzungsrechte. (MQ01, MQ06, MQ07, S. 145)
Besitzer und Nutzungen wechselten. Neben Ludwig treten in der Überlieferung Goßler, Baumann, Baumgärtel und Küspert auf. Der Buchauszug nennt für 1733 unter Michael Goßler zwei Mahlgänge sowie einen Loh- und Schneidegang; 1737 kommt ein Ölschlaggang hinzu. Noch 1793 bestand die Lohmühle unter Christoph Wilhelm Küspert. Die Verbindung verschiedener Arbeitsgänge war ein Merkmal dieses Standorts. (MQ06, S. 208 und Fortsetzung)
Für 1825–1852 nennt der Entwurf zwei Mahlgänge, einen Schlaggang, einen Ölschlaggang und ein Sägewerk. Sie wurden von einem oberschlächtigen Wasserrad angetrieben, vermutlich abwechselnd. Die Aufzählung darf deshalb nicht als Nachweis für einen gleichzeitigen Vollbetrieb aller Einrichtungen gelesen werden. Die Mühlenvisitation von 1853 beanstandete insbesondere den Zustand von Wasserbau und Radstube. (MQ01, PDF-S. 2)
Der Standort bot also vorhandene Gebäude, einen Wasseranschluss und technische Erfahrung, aber auch erheblichen Erneuerungsbedarf. Damit wird verständlich, weshalb eine alte Mühle für einen neuen Gewerbezweig interessant sein konnte: Nicht nur die Maschine selbst, sondern Grundstück, Wasserführung und räumliche Lage bildeten einen nutzbaren Ausgangspunkt.
1856 kaufte Lorenz Hutschenreuther die Ludwigsmühle nach dem Entwurf für 15.950 Gulden. Im August 1857 erhielt er die Genehmigung zur Einrichtung seiner Selber Porzellanfabrik. Das Gründungsjahr 1857 wird auch in der offiziellen Stadtgeschichte geführt. Die Aufnahme der Herstellung 1859 beschreibt der spätere Projektbericht des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Grundstückskauf, Genehmigung und Produktionsbeginn sind drei verschiedene Schritte. (MQ01, MQ10, MQ11)
Die Wasserkraft wurde nach dem Mühlenentwurf für das Pochwerk der Massemühle verwendet. Auch die Säge arbeitete weiter und erhielt 1859 ein neues Triebwerk. Der Übergang zur Industrie erfolgte somit zunächst unter Weiterverwendung vorhandener Funktionen. Die Porzellanherstellung knüpfte an den alten Wasserstandort an und veränderte ihn danach durch immer größere Werkgebäude und neue Energieanlagen. Die ausführliche Gründungsgeschichte Hutschenreuthers ordnet diese Entwicklung in den Wiederaufbau Selbs nach dem Stadtbrand ein.

Aus dem Mühlenareal entwickelte sich das spätere Werk A. Die Luftaufnahme H01 aus dem Dorschner-LHS-Bestand zeigt den ausgedehnten Fabrikkomplex. Zwischen diesem Industriebild und der älteren Mühlennutzung liegen zahlreiche Bau- und Technologiestufen. Das Grundstück blieb als Ort erkennbar, während sich Maßstab, Arbeitsorganisation und Energieversorgung grundlegend wandelten.

