Das Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan verbindet zwei historische Orte des Fichtelgebirges: die ehemalige Porzellanfabrik in Selb-Plößberg und die frühere Direktorenvilla des Unternehmens C. M. Hutschenreuther in Hohenberg an der Eger. Gemeinsam erzählen sie, wie Porzellan hergestellt, gestaltet, verkauft, gebraucht und gesammelt wurde. Maschinen und Arbeitsplätze gehören ebenso dazu wie Figuren, Service, Künstlerentwürfe und technische Keramik. Seit 2014 steht das Museum in der Trägerschaft des Freistaates Bayern. (PIQ01, PIQ15)
PI01 · Porzellanikon in Selb-Plößberg. Historische Presseaufnahme des Fabrikensembles mit Schornstein. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther.
Der Download-Fundus enthält hierfür besonders ergiebiges Material: einen Architektenvortrag von 2006, einen konzeptionellen Text von Wilhelm Siemen, die Pressemappe „Königstraum und Massenware“ von 2010, Unterlagen zur Neuordnung Hohenbergs 2011, einen frühen Fachbeitrag zum Zentralen Archiv für die Deutsche Porzellanindustrie sowie historische Pressebilder. Der Artikel verbindet diese zeitgebundenen Zeugnisse mit den heutigen Selbstdarstellungen des Museums. Historische Ausstellungsansichten werden ausdrücklich als solche verwendet; sie dokumentieren keine unveränderte Aufstellung im Jahr 2026.
Die beiden Häuser erschließen denselben Werkstoff aus unterschiedlichen Richtungen. In Selb stehen Herstellung, Energieversorgung, Technik und die Lebenswelt der Beschäftigten im Mittelpunkt. In Hohenberg bilden die Gegenstände und ihre kulturellen Zusammenhänge den Ausgangspunkt. Die aktuelle Standortbezeichnung „Fabrik & Technik“ beziehungsweise „Villa & Sammlung“ bringt diese Unterscheidung anschaulich zum Ausdruck. Hohenbergs Sammlung reicht heute über die frühere Beschränkung einzelner Ausstellungskonzepte hinaus: Die offizielle Dauerausstellung behandelt die Kulturgeschichte vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. (PIQ02, PIQ03, PIQ11)
| Selb-Plößberg | Hohenberg an der Eger |
|---|---|
| Historische Fabrik mit Rundöfen und Produktionsräumen | Ehemalige Direktorenvilla mit modernem Erweiterungsbau und Garten |
| Rohstoffe, Masse, Formen, Weißfertigung und Dekoration | Form, Dekor, Figuren, Gebrauch und Tischkultur |
| Dampfmaschine, Maschinen und Vorführungen | Historische Ensembles und vergleichende Objektpräsentation |
| Arbeits- und Sozialgeschichte der Porzelliner | Kunst- und Kulturgeschichte des Porzellans |
| Rosenthal-Geschichte und Technische Keramik | Manufaktur- und Industrieporzellan sowie Künstlerarbeiten |
Die Trennung ist eine Schwerpunktsetzung, keine starre Grenze. Auch Selb zeigt gestaltete Objekte; auch Hohenberg erklärt Herstellung und Technik. Erst zusammen entsteht eine Vorstellung davon, wie eng Produkt, Fabrik, Unternehmen und Alltag miteinander verbunden waren. Ein Service kann als ästhetischer Entwurf betrachtet werden, zugleich aber auch als Ergebnis von Rohstoffaufbereitung, Formenbau, arbeitsteiliger Fertigung und Vertrieb.
PI02 · Museumsgarten in Hohenberg. Villa und Erweiterungsbau mit Kollergang im Vordergrund. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10.
Am 10. August 1982 eröffnete in Hohenberg das Museum der Deutschen Porzellanindustrie. Schon die Wahl des Gebäudes stellte eine Verbindung zur regionalen Industriegeschichte her: Das Museum zog in eine frühere Direktorenvilla der Hutschenreuther-Fabrik ein. Der Blick auf das Porzellan war von Anfang an weiter gefasst als eine reine Kunstsammlung. Nach der heutigen Museumsgeschichte sollten sowohl die Perspektiven der Hersteller als auch die der Verbraucher dokumentiert werden. (PIQ01)
Hohenberg ist eng mit Carl Magnus Hutschenreuther und den Anfängen der nordostbayerischen Porzellanindustrie verbunden. Dabei sind Unternehmensgeschichte und Baugeschichte zu unterscheiden. Die Bezeichnung Hutschenreuther-Villa belegt nicht, dass der 1845 verstorbene Firmengründer persönlich in diesem späteren Gebäude lebte. Für die Museumsgeschichte genügt die gesicherte Zuordnung zur früheren Direktorenvilla des Unternehmens. Die Gründungsgeschichte der Fabrik behandelt der eigene Artikel über Carl Magnus Hutschenreuther.
Ein wichtiger baulicher Schritt folgte 1995: Das historische Haus erhielt einen modernen Erweiterungsbau des Bayreuther Architekturbüros Resch & Stiefler. Torsten Schöpes Vortrag von 2006 beschreibt den Zugewinn an Raum für Sonderausstellungen und Firmenpräsentationen. Die Verbindung von Villa und Neubau ermöglichte es, historische Wohnarchitektur mit großzügigeren Ausstellungsflächen zusammenzubringen. (PIQ04, PDF-S. 3)
Die Villa gibt der Sammlung einen anderen Rahmen als die Fabrik in Selb. In Hohenberg lässt sich der Zusammenhang zwischen Porzellan und repräsentativem Wohnen besonders gut vermitteln. Das bedeutet allerdings nicht, dass nur das Leben wohlhabender Käufer erzählt werden müsste. Gerade die industrielle Verbreitung veränderte den Zugang zum Material: Formen und Dekore, die zunächst Luxus oder besondere gesellschaftliche Ansprüche signalisierten, wurden in Serien hergestellt und erreichten breitere Käuferschichten. Dieser Wandel verbindet die Hohenberger Objektgeschichte mit der Selber Produktionsgeschichte. (PIQ05, PIQ06)
Die Unterlagen im Roland-Dorschner-Bestand beschreiben genauer, wie die Villa zum Museum wurde. Zunächst war die Burg Hohenberg als Standort erwogen worden. Nachdem diese Lösung wegen der bestehenden Nutzung nicht zustande kam, bot Hutschenreuther eine Villa bei seinem Hohenberger Betrieb unentgeltlich für das Museum an. Die Chronik würdigt neben der Bereitstellung des Gebäudes auch finanzielle Unterstützung des Unternehmens. Sie dokumentiert damit einen konkreten Beitrag Hutschenreuthers zur Museumsgründung. Die Formulierung „zur Verfügung gestellt“ wird hier nicht ohne eine entsprechende Urkunde als vollständiger Eigentumsübergang ausgelegt. (PIQ28, PDF-S. 13–14)
PI17 · Frühere Hutschenreuther-Villa in Hohenberg. Außenansicht mit Wintergarten und überdachtem Zugang aus der Museumsgründungsdokumentation. Sammlung Stefan Strößenreuther, Dorschner-Bestand. PIQ28, PDF-S. 15.
Für die Museumsnutzung mussten Räume umgebaut und neu verbunden werden. Die Chronik nennt eine Renovierung der Fassade, eine veränderte Raumaufteilung und eine Innentreppe zwischen den Ausstellungsgeschossen. Für den geplanten vollständigen Ausbau waren rund 700 Quadratmeter Nutzfläche und 1,6 Millionen DM vorgesehen. Das sind damalige Projektangaben für mehrere Bauabschnitte, keine heutige Flächen- oder Kostenbeschreibung. Der Zweckverband aus Landkreis Wunsiedel und Stadt Hohenberg übernahm die öffentliche Trägerschaft. (PIQ28, PDF-S. 13–14)
Die Chronik schildert den Festakt mit einem Musikstück für Cembalo und Querflöte. Landrat Christoph Schiller begrüßte die Gäste; Bayerns Wirtschaftsminister Anton Jaumann übergab das Museum offiziell seiner Bestimmung. Den Festvortrag hielt Waltraud Neuwirth vom Österreichischen Museum für angewandte Kunst in Wien. Ihr Thema waren Porzellanfälschungen und Nachahmungen sowie die Bedeutung genauer Objektkenntnis. (PIQ28, PDF-S. 16–20)
PI18 · Roland Dorschner bei der Museumseröffnung 1982. Ansprache am Rednerpult mit dem Wappen des Landkreises Wunsiedel. Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ28, PDF-S. 19.
