Eine Porzellanfabrik an der Eisenbahn: Gründung 1866, Rosenthal seit 1917, Figurenkunst und Studio-Line, Strukturwandel und Industrieerbe.
Die ehemalige Porzellanfabrik in Selb-Plößberg gehört zu den anschaulichsten Zeugnissen der Selber Industriegeschichte. Als Jacob Zeidler & Co. entstand sie im Umfeld des neuen Bahnhofs; unter Rosenthal wurde sie zu einem wichtigen Ort der Geschirr- und Figurenproduktion und der gestalterischen Erneuerung nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute bildet ihr erhaltenes Gebäudeensemble den Selber Standort des Porzellanikons. In der Fabrikgeschichte begegnen sich Verkehr, Kapital, Rohstoffe, handwerkliches Können, internationale Gestaltung und die Lebenswelt der Porzelliner. (RPQ01, RPQ02, RPQ03)
RP01 · Selb-Plößberg aus der Luft. Fabrik, Bahnhof, Gleise und Wohnhäuser. Original selb069.jpg, Ordner Rosenthal/Fabriken. Herkunft.
„Bahnhof Selb“ ist dabei mehr als eine umgangssprachliche Ortsangabe. Der Ausdruck begegnet auch in Firmenbezeichnungen, Werkverzeichnissen und Geschäftspost. Er verbindet die ehemalige Zeidler-Fabrik mit einer besonderen Unternehmens- und Produktgeschichte. Das Werk in Selb-Plößberg, die zeitweilig selbständige Rosenthal Porzellanfabrik Bahnhof Selb GmbH und der spätere Neubau Rosenthal am Rothbühl werden deshalb im Folgenden zeitlich und räumlich unterschieden. Stand: 18. Oktober 2026.
Gründung und Bahn · Fabrik und Arbeitswelt · Rosenthal seit 1917 · Figuren und Modelle · Studio-Line · Stilllegung und Museum · Zeitleiste · Quellenvergleich · Bildnachweise · Quellen
Die Industrialisierung Selbs wurde nicht allein durch Unternehmerideen und Porzellanrezepte möglich. Ebenso wichtig war die Frage, wie große Mengen an Brennstoffen und Rohstoffen herangeschafft und empfindliche Fertigwaren an ihre Käufer geliefert werden konnten. Die Eröffnung des Bahnhofs in Selb-Plößberg am 1. November 1865 veränderte die Voraussetzungen. Wilhelm Siemen beschreibt die Bahnverbindung von Hof über Asch nach Eger und den Anschluss in Richtung Prag als Ausgangspunkt der Standortentwicklung. (RPQ02, PDF-S. 1)
Der neue Verkehrsknoten lag außerhalb des damaligen Stadtkerns. Für eine Fabrik bot dies Platz zum Bauen und unmittelbaren Zugang zum überregionalen Transport. Nach Siemens Darstellung hatte Jacob Zeidler zunächst an eine Gaststätte gedacht. Der Erfolg der Porzellanindustrie, besonders des Unternehmens Lorenz Hutschenreuther, lenkte das Vorhaben jedoch zur eigenen Porzellanfabrikation. Die Fabrikgründung war somit Teil eines regionalen Aufbruchs, in dem neue Produktionsstätten auf bereits vorhandene Erfahrungen zurückgreifen konnten. (RPQ02, PDF-S. 1)
RP02 · Fabrik an der Bahn. Gleise und Fabrikgebäude mit rauchenden Schornsteinen. Original Erkersreuth026.jpg, Ordner bahnhof-selb-motive. Herkunft.