Der 2007 veröffentlichte LfU-Projektbericht nennt die Einstellung der Porzellanproduktion am Standort 1995 und dokumentiert Rückbau und Bodensanierung 2005–2006. Er behandelt unter anderem die Folgen früherer Generatorgaserzeugung und die Vorbereitung einer gewerblichen Nachnutzung. Ein südlicher Bereich entlang des Wasserlaufs sollte als Park beziehungsweise Rückhalteraum für Hochwasser dienen. Diese Angaben beschreiben das damalige Sanierungsprojekt, keine neue Zustandsprüfung des Geländes. (MQ11)

Die Sommermühle wird im ausgewerteten Material besonders durch ihre Beziehung zur Grafenmühle greifbar. 1729 wechselte Hans Philibert Heinel durch den Tausch mit Christoph Geigenmüller von der Grafen- zur Sommermühle. Solche Geschäfte veränderten die Arbeits- und Wohnorte ganzer Haushalte. Namen in Kirchenbüchern und Besitzerlisten müssen deshalb über mehrere Mühlen hinweg verfolgt werden. Ein Mensch konnte im Laufe seines Lebens an unterschiedlichen Standorten erscheinen und trotzdem unter der älteren Mühlenbezeichnung bekannt bleiben. (MQ02, MQ03)
Bohrer erwähnt die Sommermühle auch in seinem Überblick über Brände. Er schreibt, sie sei einmal abgebrannt, nennt in dieser Passage jedoch kein Datum. Erst die folgende Nachricht betrifft ausdrücklich den Brand der Papiermühle von 1820. Das Jahr darf daher nicht auf die Sommermühle übertragen werden. Diese Trennung ist wesentlich, weil eng nebeneinanderstehende Chroniknachrichten sonst leicht zu einer falschen Zeitleiste führen. (MQ07, S. 184)
Für eine lückenlose Bau- und Betriebsgeschichte der Sommermühle reichen diese Nachweise noch nicht aus. Gesichert sind hier vor allem der Besitzertausch von 1729 und die Brandnachricht ohne Jahresangabe. Das Porträt bleibt entsprechend enger als die Darstellungen von Grafen- und Ludwigsmühle. Seine Bedeutung liegt gerade in der Verbindung zwischen den Standorten: Mühlengeschichte ist auch die Geschichte von Mobilität, Heirat, Erbe und wirtschaftlicher Neuorientierung.
Bohrer führt die Selber Papiermanufaktur auf Johann Georg Jäger aus Niederreuth bei Asch zurück. Die von ihm angeführte Belehnungsurkunde Markgraf Christian Ernsts datiert vom 5. Juli 1709. Sie erlaubte die Errichtung der Papiermühle im Selbbachgrund und verband den Betrieb mit einer Abgabe an den Landesherrn. Bohrers Chronik ist hier der ausgewertete Nachweis; die von ihm erwähnte Originalurkunde wurde für diesen Artikel nicht unmittelbar eingesehen. (MQ07, S. 144–145)
Die Berechtigung umfasste auch das Sammeln der benötigten Lumpen in den Sechsämtern. Das ist ein wichtiger wirtschaftlicher Hinweis: Wasser allein machte noch keine Papierproduktion möglich. Ebenso entscheidend war eine ausreichende Versorgung mit den damals verwendeten Faserrohstoffen. Das Privileg verband deshalb den Standort am Bach mit einem größeren Sammelgebiet.
Die Papiermühle erweitert das Bild der vorindustriellen Selber Wirtschaft. Neben Nahrungsmitteln, Bauholz und Gerbereierzeugnissen entstand ein Material für Schrift, Verwaltung und Handel. Die Bezeichnung Manufaktur bei Bohrer verweist auf eine spezialisierte gewerbliche Herstellung. Daraus lässt sich allerdings keine konkrete jährliche Produktionsmenge ableiten.
Für 1820 berichtet Bohrer von der vollständigen Zerstörung der Papiermühle durch Feuer. In derselben Passage erwähnt er den undatierten Brand der Sommermühle. Beide Ereignisse werden hier getrennt geführt. Die Nachricht macht sichtbar, dass die Lage am Wasser keinen Schutz vor Brandkatastrophen bot. Holzbauteile, gelagerte Rohstoffe und die räumliche Verbindung von Arbeit und Wohnen konnten die Folgen eines Feuers erheblich verschärfen. (MQ07, S. 184)
Bohrer bezeichnet den Betrieb in seiner eigenen Gegenwart als weiterhin bestehend beziehungsweise blühend. Diese zeitgebundene Aussage ist kein Nachweis einer heutigen Papierherstellung. Für spätere Firmierungen, Eigentümerfolgen und das genaue Ende des Betriebs sind weitere Geschäfts- und Bauakten erforderlich. Der hier erschlossene Kern reicht von der privilegierten Gründung 1709 bis zur überlieferten Brandnachricht und Bohrers späterer Bestandsbeschreibung.