Dorschner stellte die Museumsgründung in den Zusammenhang eines länger verfolgten Anliegens der keramischen Industrie: Ihre gestalterischen und technischen Leistungen sollten erhalten und verständlich werden. Er dankte Bürgermeister Bernhard Rußwurm und Landrat Christoph Schiller für ihren Einsatz. Besonders würdigte er Renate Lotz für die Konzeption sowie Edmund Saalfrank und Hans Achtziger für ihre sammlerische und fachliche Arbeit. Das Museum sollte nach seiner Ansprache das öffentliche Bewusstsein für Porzellan als Kulturgut stärken. Diese Beiträge ergänzen die spätere Aufbaugeschichte unter Wilhelm Siemen um die bereits geleistete Gründungsarbeit. (PIQ28, PDF-S. 20–21)
Hutschenreuther erhielt als wichtiger Förderer die erste Firmenausstellung im neuen Haus. Der Eröffnungsbericht schildert zugleich einen breiteren Anspruch: Auch andere Hersteller sollten hier ausstellen; die Firmenarchive und Sammlungen sollten Forschung und Leihgaben ermöglichen. Das Museum war damit öffentlich getragen und auf die Geschichte der Porzellanindustrie ausgerichtet, obwohl es in einer Hutschenreuther-Villa begann. (PIQ28, PDF-S. 17–18)
Zur Eröffnung gehörte die Arzberger Porzellankönigin Andrea Sintl. Ihr Auftritt verband die Hohenberger Museumsgründung mit der Porzellanregion über den einzelnen Standort hinaus. Der Bericht beschreibt einen Rundgang mit Wirtschaftsminister Jaumann und der Porzellankönigin. Die ergänzende Darstellung auf Porzellan Selb bestätigt die Namensschreibweise Andrea Sintl. Eine persönliche Biografie oder vollständige Amtszeit wird aus diesen Aufnahmen nicht abgeleitet. (PIQ28, PDF-S. 22; PIQ29, PDF-S. 1–2; PIQ30)
PI19 · Anton Jaumann und Andrea Sintl an der Museumsglocke. Eröffnungsläuten in Hohenberg 1982. Sammlung Stefan Strößenreuther, Dorschner-Bestand. PIQ29, PDF-S. 1.
Die Glocke hatte ursprünglich zu einer Uhr gehört. Nach dem Eröffnungsbericht beschloss der Hohenberger Stadtrat, sie dem Museum zu übergeben. Sie trug die Inschrift „Porzellanfabrik Hohenberg 1865“ und erhielt einen Platz am Museumseingang. Damit wurde ein älteres Zeugnis der Verbindung zwischen Stadt und Fabrik zum sicht- und hörbaren Zeichen der neuen Einrichtung. Der Bericht erwähnt das Läuten im Rahmen der Eröffnung; die Fotografie zeigt die Porzellankönigin unmittelbar an der Glocke. (PIQ28, PDF-S. 22)
PI20 · Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Hohenberg. Anton Jaumann schreibt sich ein; dahinter Andrea Sintl und Roland Dorschner, nach der ursprünglichen Bildlegende. Museumseröffnung 1982; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ29, PDF-S. 2.
Zur Datierung: Diese Hohenberger Unterlagen und Fotos gehören zur Museumseröffnung 1982. Die ebenfalls im Dorschner-Archiv vorhandene Datei 1989-Museum011.pdf dokumentiert dagegen die Eröffnung des Hutschenreuther-Museums auf Gut Blumenthal am 27. Januar 1989. Beide Ereignisse bleiben in der Chronologie getrennt; zur zweiten Einrichtung führt der Artikel über Gut Blumenthal.
Die Fabrik in Selb-Plößberg verdankte ihre Lage wesentlich der Eisenbahn. Wilhelm Siemens Darstellung nennt die Eröffnung des Bahnhofs am 1. November 1865. Jacob Zeidler entschied sich demnach, anstelle der zunächst erwogenen Gaststätte eine Porzellanfabrik zu errichten. Die Fabrikgründung beziehungsweise der Bau wird mit 1866, der Produktionsbeginn mit Spätherbst 1867 verbunden. Diese Angaben beschreiben unterschiedliche Schritte und müssen nicht als widersprüchliche Gründungsjahre behandelt werden. (PIQ05, PDF-S. 1; PIQ17)
Die Bahn erleichterte die Anlieferung von Kohle und Rohstoffen sowie den Versand der fertigen Ware. Siemens Text verweist insbesondere auf Kaolin aus dem benachbarten Böhmen. Das Fabrikgelände stand damit in einem grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum. Porzellan aus Selb war kein ausschließlich örtliches Erzeugnis: Rohstoffe, Fachkenntnisse, Arbeitskräfte und Absatzbeziehungen verbanden die Region mit anderen Porzellanzentren.
Die Fabrik wuchs in mehreren Etappen. Nach Siemens historischem Überblick wurden 1879 erste Arbeiterwohnhäuser auf der anderen Seite der Bahnlinie bezogen. Für 1914 nennt er zehn Rundöfen, einen kleineren Kiesofen und rund 400 Beschäftigte. Diese Zahlen kennzeichnen einen bestimmten Ausbauzustand, keine konstante Ausstattung der gesamten Betriebsgeschichte. Fabrik, Bahnhof, Wohnhäuser und Fabrikantenvilla bildeten zusammen einen Lebens- und Arbeitszusammenhang. (PIQ05, PDF-S. 1)
1917 übernahm Philipp Rosenthal die Fabrik. Siemens Rückblick stellt den Verkauf in den Zusammenhang der Belastungen des Ersten Weltkriegs: Fachkräfte fehlten, die Beschaffung wurde schwieriger und wichtige Absatzverbindungen brachen weg. Unter Rosenthal wurde der Standort erweitert. Für 1928 nennt derselbe Text etwa 900 Beschäftigte. Zu den Produktionsbereichen kamen nach dieser Darstellung auch Steingut und Elektroporzellan. (PIQ05, PDF-S. 1)
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Standort nochmals Bedeutung für die Modernisierung der Formgestaltung. Der jüngere Philip Rosenthal suchte die Zusammenarbeit mit internationalen Gestaltern. Siemens Darstellung verbindet Selb-Plößberg mit Tapio Wirkkala, Bjørn Wiinblad und den Anfängen der Studio-Linie. Das macht das heutige Museum zu einem Ort, an dem nicht nur ältere Fabrikarbeit, sondern auch die Entstehung moderner Gestaltung vermittelt werden kann. Zur Einordnung führen die Artikel über Philip Rosenthal und die Rosenthal Studio-Line weiter. (PIQ05)
Die räumlichen Grenzen der alten Fabrik und neue Produktionsanforderungen führten schließlich zur Verlagerung an andere Standorte. Besonders wichtig wurde die von Walter Gropius geplante Fabrik Rosenthal am Rothbühl. Für Selb-Plößberg nennt der historische Museumseintrag im Kulturportal Bayern die Stilllegung 1969. Schöpes Vortrag nennt dagegen einen Betrieb bis 1971. Der Fundus lässt offen, ob sich diese Differenz auf Restnutzungen, einzelne Fertigungsbereiche oder eine ungenaue Rückschau bezieht. Sicher ist der Übergang von der Porzellanfertigung zum Leerstand um das Ende der 1960er beziehungsweise den Beginn der 1970er Jahre. (PIQ04, PDF-S. 3; PIQ17)
Die Vorgeschichte des Selber Museumsstandorts behandelt ausführlich Rosenthal Selb-Plößberg – von Jacob Zeidler und „Bahnhof Selb“ zum Museum: Gründer von 1866, Bahnanschluss, Kunstabteilung und Figuren, Studio-Line sowie der Vergleich der abweichenden Stilllegungs- und Branddaten.