Die Bohrer-Chronik von 1930 nennt für den Sommer 1866 einen Zusammenschluss mehrerer Selber Bürger zum Bau der Porzellanfabrik „auf dem Bahnhof“. Aufgeführt werden Jakob Zeidler, Rotgerbermeister, Martin Zeidler, Bäckermeister, Karl Huß, Stiftsverwalter, Christoph Schmidt, Kaufmann, Andreas Meuchner, Bäckermeister, J. Jena, Porzellanbrenner, und der Modelleur Götze. Die Aufzählung zeigt, dass hinter dem später besonders mit Zeidler verbundenen Betrieb eine Gründungsinitiative unterschiedlicher Berufe stand. Gewerbliches Kapital, kaufmännische Erfahrung und Kenntnisse der Porzellanherstellung kamen zusammen. (RPQ01, gedruckte S. 232)
Für die Inbetriebnahme nennt Bohrer das Frühjahr 1867, Siemen dagegen den Spätherbst 1867. Beide Darstellungen führen damit auf dasselbe Produktionsjahr, beschreiben den genauen Zeitpunkt jedoch unterschiedlich. Die Stadt Selb verwendet 1866 als Gründungsjahr. Im Artikel werden deshalb die Gründung 1866 und der Produktionsbeginn 1867 getrennt geführt. Jacob entspricht dem überlieferten Firmenschriftzug; die Chronik schreibt den Vornamen Jakob. (RPQ01, RPQ02, RPQ03)
Nach Siemen kam Steinkohle aus Mitteldeutschland, während Braunkohle und Zettlitzer Kaolin aus Böhmen über die Bahn zugeführt wurden. Auch der Versand des fertigen Porzellans nutzte die Schiene. Der Standort vereinte dadurch Beschaffung und Absatz an einem Ort. Die Eisenbahn verband die Fabrik mit Rohstoffgebieten und Märkten, die weit über Selb hinausreichten. (RPQ02, PDF-S. 1)
Für die Geschichte der Fabrik ist diese Verkehrslage bis zum Ende des Betriebs wichtig geblieben. Noch die Versandmitteilung von 1953 über Formen und Modelle Theodor Kärners nennt einen konkreten Güterwagen und die Station Selb-Plößberg. „Bahnhof Selb“ bezeichnet in solchen Unterlagen den betrieblichen Zusammenhang am Bahnstandort. Die Entwicklung des Netzes und die verschiedenen Selber Bahnanlagen behandelt der Artikel über Lokschuppen und Eisenbahn. (RPQ07)
In den Jahren 1870 bis 1875 wurde besonders intensiv gebaut. Seit 1890 setzte nach Siemen ein weiterer Ausbau mit zusätzlichen Gebäuden, Aufstockungen und Öfen ein. Aus dem frühen Betrieb entwickelte sich ein dichtes Gefüge mehrgeschossiger Produktionshäuser. Die Erweiterungen folgten dem Bedarf der Herstellung und den Möglichkeiten des Grundstücks. Dadurch entstand die bis heute erkennbare, über Jahrzehnte gewachsene Gestalt des Werks. (RPQ02, PDF-S. 1)
1914 verfügte die Fabrik nach dieser Darstellung über zehn Rundöfen und einen kleineren Kiesofen zur Aufbereitung der Hartrohstoffe Feldspat und Quarz. Rund 400 Beschäftigte arbeiteten im Unternehmen. Die Zahlen beschreiben eine bereits bedeutende Fabrik und erlauben zugleich einen Vergleich mit dem Ausbau unter Rosenthal in den 1920er Jahren. Sie sind historische Momentaufnahmen, keine über die gesamte Betriebsdauer konstanten Kapazitäten. (RPQ02, PDF-S. 1)
RP03 · Im Werkhof. Gebäude, Wagen und Material zwischen den Produktionshäusern. Original Erkersreuth038.jpg, gleicher Bildordner. Herkunft.