Das Hammergut liegt am Zusammenfluss von Bernstein- und Selbbach bei Unterweißenbach. Der vorläufige Entwurf verbindet seine frühe Geschichte mit Nachrichten des Selber Chronisten Paul Reinel. Danach reicht die Anlage des Hammers ungefähr um 1400 zurück; als konkrete frühe Nachricht nennt die Zusammenstellung einen Verkauf 1408 durch Erhard Forster an die Egerer Bürger Jonas Pauger und Michael Smyde. Die Entstehung um 1400 ist damit eine historische Einordnung, während 1408 als überliefertes Geschäftsjahr erscheint. (MQ02, PDF-S. 2)
Das Wasser beider Bäche wurde in einem Teich gesammelt. Am Hammer setzte die Wasserkraft schwere Arbeitsbewegungen in Gang; der Standort gehörte damit ursprünglich zur Metallverarbeitung. Um 1500 beschreibt die Überlieferung bereits einen verödeten Hammer. Die Selber Engelmeßbruderschaft beklagte im frühen 16. Jahrhundert ausbleibende Einkünfte. Herrschafts-, Stiftungs- und Gewerbegeschichte waren an diesem Platz eng miteinander verbunden.
Für 1564 berichtet der Entwurf vom Bau einer neuen Mühle durch Bartel Müller. Daneben wurde auch der frühere Hammer zur Mühle umgewandelt. Im Laufe des 17. Jahrhunderts zerfiel der größere Besitz in mehrere Teile: Bauernhöfe, neue Mühle und altes Hammergut. Spätestens um 1700 wurde ein Teil davon nur noch landwirtschaftlich genutzt. Deshalb dürfen gleichzeitige Namensreihen nicht einfach zu einer einzigen linearen Besitzerfolge zusammengezogen werden. (MQ02)
Für die Mühle nennt die Zusammenstellung um 1750 einen Mahl- und einen Schlaggang. Im 18. Jahrhundert bestanden zwei oberschlächtige Räder bei etwa vier Metern Gefälle, die zwei Steinmahlgänge antrieben. Der Entwurf berichtet, dass diese Einrichtungen mit den zugehörigen Beutelkästen noch 1978 erhalten waren. Das ist eine damalige Bestandsangabe und kein Beleg für ihren heutigen Zustand.
Die Säge gewann im 19. Jahrhundert und besonders im Umfeld des Bahnbaues Selb–Holenbrunn 1914 an Bedeutung. Der Mahlbetrieb blieb nach dem Entwurf dagegen weitgehend unmodernisiert und endete um 1950. Ein Wasserrad wurde schließlich ausschließlich für die Säge genutzt. 1938 kam ein drittes, kleineres Rad mit 2,10 Metern Durchmesser hinzu, das mit Wasser aus dem Freigerinne einen Generator antrieb. (MQ02)
Das Hammergut steht damit für einen anderen Weg als die Ludwigsmühle: Aus dem alten Gewerbeplatz wurde keine große Porzellanfabrik, sondern ein mehrfach angepasster Mühlen-, Säge- und Landwirtschaftsstandort. Die amtliche Denkmalliste führt unter Hammergut 2 ein Mühlen-Wohnstallhaus mit teilweise fachwerkigem Obergeschoss und der Jahresbezeichnung 1792. (MQ08, S. 5)
Das im Fundus Lothar Reitz zugeordnete Einzelblatt unterscheidet zwei frühe Nachrichten: 1413 erhielten Conz und Hans Gottschalk ein Gut bei Weißenbach; 1499 wird ausdrücklich eine Mühle des „Steinmüllners“ genannt. Die ältere Gutsnachricht allein beweist noch keinen damaligen Mühlenbetrieb. Als eindeutiger Mühlennachweis wird hier deshalb die Nachricht von 1499 behandelt. (MQ04)
Die Steinselb bildete eine Amtsgrenze. Die Mühle war dadurch mit unterschiedlichen räumlichen und herrschaftlichen Zusammenhängen verbunden. Zur Unterscheidung von der jüngeren Untersteinmühle erscheint sie später als alte beziehungsweise obere Steinmühle. Für 1737 nennt das Blatt einen Mahlgang, für 1799 zwei oberschlächtige Räder. Steinselb und Grünbach wurden zur Wasserversorgung gestaut; als Gefälle werden rund fünf Meter angegeben.