Nach dem Ende der Produktion setzte eine schwierige Phase ein. Gebäude wurden anderweitig genutzt, Teile der Ausstattung entfernt, Dächer und Decken geschädigt. Schöpe beschreibt Feuchtigkeit, Hausschwamm und baulichen Verfall. Die Umwandlung war deshalb keine einfache Neumöblierung einer intakten Fabrik, sondern ein langjähriger Eingriff in stark gefährdete Bausubstanz. (PIQ04, PDF-S. 4–8)
1986 begannen die Planungen für ein Porzellanmuseum in Selb. Zunächst bestand die Gefahr, zwei nahe gelegene Museen mit ähnlicher Ausrichtung aufzubauen. Die Lösung lag in einer Ergänzung: Hohenberg sollte weiterhin vor allem die Produkte zeigen, Selb Herstellung, Arbeitswelt und Technik. Wilhelm Siemen entwickelte diesen Gedanken in enger Verbindung mit Denkmalpflege und Museumsberatung. (PIQ01, PIQ05)
Schöpes 2006 gehaltener Vortrag beschreibt den Erwerb des Geländes 1990, Aufräumarbeiten ab Mai 1991, die Einrichtung von Werkstätten 1991/1992 und die Sanierung des Pförtnerhauses. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und eigene handwerkliche Arbeit spielten dabei eine erhebliche Rolle. Das Museum entstand also auch durch die Arbeit eines Teams, das zunächst die Voraussetzungen für die spätere Präsentation schaffen musste. (PIQ04, PDF-S. 4)
1994/1995 folgte der Ausbau der Massemühle mit kleiner Dampfmaschine; für 1996 nennt der Museumseintrag im Kulturportal Bayern die Eröffnung des Industriemuseums. 1997/1998 wurden nach dem Bauvortrag das Gebäude der großen Dampfmaschine und weitere Bereiche saniert. Zwischen 1998 und 2002 entstanden Räume für die Weißfertigung. Die Bauphase 2001–2005 schuf unter anderem den neuen Eingangsbereich, Veranstaltungsflächen, das Rosenthal-Museum und Studiensammlungen; die Abteilung Technische Keramik wurde 2004/2005 aufgebaut. (PIQ04, PDF-S. 5–6; PIQ17)
Die im Vortrag für spätere Jahre angekündigten Maßnahmen sind als damalige Planung zu lesen. Eine geplante Fertigstellung ist kein Nachweis, dass ein Bereich genau zu diesem Termin eröffnete. Das gilt auch für einzelne Zahlen zur damals angestrebten Gesamtfläche. Für das heutige Angebot sind die aktuellen Standort- und Ausstellungsseiten maßgeblich.
Ein wesentlicher Punkt wird leicht übersehen: Nicht jede ausgestellte Maschine stand ursprünglich in genau diesem Raum. Beim Aufbau wurden auch Anlagen aus anderen stillgelegten Fabriken geborgen, restauriert und eingebaut. Das historische Fabrikgebäude ist der Originalschauplatz; die Ausstellung setzt zusätzlich auf eine fachlich begründete Zusammenstellung von Maschinen, Werkzeugen, Inszenierungen und Dokumenten. Diese Unterscheidung mindert den Wert des Museums nicht. Sie erklärt, wie aus dem erhaltenen Ort ein umfassenderes Bild der Porzellanindustrie entstehen konnte. (PIQ04, PDF-S. 4–5; PIQ05, PDF-S. 2–3)
Die Herstellung beginnt lange vor dem Formen eines Tellers. Rohstoffe müssen zerkleinert, aufbereitet, gemischt und in einen verarbeitbaren Zustand gebracht werden. In der Massemühle verdeutlichen Kollergänge, Trommelmühlen und Filterpressen diese häufig unsichtbare Vorarbeit. Das erklärt auch den großen Platz- und Energiebedarf einer Porzellanfabrik. (PIQ04, PDF-S. 5; PIQ05, PDF-S. 2)
PI03 · Kollergang zur Rohstoffaufbereitung. Historische Museumspräsentation mit Kalksteinrädern aus dem Fichtelgebirge. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Selb, Motiv 7.
PI04 · Filterpresse. Plattenanlage zur Entwässerung der Porzellanmasse in der Museumsvorführung. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Selb, Motiv 9.
Die Maschinen machen sichtbar, dass Porzellan nicht allein aus dem Geschick von Malern und Modelleuren hervorging. Gleichmäßige Masse und kontrollierte Verarbeitung waren Voraussetzungen dafür, dass eine Form serienmäßig entstehen konnte. Für Besucher bietet sich deshalb an, zuerst den Weg des Materials nachzuvollziehen und erst danach die fertigen Stücke zu betrachten. Diese Reihenfolge ist eine Empfehlung dieses Artikels, kein verbindlicher Museumsrundgang.
Dampfmaschinen und Transmissionsantriebe stehen für die Energieversorgung und Kraftübertragung der älteren Fabrik. Der konzeptionelle Text Siemens beschreibt die Wirkung der laufenden Maschinen, den Lärm der Mühlen und die Verbindung von technischen Abläufen mit körperlicher Arbeit. Die heutigen Museumsinformationen nennen weiterhin Vorführungen der historischen Dampfmaschine und Produktionsdemonstrationen. (PIQ05, PDF-S. 2; PIQ12)
PI05 · Besucher an der historischen Dampfmaschine. Ein Museumsmitarbeiter erläutert die Anlage. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Selb, Motiv 3.
Aus dem Entwurf musste ein Modell werden, aus dem Modell eine für die Herstellung geeignete Form. Die Weißfertigung verband unterschiedliche Verfahren. Die Quellen nennen das Modellieren, Drehen, Gießen, Glasieren und Brennen; die Räume wurden beim Museumsausbau entsprechend dem Produktionsablauf gegliedert. Dabei lassen sich Einzelarbeit und zunehmende Mechanisierung vergleichen. (PIQ04, PDF-S. 5)
PI06 · Gießkarussell im Museum. Formen und Arbeitspositionen der Porzellanherstellung. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Selb, Motiv 11.
Rundöfen gehören zu den auffälligsten Zeugnissen des Standorts. Ihr Erhalt erlaubt es, räumliche Dimensionen und die Bedeutung des Brennprozesses zu verstehen. Siemens Museumsessay beschreibt, wie originale Ofenräume mit filmischer Dokumentation verbunden wurden: Der historische Raum bleibt erfahrbar, während Abläufe vermittelt werden, die im Museumsbetrieb nicht mehr im ursprünglichen Umfang stattfinden. (PIQ05, PDF-S. 2–3)
PI07 · Kiesofen zur Rohstoffaufbereitung. Historische Museumsansicht. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ05, PDF-S. 1 · PIQ10, Selb, Motiv 8.
An die Weißfertigung schlossen sich verschiedene Dekorationsverfahren an. Die historischen Texte behandeln Handmalerei und Drucktechniken einschließlich des Steindrucks und der Übertragung von Dekoren. Das Museum erschließt damit auch den Abstand zwischen künstlerischem Entwurf, handwerklicher Ausführung und industrieller Wiederholung. Ein Dekor konnte in großer Stückzahl verbreitet werden und trotzdem ein hohes Maß an Erfahrung bei seiner Umsetzung verlangen. (PIQ05, PDF-S. 2; PIQ17)
Die Geschichte der Industrie besteht auch aus Arbeitszeiten, Löhnen, Hierarchien, Wohnverhältnissen und gemeinsamer Freizeit. Siemens Museumsessay stellte diese Perspektive ausdrücklich ins Zentrum. Fabrikgebäude, Arbeiterwohnungen und Werkzeuge sollten nicht bloß technische Entwicklung illustrieren, sondern die Lebensbedingungen der Beschäftigten vermitteln. Das Porzellanikon bewahrt damit einen wesentlichen Teil der Geschichte der Porzellinerinnen und Porzelliner. (PIQ05)
Die heutige Dauerausstellung „Porzellinerleben – Vom Leben und Arbeiten der Porzelliner in Europa“ erweitert diesen Blick über Selb hinaus. Sie vergleicht Porzellanregionen in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Zu ihren Themen gehören Arbeitsdisziplin, Streiks, Wohnen und Freizeit. Eine inszenierte Einraumwohnung veranschaulicht die engen Lebensverhältnisse um 1920; Filme und Medienstationen bringen persönliche Erzählungen ein. (PIQ13)
Für die lokale Geschichtsschreibung ist dieser Ansatz besonders hilfreich. Er verbindet große Firmennamen mit denjenigen, deren Arbeit in Unternehmenschroniken häufig nur am Rand erscheint. In diesem Wiki ergänzt er beispielsweise die Kapitel über Arbeit bei Hutschenreuther. Einzelne anschauliche historische Zahlen aus einem Museumsessay sollten allerdings nicht ungeprüft als allgemeine Statistik für sämtliche Porzelliner übernommen werden.