Auf den historischen Fotografien wird sichtbar, wie eng die einzelnen Gebäude miteinander verbunden waren. Höfe nahmen Fuhrwerke, Wagen und Material auf; überdachte Verbindungen und Transportbrücken überquerten Zwischenräume. Das mehrgeschossige Bauen ermöglichte die Erweiterung auf begrenzter Fläche, machte den innerbetrieblichen Transport aber zu einer dauernden Aufgabe. Die Bildserie ergänzt damit die schriftliche Baugeschichte um konkrete Ansichten der täglichen Betriebsumgebung. (RPQ12, RPQ13)
RP04 · Wege zwischen den Gebäuden. Überdachte Übergänge und Rohrleitungen im Fabrikkomplex. Original Erkersreuth043.jpg, gleicher Bildordner. Herkunft.
Die Herstellung umfasste weit mehr als den eigentlichen Brand. Rohstoffe mussten aufbereitet, Massen hergestellt und Formen gefertigt werden. Auf das Drehen oder Gießen folgten Trocknen, Weiterbearbeiten, Glasieren und Brennen; bei dekoriertem Porzellan kamen weitere Arbeitsschritte hinzu. Siemens Museumskonzept macht deutlich, wie viele spezialisierte Tätigkeiten dabei ineinandergriffen: Modellieren, Formenbau, Weißfertigung, Malerei, Druck, Brennbetrieb und kaufmännische Arbeit. Sein Text beschreibt zugleich, warum Maschinen, Werkzeuge und Arbeitsplätze zur Geschichte des Produkts gehören. (RPQ02, PDF-S. 2–3)
Für den Aufbau des Betriebs wurden nach Siemen Facharbeiter aus Thüringen, Sachsen und Böhmen gewonnen. Hinzu kamen angelernte Arbeitskräfte aus der Region. Die Fabrik war damit von Anfang an durch den Austausch von Fertigkeiten und Menschen geprägt. Die Porzellanregion überschritt politische Grenzen; dieselben Verbindungen, die Rohstoffe zuführten, erleichterten auch die Verbreitung von Kenntnissen. (RPQ02, PDF-S. 1)
1879 bezogen die ersten Porzelliner die Arbeiterwohnhäuser auf der anderen Seite der Bahnlinie. Die Wohnungen und die Fabrik bildeten einen engen räumlichen Zusammenhang. Zum Ensemble gehörte außerdem eine Fabrikantenvilla. Der Architektenvortrag von Torsten Schöpe betrachtet gerade das Nebeneinander von Werk, Bahnhof, Stellwerken, Arbeiterhäusern und Villa als wichtigen Grund für den historischen Wert des Standorts. (RPQ02, PDF-S. 1; RPQ04, PDF-S. 3 / gedruckte S. 2)
RP05 · Fabrikantenvilla im Zeidler-Ensemble. Ziegelbau mit turmartigem Aufbau. Original zeidler-villa.jpg, Ordner bundesarchiv-1. Herkunft.
Die räumliche Nähe von Wohnen und Arbeiten machte den Betrieb zu einem prägenden Bestandteil des Alltags. Siemens Darstellung hebt die starke Identifikation vieler Beschäftigter mit ihrer Fabrik hervor, behandelt aber auch Staub, körperliche Belastung und schwierige Wohnverhältnisse als Themen der Porzellanindustrie. Diese sozialgeschichtlichen Aussagen betreffen den regionalen Zusammenhang; aus ihnen lässt sich keine betriebsspezifische Kranken- oder Lohnstatistik für Zeidler ableiten. Für eine solche Untersuchung wären zusätzliche Personal-, Kassen- und Gewerbeaufsichtsunterlagen erforderlich. (RPQ02, PDF-S. 1–2)
Der Erste Weltkrieg unterbrach den Aufstieg. Siemen nennt den Verlust qualifizierter männlicher Arbeitskräfte, Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Kohle und Rohstoffen sowie den Einbruch von Export und Inlandsabsatz. Diese Faktoren belasteten auch die Unternehmerfamilie finanziell. 1917 wurde die Fabrik an Philipp Rosenthal verkauft. Die Übernahme eröffnete dem Werk eine neue Entwicklung innerhalb des Rosenthal-Zusammenhangs. (RPQ02, PDF-S. 1)
Die Geschichte der Anlage hatte zu diesem Zeitpunkt bereits rund fünf Jahrzehnte umfasst. Rosenthal übernahm eine bestehende Fabrik mit Belegschaft, Öfen, Gebäuden und Eisenbahnanbindung. Die Zeidler-Zeit blieb daher in der baulichen Gestalt und im lokalen Gedächtnis sichtbar. Die später erhaltenen beziehungsweise wieder sichtbar gemachten Firmenschriftzüge erinnern an beide Unternehmensphasen. (RPQ02, RPQ12)

zeidler02.jpg, Ordner bundesarchiv-1. Herkunft.