1912 erhielt die Obersteinmühle eine Francis-Turbine. Zur Ausstattung gehörten nach dem Einzelblatt ein Steinmahlgang als Schrotmühle, ein Walzenstuhl mit Rundsichter und eine Schneidsäge; um 1925 kam ein Generator für den Eigenbedarf hinzu. Der Standort zeigt damit den Übergang vom Wasserrad zu einer leistungsfähigeren Turbinenanlage, ohne die Bindung an den Bach aufzugeben. (MQ04)
Nach schweren Kriegsschäden erfolgte 1945 ein Wiederaufbau. Das Blatt nennt danach wiederum Schrotgang, Walzenstuhl, Plansichter und Säge. Der Mahlbetrieb wurde 1985 eingestellt. Zwischen dem ersten klaren Mühlennachweis und diesem Betriebsende liegen fast fünf Jahrhunderte, in denen Gebäude und Maschinen mehrfach erneuert wurden. Die lange Geschichte des Standorts bedeutet also keine unveränderte mittelalterliche Ausstattung.
Die Untersteinmühle liegt an der Steinselb zwischen Spielberg und Oberweißenbach und gehörte zur früheren Gemeinde Spielberg. Das Einzelblatt setzt die Unterscheidung zwischen oberer und unterer Steinmühle ab 1692 an. 1715 erscheint im Selber Kirchenbuch die neue Steinmühle. Eine Entstehung ungefähr um 1690 wird daraus erschlossen; das ist keine erhaltene datierte Gründungsurkunde. Für das Wohnhaus nennt die Zusammenstellung 1719, für die Scheune 1828. (MQ05)
Verwaltung, Kirche und Zunft folgten unterschiedlichen Grenzen. Verwaltungsmäßig gehörte die Mühle zum Amt Kirchenlamitz, kirchlich zunächst zu Selb und später zu Spielberg; einzelne Müller waren in der Selber Zunft organisiert. Solche Überlagerungen erklären, weshalb einschlägige Nachweise heute in verschiedenen Orts- und Familienzusammenhängen zu suchen sind.
Technisch besaß die Mühle zunächst einen Mahlgang mit einem oberschlächtigen Rad von 3,6 Metern Durchmesser. Im 19. Jahrhundert kam ein Abspitzgang hinzu. Um die Jahrhundertwende ersetzte ein Rundsichter das ältere Beutelwerk; außerdem nennt das Blatt gusseiserne Stirnräder mit hölzernen Zähnen. Der Betrieb wurde also schrittweise verbessert. (MQ05)
Seine Grenze blieb die Wasserversorgung. Weil der Besitzer der Obersteinmühle den Grünbach in seinem Teich staute, war die Untersteinmühle zeitweise vom abgegebenen Unterwasser abhängig. 1911 erwog man eine Umwandlung zur Steinsäge; die beschränkte Wasserkraft verhinderte das Vorhaben nach der Zusammenstellung. Die technische Möglichkeit einer Maschine musste zur tatsächlich verfügbaren Antriebskraft passen.
Der Mahlbetrieb lief bis 1930, ein Schrotgang bestand noch ungefähr bis 1950. Eine Dreschmaschine konnte über ein Drahtseil angeschlossen werden. Von 1930 bis 1964 arbeitete auch ein Generator. Das Ende des Mehlmahlens bedeutete somit nicht das sofortige Ende jeder Nutzung der Wasserkraft. (MQ05)
Die überlieferten Namen erzählen keine einheitliche Geschichte wohlhabender Mühlenherren. Sie stehen für Eigentum, Pacht, Mitarbeit, Heirat und Erbfolge. An der Grafenmühle lässt sich der Besitz einer Witwe ausdrücklich nachweisen; an anderen Stellen bleibt offen, ob ein genannter Müller Eigentümer oder Betreiber war. Die kleinen Wohnverhältnisse von 1825 und die wiederkehrenden Reparaturmängel gehören ebenso zur Mühlengeschichte wie technische Erneuerungen.