Eine eigene Abteilung macht deutlich, dass keramische Werkstoffe auch in technischen Anwendungen eine große Rolle spielen. Bereits der Bauvortrag von 2006 dokumentiert den Aufbau dieses Bereichs 2004/2005. Die historische Pressebildserie zeigt unter anderem elektrische Bauteile, medizinische Anwendungen und eine Bremsscheibe. Nicht alles davon ist Porzellan im engeren Sinn; Technische Keramik ist der weiter gefasste Zusammenhang. (PIQ04, PDF-S. 6; PIQ10)
PI09 · Technische Keramik für elektrische Anwendungen. Frühere Museumspräsentation. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Selb, Motiv 13.
Heute erschließt „MISSION: KERAMIK“ das Thema als interaktive Erlebnisausstellung. Nach dem offiziellen bayerischen Museumsportal ist sie seit 29. Oktober 2024 geöffnet. Eine Comicgeschichte mit der Figur Lucy führt durch Aufgaben zu keramischen Materialien. Experimente, digitale Elemente und eine nachgebildete Wohnung sollen zeigen, wo technische Keramik im Alltag verborgen ist. Die offizielle Museumsseite beschreibt dafür acht Stationen und Anwendungen bis in die Raumfahrt. (PIQ18, PIQ19)
Diese Entwicklung zeigt einen Wandel der Vermittlung: Zu den historischen Maschinen und Produktbeispielen tritt die Frage, was geschehen würde, wenn bestimmte keramische Bauteile fehlten. Der aktuelle Bereich ist daher nicht einfach die unveränderte Fortsetzung der im Fundus fotografierten Vitrinen.
Das Rosenthal-Museum beziehungsweise die heutige Dauerausstellung „Rosenthal – Ein Mythos“ verbindet Produktgeschichte, Unternehmensentwicklung und Gestaltung mit dem ehemaligen Werksstandort. Die offizielle Beschreibung verweist auf Medienangebote, Bodenmarken und eine Auswahl aus dem Rosenthal-Produktarchiv, dessen Objekte dank der Oberfrankenstiftung als Dauerleihgaben im Porzellanikon bewahrt werden. (PIQ14)
PI10 · Rosenthal-Museum im früheren Brennhaus. Im Vordergrund das Schah-Service, Entwurf Bjørn Wiinblad 1971. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Selb, Motiv 17.
Für die Betrachtung ist die Unterscheidung zwischen dem älteren Philipp Rosenthal und seinem Sohn Philip Rosenthal wesentlich. Ebenso sollte das Museum nicht auf eine reine Markenpräsentation reduziert werden: Der historische Ort eröffnet Fragen nach Fertigung, Künstlerzusammenarbeit, Absatz und veränderten Vorstellungen von Tischkultur. Die bestehenden Artikel über Walter Gropius und Rosenthal am Rothbühl, Studio-Line und Kurt Wendler erschließen einzelne Themen genauer.
In Hohenberg lassen sich die Veränderungen von Geschmack und Gebrauch besonders anschaulich an den Objekten verfolgen. Die historische Pressebildserie enthält Figuren, ganze Service und Raumansichten. Ein Porzellangegenstand kann darin mehrere Rollen zugleich haben: Gebrauchsgerät, Statuszeichen, Bildträger, Geschenk, Erinnerungsstück oder Sammlungsobjekt. Die heutige Dauerausstellung verbindet solche Gegenstände mit inszenierten Wohn- und Esswelten. (PIQ10, PIQ11)
PI12 · „Die höfische Frisur“. Figurengruppe von Johann Peter Melchior, Höchst, vor 1779, nach der Museumsbildliste. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Hohenberg, Motiv 5.
Die Raumaufnahme zum Biedermeier zeigt, warum Porzellan nicht ausschließlich isoliert in einer Vitrine betrachtet werden muss. Möbel, Aufstellung und Service vermitteln auch eine Vorstellung davon, wie Dinge benutzt und präsentiert wurden. Dabei bleibt die museale Inszenierung als solche erkennbar: Sie ist eine historische Veranschaulichung und kein vollständig unverändert überliefertes privates Zimmer. (PIQ10)
PI11 · Biedermeier-Raum in Hohenberg. Frühere Museumspräsentation mit Service im historischen Wohnzusammenhang. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Hohenberg, Motiv 4.
Nach der Jubiläumsschau 2010 wurde Hohenbergs Dauerausstellung neu geordnet. Die Pressemitteilung vom April 2011 kündigte die Wiederöffnung des ersten Teils für den 21. April 2011 an. Zunächst standen Jugendstil und Art Déco im Mittelpunkt. Kuratorin Petra Werner erläuterte, dass nun zahlreiche zuvor im Depot verwahrte Stücke gezeigt werden konnten. Die Neuordnung nutzte teilweise die Ausstellungsarchitektur von 2010 weiter. (PIQ07, PDF-S. 1–2)
Die Unterlagen beschreiben florale Gefäßformen, farbige Kunstglasuren und Tierplastik ebenso wie eine zunehmende Geometrisierung. Für das Art Déco nennen sie Tänzerinnen, Flakons und elegante Behältnisse, zugleich aber auch funktional orientierte Gestaltungen. Die Präsentation sollte dadurch nicht eine einzige Stilrichtung behaupten, sondern die widersprüchlichen Gestaltungsansprüche zwischen dekorativer Fülle und sachlicher Form zeigen. (PIQ07)
Die damalige Standortgliederung ist historisch einzuordnen. 2011 wurde Hohenberg in den Pressetexten bis in die späten 1920er Jahre beschrieben, während neuere Designgeschichte vor allem Selb zugeordnet wurde. Die heutige Hohenberger Dauerausstellung reicht laut offiziellem Titel vom 18. Jahrhundert bis heute. Der alte Pressetext ist deshalb eine Quelle für den Umbau von 2011, keine vollständige Beschreibung des aktuellen Rundgangs. (PIQ08, PIQ11)
PI13 · Porzellan der 1950er Jahre. Gefäße und Dekore in der früheren Hohenberger Präsentation. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Hohenberg, Motiv 12.
Die historische Bildauswahl führt bis zu Künstlerporzellan und spezialisierten Gebrauchsformen des späteren 20. Jahrhunderts. Besonders interessant ist der Wechsel des Maßstabs: Neben einem einzelnen künstlerischen Objekt kann ein für einen bestimmten Gebrauch entwickeltes Servicesystem stehen. Der eine Gegenstand fordert die Betrachtung seiner plastischen Form, der andere die Frage nach Funktion, Handhabung und Organisation des Alltags heraus.
PI14 · „Moonhead“ von Henry Moore. Rosenthal-Arbeit, Entwurf 1968 nach der Museumsbildliste. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Hohenberg, Motiv 13.
PI16 · Geschirr für den Luftverkehr. Rosenthal, Entwurf Wolf Karnagel 1971 nach der Museumsbildliste. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Hohenberg, Motiv 14.
Der Selber Porzellankünstler Helmut Drexler (1927–2016) ist heute an beiden Museumsorten präsent. In Hohenberg zeigt „Leidenschaft für Porzellan“ nach offizieller Beschreibung 117 Objekte. Die Ausstellung verfolgt unterschiedliche Dekorationstechniken sowie den Weg von floraler Malerei zur Abstraktion und berücksichtigt auch den Einfluss seiner Einzelarbeiten auf Rosenthal-Kollektionen. In Selb gehören „Die Weiße Oase und Glanzlichter“ zum Dauerausstellungsangebot. (PIQ20, PIQ21)
Damit erhält eine Künstlerpersönlichkeit Raum, die zugleich in der industriellen Dekorgestaltung und in experimentellen Einzelarbeiten tätig war. Für diesen Teil wurde keine historische Archivaufnahme mit einem beliebigen Objekt als Drexler-Arbeit ausgegeben: Die ausgewählte CD2-Serie belegt die hier gezeigten Motive, bietet jedoch keinen sicher bezeichneten aktuellen Blick in die heutigen Drexler-Räume.
Eine besonders umfangreiche Quellengruppe im Fundus dokumentiert die Jubiläumsausstellung „Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan“, angekündigt für den 24. April bis 2. November 2010. Die Pressemappe nennt rund 1.000 Exponate, 100 Leihgeber und 17 Länder. Diese Zahlen sind als damalige Veranstalterangaben zu verstehen. Sie beschreiben den Anspruch einer international ausgerichteten Jubiläumsschau, nicht den Umfang der heutigen Dauerausstellung. (PIQ06, PDF-S. 1–3)
Die Ausstellung war bewusst auf beide Standorte verteilt. Hohenberg verfolgte die Entwicklung vom Barock bis zum Art Déco. Selb behandelte Design, Kunst, Architektur, Lebensstil und zukünftige Anwendungen. Der Gruppenflyer nennt diese Pole „Von Barock bis Art Déco“ und „Zwischen Design und High-Tech“. Die räumliche Aufteilung machte den Wandel vom kostbaren Repräsentationsobjekt zum vielfältig verwendeten industriellen Werkstoff zum Thema. (PIQ09)
Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Museen gehörte zum Konzept. Die Pressemappe nennt unter anderem das Metropolitan Museum of Art, das Victoria and Albert Museum, das Topkapı-Palastmuseum, das Musée des Arts décoratifs und das maritime Museum in Helsinki. Als zeitgenössische Pressematerialien dokumentieren diese Texte die Planung und Selbstdarstellung der Ausstellung. Formulierungen über ihre angeblich einzigartige Größe werden hier nicht als unabhängig geprüfte Rangliste übernommen. (PIQ06, PDF-S. 2)
Quellenkritik ist selbst bei einer offiziellen Pressemappe nötig: Die Datei enthält beim Schiffswrack St. Mikael widersprüchliche Jahreszahlen, teilweise 1944, an anderer Stelle 1747. Der Artikel übernimmt diese fehlerhafte Passage nicht als historische Datierung eines Exponats. Auch die CD2-Dateinamen stimmen nicht durchgehend mit den Nummern der Bildunterschriftenliste überein. Die hier verwendeten Fotos wurden deshalb anhand der sichtbaren Motive zugeordnet. (PIQ06, PDF-S. 3–4; PIQ10)
Was in den Ausstellungsräumen zu sehen ist, bildet nur einen Ausschnitt des Bestandes. Wilhelm Siemens Pressetext vom 31. März 2011 nennt damals mehr als 160.000 Objekte der eigenen Sammlung und zusätzlich über 25.000 Stücke aus dem Rosenthal-Archiv beziehungsweise dessen zugehörigem Bestand. Eine staatliche Mitteilung von 2020 nennt bereits über 250.000 Porzellanexponate und eine Spezialbibliothek von rund 25.000 Bänden. Die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte und teilweise unterschiedlich abgegrenzte Bestände. Sie werden deshalb nicht zu einer scheinbar exakten heutigen Gesamtsumme addiert. (PIQ08, PIQ16)
PI15 · Tassen in der Museumssammlung. Unterschiedliche Formen und Dekore in einer gemeinsamen Präsentation. Bildquelle: Porzellanikon; Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Hohenberg, Motiv 16.
Ein einzelner Teller kann eine Formgeschichte erzählen. Eine größere Reihe vergleichbarer Stücke erschließt darüber hinaus Dekorvarianten, Produktionsänderungen und unterschiedliche Absatzgruppen. Darum gehören nicht nur berühmte Einzelwerke, sondern auch alltägliche Serienprodukte in ein Museum der Industriegeschichte. Die Studiensammlung, das Depot und die Dokumentation bilden gemeinsam die Grundlage dafür, solche Zusammenhänge überhaupt erkennen zu können. (PIQ05, PIQ08)
Ein besonders wertvolles Fundstück ist der Beitrag von Wolfgang Schilling über das Zentrale Archiv für die Deutsche Porzellanindustrie, erschienen 1992 in Archivpflege in Westfalen und Lippe. Er beschreibt die Vorgeschichte ab 1989 und nennt die Verabschiedung der Satzung am 17. Januar 1991 als offizielle Gründung. Die ältere Datei liegt im Download-Fundus unter dem vereinfachenden Namen Entstehung_Archiv_Porzellanikon.pdf; tatsächlich enthält sie ein ganzes Zeitschriftenheft. Ausgewertet wurde der einschlägige Beitrag auf den gedruckten Seiten 56–57, PDF-Seiten 58–59. (PIQ22)
Schilling begründete das Archiv mit einer Überlieferungslücke. Im Museum waren bereits Unterlagen aus Fabriken, Porzellanmalereien und Nachlässen eingegangen. Dafür brauchte es eine Stelle, die das schriftliche und bildliche Erbe systematisch sicherte. Nicht nur die fertigen Waren, sondern auch ihre Entstehungsbedingungen sollten nachvollziehbar bleiben.
Der Beitrag benennt mehrere miteinander verbundene Aufgaben: Unternehmensarchive sichern die Abläufe von Verwaltung, Einkauf, Verkauf, Technik, Bau, Werbung und Produktentwicklung. Nachlässe erschließen Unternehmer und Gestalter. Verbands- und Gewerkschaftsunterlagen dokumentieren Interessenvertretung, Tarifverhältnisse und Konflikte. Werbematerial, Briefköpfe und Vertreterunterlagen ergänzen die Akten. Fotografien bewahren Ansichten von Gebäuden, Arbeitsplätzen, Personen und Ereignissen; Kataloge und Prospekte helfen bei der Bestimmung von Formen, Dekoren und Angebotszeiten. (PIQ22)
Gerade diese Verbindung ist für die Artikel dieses Wikis wichtig. Ein Stück Porzellan lässt sich oft erst dann zuverlässig einordnen, wenn ein Katalog, eine Entwurfszeichnung oder eine andere datierte Unterlage hinzukommt. Ein Foto belegt zunächst das sichtbare Motiv; eine handschriftliche Zuschreibung oder ein Dateiname ist noch keine gesicherte Datierung. Schillings Text dokumentiert zudem frühe Benutzungsregelungen. Seine damaligen Adressen, Ansprechpartner und Gebühren sind historische Angaben und werden hier nicht als aktueller Benutzungsservice empfohlen. Heute weist das Museum im Teamverzeichnis eine gemeinsame Leitung von Bibliothek und Archiv aus. (PIQ22, PIQ23)
Ein Bericht des Selber Tagblatts vom 27. Februar 2013, im Fundus als Restauration-Porzellanikon.pdf überliefert, beschreibt den ersten Restaurierungstag mit Petra Werner und Jessica Ulrich. Er zeigt, dass die Bestimmung eines Objekts und die Beurteilung seines Zustands unterschiedliche Fachfragen sind. Reinigung, das Entfernen früherer Klebungen und das Ergänzen fehlender Teile können viel Zeit erfordern. Empfindliche Dekore und Glasuren beeinflussen das Vorgehen. Der Bericht wird hier für diese Arbeitsweise ausgewertet; private Lebensumstände der damaligen Besucher und historische Preisangaben werden nicht übernommen. (PIQ24)
Die heutigen Expertisentage sind davon zu unterscheiden. Nach der offiziellen Beschreibung werden Porzellane aus dem deutschsprachigen Raum untersucht; pro Person sind bis zu drei Stücke vorgesehen. Welche Informationen sich feststellen lassen, hängt vom einzelnen Gegenstand ab. Auskünfte zum Marktwert gibt das Museum ausdrücklich nicht. Wer einen Flohmarktfund bestimmen lassen möchte, sollte daher wissenschaftliche Einordnung, Restaurierungsberatung und Verkaufsbewertung auseinanderhalten. (PIQ25)
Vorführungen bewahren Wissen, das sich nicht allein durch das Aufbewahren einer Maschine erhalten lässt. Handgriffe, Materialgefühl und Erfahrung müssen erklärt und möglichst praktisch nachvollziehbar werden. In Siemens Museumsessay ist die Begegnung mit früheren Fachkräften bereits ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Die heutigen Informationen zur Porzellanherstellung setzen diesen Ansatz mit Vorführungen und Mitmachstationen fort. (PIQ05, PIQ12)
PI08 · Kinder beim Eindrehen. Praktische Porzellanarbeit an einer Museumsstation. Historische Presseaufnahme; Bildquelle: Porzellanikon, Sammlung Stefan Strößenreuther. PIQ10, Selb, Motiv 5.