Die Familiennamen Graff, Geigenmüller, Summerer, Baumgärtel, Goßler, Küspert, Reinel und Geyer tauchen an unterschiedlichen Stellen des Materials auf. Gleiche Namen allein beweisen aber noch keine Verwandtschaft. Ein tragfähiger Zusammenhang entsteht erst durch datierte Personenbelege, Heiraten, Übergaben oder ausdrücklich dokumentierte Beziehungen. Die vorhandenen Stammbäume und Kirchenbuchauszüge können solche Verbindungen künftig vertiefen. Zu den Stammbäumen der Porzellinerfamilien.
Besonders hilfreich ist ein Nachtrag zum Hammergut mit dem Verweis Staatsarchiv Bamberg, StB 7072/6, fol. 674 ff. Er nennt steuerpflichtige Besitzer bei einzelnen Anlässen, etwa Hans Georg Künzel 1737, Michael Künzel 1752, Johann Georg Künzel 1786, Christoph Küspert 1816, Margaretha Barbara 1817 und Wolfgang Fraas 1829. Der Verfasser warnt ausdrücklich: Die Abgaben wurden nicht jährlich, sondern bei bestimmten Zahlungsvorgängen verzeichnet. Ein Eintragsjahr kann deshalb vom tatsächlichen Besitzerwechsel abweichen. (MQ02, PDF-S. 3)
Die Korrespondenz über Mühlenbesitzer im Bereich Selb ergänzt Hinweise aus Kirchenbüchern und älteren Exzerpten. Sie weist zugleich auf eine sprachliche Falle hin: Müller kann ein Familienname sein, ohne dass die betreffende Person nachweislich den Beruf ausübte. Berufsbezeichnung, Wohnplatz und Nachname müssen getrennt geprüft werden. Private Kontaktangaben aus dieser Forschungsüberlieferung gehören nicht zum historischen Artikel. (MQ12)
| Zeit | Entwicklung | Nachweis |
|---|---|---|
| 1408 | Überlieferter Verkauf des Hammers bei Unterweißenbach | MQ02 |
| 1499 | Ausdrückliche Mühlennachricht zur späteren Obersteinmühle | MQ04 |
| 1564 | Neue Mühle am Hammergut nach dem Entwurf | MQ02 |
| 1612 | Bau der Grafenmühle durch Balthasar Roder nach der Zusammenstellung | MQ02, MQ03 |
| 1660 | Frühe Nachricht zum Teich der Grafenmühle | MQ02 |
| 1692 / 1715 | Unterscheidung der Steinmühlen; neue Steinmühle im Selber Kirchenbuch | MQ05 |
| 1708 | Genehmigung für Nikol Ludwigs Mühle mit Gerberei | MQ01, MQ06 |
| 5. Juli 1709 | Belehnungsurkunde für Jägers Papiermühle nach Bohrer | MQ07 |
| 1729 | Tausch von Grafen- und Sommermühle | MQ02, MQ03 |
| 1820 | Brand der Papiermühle | MQ07 |
| 1837–1853 | Unvollendete Erweiterung und Reparaturmängel an der Grafenmühle | MQ02, MQ03 |
| 1856 / 1857 / 1859 | Kauf der Ludwigsmühle, Fabrikgenehmigung, Beginn der Porzellanherstellung | MQ01, MQ10, MQ11 |
| 1882 | Bauphase der Grafenmühle unter Adam Meuchner; Jahreszahl am Gebäude | MQ02, MQ03, MQ08 |
| 1912 | Francis-Turbine in der Obersteinmühle | MQ04 |
| 1930–1964 | Generatorbetrieb an der Untersteinmühle | MQ05 |
| 1938 | Zusätzliches kleines Wasserrad für einen Generator am Hammergut | MQ02 |
| um 1950 | Ende des Mahlbetriebs am Hammergut; Ende des Schrotgangs an der Untersteinmühle | MQ02, MQ05 |
| 1985 | Ende des Mahlbetriebs an der Obersteinmühle | MQ04 |
| 1995 | Ende der Porzellanproduktion am Standort Ludwigsmühle; Erwerb der Grafenmühle durch den DITIB-Verein | MQ09, MQ11 |
| 2005–2006 | Rückbau und Bodensanierung auf dem ehemaligen Fabrikareal Ludwigsmühle | MQ11 |
Die Mühlenentwürfe sind ausdrücklich vorläufige Arbeitsfassungen. Sie verdichten ältere Akten, Kirchenbücher, Besitzfolgen und technische Beschreibungen. Die Grafenmühlen-Darstellung von Carolin Hettner stimmt in Aufbau und zahlreichen Formulierungen eng mit dem Entwurf überein; sie wird deshalb nicht als davon unabhängige zweite Bestätigung jedes Details gezählt. Die Einzelblätter enthalten teilweise handschriftliche Ergänzungen und Abkürzungen, die erst am jeweiligen Originalbeleg vollständig überprüft werden können.