Die Verbindung zwischen historischen Verfahren und heutigen technischen Anwendungen ist für Schulklassen besonders ergiebig. Ein aktuelles Beispiel liefert die Luitpoldschule Selb: Ihr eigener Bericht über einen Techniktag vom 2. Oktober 2026 beschreibt Führungen, praktische Workshops und Aufgaben in „MISSION: KERAMIK“. Das ist ein konkreter Nachweis schulischer Nutzung. Daraus folgt keine Aussage, dass sämtliche genannten Angebote jederzeit ohne Anmeldung verfügbar wären. (PIQ26)
Die frühe Entwicklung wurde vom Zweckverband getragen. Schöpe nennt für 1982 die Beteiligung des Landkreises Wunsiedel und Hohenbergs; 1989 trat Selb hinzu. Das Modell verband damit die Sammlung in Hohenberg und den späteren Industriemuseumsstandort organisatorisch. Die im Vortrag aufgeführten historischen Finanzierungsanteile sind keine Aussage über die heutige Trägerschaft. (PIQ04, PDF-S. 3)
2014 übernahm der Freistaat Bayern das Porzellanikon. Die offizielle Feier fand am 6. Februar 2014 statt. Die staatliche Mitteilung begründete den Schritt auch mit den wirtschaftlichen Belastungen der bisherigen Träger und bezeichnete die Einrichtung als erstes staatliches Museum in Oberfranken. Der Wechsel sicherte eine andere institutionelle Grundlage für ein Museum, dessen Aufgaben deutlich über eine örtliche Sammlung hinausgewachsen waren. (PIQ15)
Der langjährige Aufbau ist eng mit Wilhelm Siemen verbunden. Auf ihn folgte Anna Dziwetzki, die laut staatlicher Bekanntmachung zum 1. Februar 2020 die Leitung übernahm. Das aktuelle Teamverzeichnis führt sie weiterhin als Direktorin. Es weist außerdem eigene Aufgabenfelder für Kunst- und Kulturgeschichte, Wirtschafts-, Technik- und Sozialgeschichte, Restaurierung, Sammlung, Bildung, Digitalisierung sowie Bibliothek und Archiv aus. Diese Arbeitsbereiche zeigen die Breite der Einrichtung hinter dem sichtbaren Ausstellungsbetrieb. (PIQ16, PIQ23)
Die offiziellen Ausstellungsseiten nennen im Oktober 2026 neben den Dauerausstellungen die Sonderausstellungen „FRITZ KLEE – Ein Selber wider Willen?“ in Selb, „Die neue Dramaturgie des Essens: Gestaltung jenseits des Tellers“ in Hohenberg und „TATORT Porzellan(ikon). Ein Krimi in Selb“. Für Fritz Klee ist der Zeitraum 9. Mai bis 15. November 2026, für die Essensausstellung 16. Mai 2026 bis 10. Januar 2027 angegeben; die Krimiausstellung ist bis 14. Februar 2027 verlängert. Diese Angaben sind ein datierter Ausblick, kein dauerhaft gültiger Veranstaltungskalender. (PIQ21, Stand 16. Oktober 2026)
Mit der Digitalen Strategie 2025–2030 beschreibt das Museum außerdem seine weitere Entwicklung. Zu den Vorhaben gehören die Verknüpfung von Objekt-, Archiv- und Bibliotheksdaten, langfristige Sicherung digitaler Bestände sowie zusätzliche Zugänge für unterschiedliche Besuchergruppen. Das Papier ist eine Strategie: Seine Ziele werden hier nicht als vollständig abgeschlossene Digitalisierung ausgegeben. Für dieses Wiki ist daran besonders relevant, dass historische Objekte und die zugehörigen Dokumente gemeinsam erschlossen werden sollen. (PIQ27, gedruckte S. 1, 4, 6–7)
Die beiden Standorte verbinden Unternehmensgeschichte mit einer umfassenderen Geschichte der Region. Hutschenreuther verweist auf Hohenberg und den Aufstieg der Porzellanindustrie; Rosenthal auf die historische Fabrik in Selb-Plößberg und ihre spätere Modernisierung. Daneben erschließt das Museum viele weitere Hersteller, Gestalter und Arbeitszusammenhänge. Für Besucher entsteht so ein Bezug zwischen museal erhaltenen Dingen und den Fabriken, Stadtbildern und Familiengeschichten außerhalb des Museums. (PIQ05, PIQ22)
Dazu gehören auch die Wochen des Weißen Goldes und der Porzellanflohmarkt. Sie zeigen andere Formen des Umgangs mit dem Material: aktuelle Produktpräsentation, städtische Festkultur, Sammeln und Weitergeben. Das Porzellanikon ergänzt diese öffentlichen Ereignisse um dauerhaftes Bewahren und wissenschaftliche Einordnung. Die Begriffe sollten nicht miteinander gleichgesetzt werden; jede dieser Einrichtungen und Veranstaltungen besitzt ihre eigene Geschichte.
| Zeit | Entwicklung | Nachweis |
|---|---|---|
| 1865 | Bahnhof Selb-Plößberg eröffnet am 1. November | PIQ05 |
| 1866/1867 | Fabrikaufbau durch Jacob Zeidler; Produktion laut Siemen ab Spätherbst 1867 | PIQ05, PIQ17 |
| 1879 | Erste Arbeiterwohnhäuser auf der anderen Seite der Bahnlinie bezogen | PIQ05 |
| 1917 | Übernahme der Zeidler-Fabrik durch Philipp Rosenthal | PIQ05, PIQ17 |
| 1920er Jahre | Ausbau der Fabrik; rund 900 Beschäftigte 1928 nach Siemens Rückblick | PIQ05 |
| Ende 1960er/Anfang 1970er Jahre | Ende der Porzellanproduktion; Quellen nennen 1969 beziehungsweise 1971 | PIQ04, PIQ17 |
| 10. August 1982 | Eröffnung in der Hutschenreuther-Villa: Jaumann, Roland Dorschner, Arzbergs Porzellankönigin Andrea Sintl und Glocke von 1865 | PIQ01, PIQ28–PIQ30 |
| 1986 | Planungen für den ergänzenden Museumsstandort Selb | PIQ01 |
| 1989 | Selb tritt dem Zweckverband bei; Überlegungen zu einem Branchenarchiv | PIQ04, PIQ22 |
| 1990/1991 | Erwerb des Selber Areals laut Bauvortrag; Beginn der Aufräumarbeiten | PIQ04 |
| 17. Januar 1991 | Satzung und offizielle Gründung des Zentralen Archivs | PIQ22 |
| 1994/1995 | Ausbau der Massemühle in Selb | PIQ04 |
| 1995 | Erweiterungsbau in Hohenberg | PIQ04 |
| 1996 | Eröffnung des Industriemuseums Selb laut historischem Museumseintrag | PIQ17 |
| 1997–2005 | Weitere Selber Bauabschnitte, Weißfertigung, Energie, Eingangs- und Ausstellungsbereiche | PIQ04 |
| 2004/2005 | Aufbau der Abteilung Technische Keramik | PIQ04 |
| 24. April–2. November 2010 | Jubiläumsausstellung „Königstraum und Massenware“ an beiden Orten | PIQ06, PIQ09 |
| April 2011 | Beginn der Wiederöffnung Hohenbergs mit Jugendstil und Art Déco | PIQ07, PIQ08 |
| Februar 2013 | Zeitungsbericht über den ersten Restaurierungstag | PIQ24 |
| 2014 | Übernahme in die staatliche Trägerschaft; Feier am 6. Februar | PIQ15 |
| 1. Februar 2020 | Anna Dziwetzki übernimmt die Leitung | PIQ16 |
| 29. Oktober 2024 | Öffnung von „MISSION: KERAMIK“ laut bayerischem Museumsportal | PIQ19 |
| 2025–2030 | Zeitraum der veröffentlichten Digitalen Strategie | PIQ27 |
| Oktober 2026 | Aktueller Abgleich von Standorten, Ausstellungen und Museumsangeboten | PIQ02, PIQ03, PIQ21, PIQ23 |
Selb: Werner-Schürer-Platz 1, 95100 Selb. Hohenberg: Schirndinger Straße 48, 95691 Hohenberg an der Eger. Die offizielle Website nennt derzeit für beide Standorte Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, mit zusätzlichen Feiertags- und Schließtagsregelungen. Für Öffnung, Eintritt, Vorführungen, Anmeldung und die Zugänglichkeit bestimmter Bereiche sind die aktuellen Besuchsinformationen des Museums maßgeblich. Stand dieser Zusammenstellung: 16. Oktober 2026. (PIQ02, PIQ03)
Wer beide Häuser besucht, kann den Zusammenhang von Herstellung und Verwendung gut vergleichen. Für einen ersten Rundgang bietet Selb die Material- und Arbeitsprozesse, Hohenberg die vertiefte Betrachtung der Formen und ihrer kulturellen Bedeutungen. Die Bilder dieses Artikels dienen dabei als historische Orientierung; aktuelle Raumaufteilungen und Objektstandorte können abweichen.