| Frage | Einordnung im Artikel |
|---|---|
| Grafenmühle 1612 oder 1882? | 1612 bezeichnet die überlieferte Entstehung des Betriebs; 1882 eine spätere Bauphase und die am Gebäude verzeichnete Jahreszahl. |
| Geyer auf der Grafenmühle | Entwurf: 1849–1856; Hettner: 1849–1864. Pacht beziehungsweise Betreiberstellung nicht abschließend geklärt. |
| Obersteinmühle schon 1413? | 1413 ist eine Gutsnachricht; 1499 nennt ausdrücklich eine Mühle. Beide Aussagen werden getrennt. |
| Untersteinmühle um 1690 oder 1715? | Um 1690 ist eine erschlossene Entstehungszeit; 1715 ein konkret angeführter Kirchenbuch- und Verwaltungsbezug. |
| Sommermühle 1820 abgebrannt? | Bohrer nennt ihren Brand ohne Datum. 1820 gehört in dieser Passage zur Papiermühle. |
| Ludwigsmühle: Windmühle auf einer Zeichnung | Der Entwurf und der Buchauszug erwähnen eine gezeichnete Holländerwindmühle, deren tatsächliche Existenz sie selbst anzweifeln. Sie wird hier nicht als gebautes Werk behauptet. |
| 35 Mühlen im Bereich Selb | Eine Forschungsmitteilung bezieht diese Zahl auf den historischen Physikatsbezirk; sie ist keine Zählung im heutigen Stadtgebiet. Der vorliegende Artikel stellt sieben ausgewählte Standorte vor. |
| Gegenwärtiger Zustand | Entwürfe und Archivbilder dokumentieren ältere Befunde. Aktuelle Denkmalangaben und die spätere Grafenmühlen-Nutzung werden aus gesonderten amtlichen beziehungsweise städtischen Quellen ergänzt. |
Der Fundus enthält darüber hinaus Unterlagen zur Voitmühle, zu Mühlen um Schönwald und zur Ruggenmühle. Sie sind Ausgangspunkte für eine spätere regionale Erweiterung. Ihre Ablage im Ahnenforscher-Bestand oder Beziehungen einzelner Familien nach Selb reichen allein nicht aus, um sie als weitere Mühlen im heutigen Stadtgebiet auszugeben.
Selb Muehlen Entwurf.pdf, vorläufige Arbeitsfassung ohne gesicherten Verfassernamen und ohne Datum. Fundus: Ahnenforscher/Gemeinden I - N/Muehlen und Haemmer/. Ausgewertet vor allem PDF-S. 2: Ludwigsmühle, Betriebsarten, Besitzer, Visitation 1853, Kauf 1856, Genehmigung 1857 und Weiterverwendung der Wasserkraft. Die Seite wurde als Bild gelesen und mit der Texterkennung abgeglichen.
Muehlen Entwurf 1.pdf, vorläufige Arbeitsfassung, gleicher Fundusordner. PDF-S. 1: Grafenmühle und Besitzerfolge; PDF-S. 2: Hammergut Unterweißenbach, Besitzteilungen und technische Entwicklung; PDF-S. 3: Nachtrag zu steuerpflichtigen Besitzern mit Verweis StA Bamberg, Stb 7072/6, fol. 674 ff.. Die Archivsignatur ist eine aus dem Blatt übernommene Fundstellenangabe; die Archivalie selbst wurde nicht neu eingesehen.
Carolin Hettner: Grafenmühle, Datei Selb Grafenmuehle v Caroline Hettner.pdf, zwei Seiten. Fundus: Ahnenforscher/Gemeinden O - S/Selb/. Im Dokument lautet die Namensform Carolin, im Dateinamen Caroline. Inhaltlich eng mit dem vorläufigen Entwurf verwandt. Verwendet für Gebäude, Betrieb und Besitzerfolge; Abweichungen zu Geyer sind genannt. Private Anschrift und Kontaktangaben werden nicht übernommen.
Obersteinmuehle von Lothar Reitz.pdf, einseitiges Arbeitsblatt mit handschriftlichen Quellenvermerken. Fundus: Ahnenforscher/Gemeinden I - N/Muehlen und Haemmer/. Ausgewertet: 1413/1499, Amtsgrenze, Räder 1799, Turbine 1912, Wiederaufbau 1945 und Mahlbetriebsende 1985. Die Zuschreibung folgt dem Dateinamen; die Seite wurde visuell geprüft.
Untersteinmuehle von Lothar Reitz.pdf, einseitiges Arbeitsblatt, gleicher Fundusordner. Ausgewertet: Entstehungsnachrichten, Baujahre, Verwaltungs- und Kirchenzugehörigkeit, Rad und Getriebe, Wasserstreit, nicht verwirklichte Steinsäge sowie Mahl-, Schrot- und Generatorbetrieb. Die Quellenkürzel bleiben Hinweise auf weiterführende Originalbelege.
Kuespert Ludwigsmuehle Selb.pdf, vierseitiger Scan von Buchauszügen. Fundus: Ahnenforscher/Namen Personen/Kuespert im Fichtelgebirge/. PDF-S. 1 zeigt gedruckte S. 208 zur Ludwigsmühle; PDF-S. 2 die Fortsetzung mit Wasserkraft und Müllern. Ausgewertet insbesondere 1708, Gerbereikonflikt, Betriebsarten 1733/1737 und Christoph Wilhelm Küspert. Titelblatt und vollständiger bibliografischer Zusammenhang sind im Ausschnitt nicht enthalten; er wird deshalb als Buchauszug zitiert, ohne eine ungeprüfte Ausgabe zu behaupten.
Hermann Bohrer: Selb. Seine Geschichte und Heimatkunde. Fundus: Ahnenforscher/Gemeinden A - H/Chronik Bohrer/. Gedruckte S. 144–145: Papiermanufaktur 1709, Jäger, Belehnung vom 5. Juli 1709 und Konflikt an der Ludwigsmühle; S. 184: Brandnachrichten zu Sommer- und Papiermühle. S. 145 liegt auf PDF-S. 6 von 12_bis_Seite_159 (Bohrer Chronik Selb).pdf, S. 184 auf PDF-S. 5 von 14_bis_Seite_198 (Bohrer Chronik Selb).pdf. Die historischen Aussagen werden aus der Chronik referiert und nicht als neu eingesehene Originalurkunden ausgegeben.
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Denkmalliste der Großen Kreisstadt Selb, Stand 18. August 2026, S. 5. D-4-79-152-10: Grafenmühle, Grafenmühlweg 12/12a, Jahresbezeichnung 1882 und wohl barocker Querflügel. D-4-79-152-114: Mühle/Wohnstallhaus Hammergut 2, Bezeichnung 1792. Amtliche Denkmalliste. Abruf: 18. Oktober 2026.
Stadt Selb: Der Rote Faden, Stadtrundgang, Abschnitt „DITIB Sultan Ahmet Moschee Selb – frühere Grafenmühle“, gedruckte S. 31. Nachweis des Erwerbs 1995 und der Umgestaltung zur Moschee; Bauphasen und erhaltene ältere Bauteile. Offizieller Stadtrundgang als PDF. Abruf: 18. Oktober 2026. Die Formulierung des Rundgangs „1612 errichtet und 1882 ausgebaut“ wird mit den differenzierteren Bauangaben der Arbeitsblätter und der Denkmalliste verglichen.