Alle 20 Abbildungen stammen aus dem Download-Fundus. PI01–PI16 gehören zur im Umfeld der Ausstellung „Königstraum und Massenware“ überlieferten Pressebild-CD2. PI17–PI20 ergänzen die Hohenberger Gründungsgeschichte aus dem Roland-Dorschner-Bestand. Bildquelle für PI01–PI16 ist das Porzellanikon; PI17–PI20 sind im Dorschner-Bestand überliefert. Die Archivvorlagen liegen in der Sammlung von Stefan Strößenreuther. Fotografen sind in den ausgewerteten Unterlagen nicht gesondert genannt. Für PI01–PI16 sind auch die Aufnahmejahre nicht gesichert; PI18–PI20 sind durch den Eröffnungszusammenhang 1982 datiert. Der genaue Aufnahmetag der Villa-Ansicht PI17 bleibt offen. Bearbeitungsdaten werden nicht als Aufnahmedaten übernommen. Rechte an Fotografien, abgebildeten Kunstwerken und Entwürfen bleiben unberührt. (PIQ10, PIQ28, PIQ29)
| Kennung | Ausgangsdatei | Motiv nach Bildliste |
|---|---|---|
| PI01 | Selb_4.jpg | Selb, Motiv 2: Außenansicht von Süden |
| PI02 | Hohenberg_8.jpg | Hohenberg, Motiv 1: Gartenansicht mit Kollergang |
| PI03 | Selb_3.jpg | Selb, Motiv 7: Kollergang |
| PI04 | Selb_11.jpg | Selb, Motiv 9: Filterpresse |
| PI05 | Selb_6.jpg | Selb, Motiv 3: Führung in der Energiezentrale |
| PI06 | Selb_18.jpg | Selb, Motiv 11: Gießkarussell |
| PI07 | Selb_12.jpg | Selb, Motiv 8: Kiesofen |
| PI08 | Selb_16.jpg | Selb, Motiv 5: Kinder beim Eindrehen |
| PI09 | Selb_13.jpg | Selb, Motiv 13: Elektrische Keramik |
| PI10 | Selb_17.jpg | Selb, Motiv 17: Rosenthal-Museum im Brennhaus, Schah-Service |
| PI11 | Hohenberg_3.jpg | Hohenberg, Motiv 4: Biedermeier-Raum |
| PI12 | Hohenberg_7.jpg | Hohenberg, Motiv 5: „Die höfische Frisur“ |
| PI13 | Hohenberg_4.jpg | Hohenberg, Motiv 12: Blick auf die 1950er Jahre |
| PI14 | Hohenberg_6.jpg | Hohenberg, Motiv 13: „Moonhead“, Henry Moore, Entwurf 1968 |
| PI15 | Hohenberg_14.jpg | Hohenberg, Motiv 16: Tassensammlung |
| PI16 | Hohenberg_11.jpg | Hohenberg, Motiv 14: Airline-Catering, Wolf Karnagel, 1971 |
| PI17 | 125-Jahre-LHS035_Seite_15_Bild_0001.jpg | Hutschenreuther-Villa als Museum; Aufnahmetag offen |
| PI18 | 125-Jahre-LHS035_Seite_19_Bild_0001.jpg | Roland Dorschner spricht zur Eröffnung 1982 |
| PI19 | 125-Jahre-LHS036_Seite_01_Bild_0001.jpg | Anton Jaumann, Porzellankönigin und Glocke, 1982 |
| PI20 | 125-Jahre-LHS036_Seite_02_Bild_0001.jpg | Goldenes Buch, Porzellankönigin und Dorschner, 1982 |
Die von der Dateinummer abweichenden Motivnummern für PI01–PI16 sind bewusst angegeben. PI17–PI20 übernehmen die bereits aufgerichteten Bildfassungen aus „Bearbeitete_Bilder“ im Dorschner-Archiv; die vollständigen Chronikseiten wurden zur Quellenprüfung herangezogen. Es erfolgte kein zusätzlicher Beschnitt. Alle WebP-Dateien bewahren die vollständige überlieferte Bildfläche und das ursprüngliche Seitenverhältnis. Die Bildauswahl ist kein vollständiger Rundgang durch die heutigen Ausstellungen.
Der ausführliche Artikel zu Fritz Klee erschließt seine Porzellanentwürfe, Architektur, Fachschularbeit und Grafik. Er enthält das museal belegte Déjeuner Modell 111 von 1918 und ordnet die für 9. Mai bis 15. November 2026 angekündigte Porzellanikon-Ausstellung „FRITZ KLEE – Ein Selber wider Willen?“ ein. Ausstellungsquelle und Leihgeber.
Helena Horns Dissertation verzeichnet für das Ceres-Service die Ausstellung „Theodor Herrmann Schmuz-Baudiss – ein Jugendstilkünstler ersten Ranges“, Hohenberg an der Eger 1989. Damit ist ein weiterer Künstler- und Ausstellungsschwerpunkt des Museumsorts belegt. Fundstelle: Werkkatalog_Porzellan_KPM.pdf, S. 254, zu Nr. 236/P-KPM. Ausführliche Biografie und Quellen.
Porzellanikon: Museumsgeschichte, offizielle Museumsdarstellung, abgerufen am 16. Oktober 2026. Belegt die Hohenberger Eröffnung am 10. August 1982, die Selber Planung 1986 und die Ergänzung der Standorte. Museumsgeschichte.
Porzellanikon: Selb – Fabrik & Technik, aktuelle Standortdarstellung, abgerufen am 16. Oktober 2026. Standort Selb.
Porzellanikon: Hohenberg – Villa & Sammlung, aktuelle Standortdarstellung, abgerufen am 16. Oktober 2026. Standort Hohenberg.
Torsten Schöpe: „Zukunft für Gewerbebrachen: Kultur, Begegnung und Kommerz. Beispiel des Europäischen Industriemuseums für Porzellan und Keramik in Selb“, Fachtagung „Stadtumbau West – Chance für neue Qualität“, 10. Oktober 2006, 12 PDF-Seiten. Fundusdatei vortrag_schoepe.pdf, Bestand „Museumstag/Museum“. Relevant: PDF-S. 3 Zweckverband und Hohenberger Erweiterung; S. 4–6 Sanierungs- und Bauabschnitte; S. 7–12 Erfahrungen mit dem Industriedenkmal. Enthält zeitgebundene Angaben und noch nicht abgeschlossene Planungen.
Wilhelm Siemen: „Museen in Industriedenkmalen. Europäisches Industriemuseum für Porzellan und Technische Keramik Selb-Plößberg“, undatierter konzeptioneller Text, 3 PDF-Seiten. Fundusdatei Siemen_Museen_in_Industriedenkmalen.pdf, Bestand „Museumstag/Museum“. Fabrikgeschichte auf S. 1; Museums- und Vermittlungskonzept auf S. 2–3. Nicht mit einem aktuellen Jahresbericht gleichgesetzt.
Porzellanikon: „Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan“, Pressematerial zur Ausstellung 24. April–2. November 2010, 10 PDF-Seiten. Fundusdatei PM_Koenigstraum_und_Massenware_virtuell.pdf, Bestand „Disk_Pressemappe_Porzellanikon“. Die genannten Exponat- und Leihgeberzahlen sind Veranstalterangaben. Widersprüchliche Schiffsdatierung auf S. 3–4 nicht ungeprüft übernommen.
Porzellanikon: „Wiedereröffnetes Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger lockt mit neu arrangierter Dauerausstellung zu Jugendstil und Art Déco“, April 2011, 2 PDF-Seiten. Fundusdatei PM_AE_Abteilung_Jugendstil_lang_20.04.2011.pdf, Bestand „Museumstag/Museum“. Belegt den für 21. April angesetzten Wiederöffnungsschritt und die kuratorische Neuordnung.
Wilhelm Siemen/Porzellanikon: „Faszination Porzellan – Das Deutsche PorzellanMuseum in Hohenberg“, Pressetext vom 31. März 2011, 2 PDF-Seiten. Fundusdatei Pressetext_Wilhelm_Siemen_31.03.2011.pdf. Sammlungszahlen und Konzeptbeschreibung gelten für den damaligen Stand; spätere geplante Öffnungsschritte werden nicht als bereits vollzogen behauptet.