Stadt Selb: Stadtgeschichte. Öffentliche kommunale Übersicht, unter anderem zum Gründungsjahr 1857 und zur ersten Porzellanfabrik auf dem Gelände der Ludwigsmühle. Stadtgeschichte. Abruf: 18. Oktober 2026.
Dr. G. Pedall und Stefan Neumann: Porzellanfabrik Ludwigsmühle in Selb. Bayerisches Landesamt für Umwelt, 2007, Referat Altlasten, schädliche Bodenveränderungen; zweiseitiges Projektblatt. Fundusdatei Porzellanindustrie Version 2024/Kunterbunt/Dokumente/selb_ludwigsmuehle.pdf, mit weiteren Dubletten in anderen Porzellanordnern. Verwendet für Produktionsbeginn 1859, Produktionsende 1995, Rückbau und Sanierung 2005–2006 sowie damalige Nachnutzungsplanung. Die beiden Bildausschnitte wurden aus den eingebetteten Bildern extrahiert; der Text wurde als Text ausgewertet. Die Publikation verweist für einzelne Bildurheber auf ihr Impressum.
Muehlenbesitzer Bereich Selb Mail v Passauer.pdf, zweitseitige Forschungsmitteilung, November 2007, Fundus Ahnenforscher/Gemeinden I - N/Muehlen und Haemmer/. Hinweise Hartmut Passauers auf ältere Kirchenbuchauszüge, Mühlen im größeren historischen Bezirk und das Problem von Müller als Familienname beziehungsweise Beruf. Die dort genannte Zählung und die Referenz auf Dr. Dürrs Physikatsbericht werden als Forschungsnachricht behandelt. Die ebenfalls vorhandene kurze Passauer-Transkription des Physikatsberichts enthält den einschlägigen Mühlenabschnitt nicht; sie liefert daher keinen zusätzlichen unmittelbaren Nachweis für die Zahl 35. Private Mailkopf-, Adress- und Kontaktdaten bleiben im Fundus.
Die Bildauswahl zeigt den Standort Ludwigsmühle in verschiedenen Phasen. Für die anderen sechs Porträts wurden in den ausgewerteten Unterlagen keine zusätzlichen Fotos mit ausreichend gesicherter Zuordnung gefunden. Ihre Texte beruhen auf den oben genannten Nachweisen. Die Originaldateien bleiben unverändert; alle neu angelegten Bilddateien für das Wiki sind WebP. Abweichende Rechte Dritter gelten neben dem gemeinsamen Bild- und Nutzungshinweis des Wikis.
| Kennung | Original / Fundstelle | Einordnung und Bildnachweis |
|---|---|---|
| SM01 | ludwigsmuehle.jpg, Ordner Porzellanstadt Selb/Bundesarchiv Fotos/bundesarchiv-1/ |
Historische Fabrikaufnahme, Sammlung Stefan Strößenreuther; Fotograf und Jahr nicht verzeichnet. Der Ordnername allein ist kein bestätigter Herkunftsnachweis des Bundesarchivs. |
| SM02 | selb_ludwigsmuehle.pdf, PDF-S. 1, historische Darstellung um 1900; Ordner wie MQ11 |
Wiedergabe im BayLfU-Projektblatt 2007. Urheber der historischen Darstellung dort nicht einzeln genannt; das Blatt verweist auf das Publikationsimpressum. |
| SM03 / H01 | Bereits vorhandene Datei h01_werk_a.webp im Dorschner-LHS-Bestand |
Farbige Luftaufnahme Werk A. Bestehender Bildnachweis H01. |
| SM04 | selb_ludwigsmuehle.pdf, PDF-S. 2, Bild „Abbruch von Gebäuden und Brennöfen mit mobiler Bauschuttaufbereitung“ |
BayLfU 2007, Projektbericht Pedall/Neumann; einzelner Fotograf im Blatt nicht genannt. |
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