Porzellanikon: „Königstraum und Massenware“ – Gruppenflyer, 2010, 2 PDF-Seiten. Fundusdatei Koenigstraum_Gruppenflyer.pdf. Grundlage für die damalige Verteilung „Von Barock bis Art Déco“ und „Zwischen Design und High-Tech“. Historische Reise-, Preis- und Kontaktangaben nicht als aktueller Service übernommen.
Porzellanikon: „Bildunterschriften Image-CD“, 1 PDF-Seite, zusammen mit Pressebildern CD2 im Ausstellungskomplex 2010 überliefert. Fundusdatei BU Image CD.pdf; Bildordner „Porzellanikon Selb“ und „Porzellanikon Hohenberg“. Motivnummern und Dateinummern sind nicht deckungsgleich. Bildauswahl durch Sichtprüfung zugeordnet. Die Zuordnung dokumentiert historische Bildunterschriften, keine neue Untersuchung der Originalobjekte.
Porzellanikon: „Kulturgeschichte des Porzellans im deutschsprachigen Raum vom 18. Jahrhundert bis heute“, aktuelle Dauerausstellungsbeschreibung, abgerufen am 16. Oktober 2026. Kulturgeschichte.
Porzellanikon: „Porzellanherstellung – wie vor 100 Jahren“, aktuelle Dauerausstellungsbeschreibung, abgerufen am 16. Oktober 2026. Herstellung und Vorführungen.
Porzellanikon: „Porzellinerleben – Vom Leben und Arbeiten der Porzelliner in Europa“, aktuelle Dauerausstellungsbeschreibung, abgerufen am 16. Oktober 2026. Arbeits- und Sozialgeschichte.
Porzellanikon: „Rosenthal – Ein Mythos“, aktuelle Dauerausstellungsbeschreibung, abgerufen am 16. Oktober 2026. Rosenthal-Ausstellung.
Bayerisches Landesportal/Staatsministerium: Übernahme des Porzellanikons in die Trägerschaft des Freistaates Bayern, Mitteilung vom 6. Februar 2014. Offizielle Mitteilung.
Bayerisches Landesportal/Staatsministerium: „Anna Dziwetzki wird neue Direktorin des Porzellanikons“, 23. Januar 2020; Amtsantritt 1. Februar 2020. Ergänzend die ministerielle Vorstellung mit damaligen Sammlungs- und Bibliothekszahlen. Amtliche Bekanntmachung als PDF, Ministerielle Vorstellung.
Kulturportal Bayern: Museumseintrag Porzellanikon Selb, undatierter historischer Eintrag mit Ausstellungsprogramm 2008/2009, abgerufen am 16. Oktober 2026. Belegt die dort genannte Eröffnung 1996 und Stilllegung 1969. Der Eintrag enthält sprachliche und sachliche Vereinfachungen; aktuelle Programmangaben werden daraus nicht abgeleitet. Museumseintrag.
Porzellanikon: „MISSION: KERAMIK – Rette die Welt!“, aktuelle Dauerausstellungsbeschreibung, abgerufen am 16. Oktober 2026. Mission: Keramik.
Museen in Bayern: „Mission: Ceramics“, offizielles bayerisches Museumsportal, abgerufen am 16. Oktober 2026. Nennt den 29. Oktober 2024 als Beginn der Öffnung für Besucher. Ausstellungseintrag.
Porzellanikon: „Leidenschaft für Porzellan“, aktuelle Hohenberger Dauerausstellung zu Helmut Drexler mit 117 Objekten, abgerufen am 16. Oktober 2026. Drexler in Hohenberg.
Porzellanikon: Ausstellungen, offizielle Übersicht der Dauer- und Sonderausstellungen, abgerufen am 16. Oktober 2026. Grundlage für den datierten aktuellen Programmüberblick und die Selber Drexler-Ausstellungen. Ausstellungsübersicht.
Wolfgang Schilling: „Das Zentrale Archiv für die Deutsche Porzellanindustrie im Museum der Deutschen Porzellanindustrie“, in: Archivpflege in Westfalen und Lippe, Heft 36, Oktober 1992, S. 56–57. Fundusdatei Entstehung_Archiv_Porzellanikon.pdf, PDF-S. 58–59. Belegt Entstehung, Satzung vom 17. Januar 1991, Sammlungsschwerpunkte und damalige Benutzungsgrundsätze. Der Dateiname bezeichnet nicht den Originaltitel des Beitrags.
Porzellanikon: Team, aktuelle Organisations- und Aufgabenübersicht, abgerufen am 16. Oktober 2026. Museumsleitung und Arbeitsbereiche.
Selber Tagblatt: „Museumsteam rettet Vasen & Co“ – Bericht über den ersten Restaurierungstag im Porzellanikon, 27. Februar 2013, gedruckte S. 7, Kürzel „tami“, Fotovermerk Pohl. Fundusdatei Restauration-Porzellanikon.pdf, 1 PDF-Seite. Ausgewertet ausschließlich der Museumsbericht, nicht die übrigen Meldungen derselben Zeitungsseite.
Porzellanikon: Wissenschaft & Expertisen, aktuelle Hinweise zu den Expertisentagen und deren Grenzen, abgerufen am 16. Oktober 2026. Expertisentage.
Luitpoldschule Selb: „02.10.2026 – Spannender Techniktag im Porzellanikon“, eigener Veranstaltungsbericht der Schule, abgerufen am 16. Oktober 2026. Schulbericht.
Porzellanikon: Digitale Strategie 2025 bis 2030, 12 PDF-Seiten, über die offizielle Seite „Digitale Strategie“ zugänglich, abgerufen am 16. Oktober 2026. Relevante gedruckte Seiten: 1 Grundsätze, 4 Teilhabe, 6 Sammlung und Archive, 7 Vermittlung. Ziele und Vorhaben werden von abgeschlossener Umsetzung unterschieden. Strategie als PDF.
Roland-Dorschner-Bestand: Vorgeschichte und Eröffnung des Museums der Deutschen Porzellanindustrie in Hohenberg, Chronikdatei 125-Jahre-LHS035.pdf, PDF-S. 13–22. Ablage: „Geschichte Hutschenreuther Version 2024/Dorschner-Dokumente/Hutschenreuther_1987“. Die handschriftlich überlieferten Berichte nennen den 10. August 1982, die Bereitstellung der Villa, Umbau und Finanzierung, den Festakt, Dorschners Ansprache und die Museumsglocke. S. 15 Villa-Foto, S. 19 Dorschner-Foto. Die Jahreszuordnung folgt dem Inhalt, nicht dem vereinfachenden Dateititel. Die ursprüngliche vollständige Pressefundstelle ist in diesen Seiten nicht eindeutig ausgewiesen.
Roland-Dorschner-Bestand: Bilddokumentation der Hohenberger Museumseröffnung, Chronikdatei 125-Jahre-LHS036.pdf, PDF-S. 1–2. Gleiche Ablage wie PIQ28. Originale Bildlegenden zu Wirtschaftsminister Anton Jaumann, Arzbergs Porzellankönigin, Glocke und Goldenem Buch; Dorschner rechts im Hintergrund des zweiten Bildes. Die PDF-Seiten stehen in der Datei auf dem Kopf und wurden für die Sichtprüfung aufgerichtet. Die veröffentlichten WebP übernehmen die bereits vorhandenen aufgerichteten JPEG-Fassungen aus „Bearbeitete_Bilder“. Fotografen nicht genannt.
Stefan Strößenreuther/Porzellan Selb: „Porzellanmuseum Hohenberg“, ergänzende Webdarstellung, abgerufen am 16. Oktober 2026. Für den Abgleich des Eröffnungsdatums und der Namensschreibweise Andrea Sintl. Beruht ebenfalls auf dem historischen Überlieferungszusammenhang und wird nicht als unabhängiger zweiter Augenzeugenbericht gezählt. Eröffnung und Porzellankönigin.
Weiterführende Literatur, bibliografisch nachgewiesen: Christoph Schmälzle: Das Porzellanikon. Vom Schaufenster der Industrie zum bayerischen Landesmuseum, 2019, ISBN 978-3-940027-37-5. Das Buch wird auf der offiziellen Museumsgeschichtsseite genannt; es wurde für diesen Artikel nicht als vollständig eingesehener Volltext verwendet.
Der eigene Artikel zur Porzellankönigin vertieft Andrea Sintls Auftritt in Hohenberg 1982 und ordnet ihn in die ältere Arzberger Tradition ein. Er erschließt außerdem Carola I. bei der Eröffnung von „Königstraum und Massenware“ 2010 und weitere öffentliche Aufgaben des Amtes.