zeidler01.jpg, gleicher Ordner. Herkunft.Nach dem Krieg wurde die Fabrik weiter ausgebaut. Siemen beschreibt, wie Ergänzungen und Erweiterungen den Komplex zu seiner markanten, an eine Burganlage erinnernden Form verdichteten. Eine neue Kunstabteilung verband die Herstellung stärker mit künstlerischen Entwürfen. Die seit 1918 hier produzierte Form Maria Weiß steht in seiner Darstellung für den wachsenden Ruf des Werks und der Marke. (RPQ02, PDF-S. 1)
Dabei sind Einführung eines Service und Produktionsbeginn an einem bestimmten Standort verschiedene Daten. Petra Werners Rosenthal-Jubiläumsbroschüre setzt den Beginn von Maria auf 1916. Das passt zu Siemens Aussage über die Fertigung in Selb-Plößberg seit 1918: Eine bereits eingeführte Form konnte später zusätzlich oder verlagert in einem übernommenen Werk hergestellt werden. Maria ist an der polygonalen Grundform und dem charakteristischen Relief an den Kanten zu erkennen. (RPQ05, gedruckte S. 6; RPQ02, PDF-S. 1)
1926 kam nach Siemen Steingut zum Sortiment, später auch Elektroporzellan. Die Fabrik war damit kein ausschließlich auf dekorative Figuren begrenzter Betrieb. Geschirr, künstlerische Erzeugnisse und technische Anwendungen gehörten zu unterschiedlichen Zweigen ihrer Entwicklung. Für 1928 nennt Siemen rund 900 Beschäftigte, gegenüber etwa 400 im Jahr 1914. Der Zuwachs verdeutlicht die Größenordnung des Ausbaus, bevor die Krise der 1930er Jahre erneut einschneidende Folgen hatte. (RPQ02, PDF-S. 1)
RP08 · Sortiment im Ausstellungsraum. Kannen, Tassen, Terrinen, Vasen und Figuren auf Tisch und Regalen. Original erkersreuth009.jpg, Ordner bahnhof-selb-motive. Herkunft.
Der Historiker Jürgen Lillteicher beschreibt für 1928 die Gründung der Rosenthal Porzellanfabrik Bahnhof Selb GmbH als zweites unternehmerisches Standbein Philipp Rosenthals neben der Aktiengesellschaft. Dies habe Spannungen mit der Leitung der AG ausgelöst. Der Name „Bahnhof Selb“ steht damit auch für eine rechtlich eigenständige Gesellschaft und darf in Dokumenten nicht automatisch als bloße Versandanschrift verstanden werden. (RPQ06, PDF-S. 1)
Die Übernahme der Zeidler-Fabrik 1917 und die im Text für 1928 genannte GmbH-Gründung beschreiben unterschiedliche Vorgänge. Die erhaltene Kurzfassung Lillteichers enthält allerdings keine vollständige Handelsregistergeschichte. Die genaue Entwicklung von Kapital, Gesellschaftern und späterer Eingliederung wäre deshalb anhand von Registerakten und Verträgen weiter zu vertiefen. Für den Überblick ist entscheidend, dass die Fabrikgeschichte und die Geschichte der Rosenthal AG nicht in jedem Zeitraum deckungsgleich waren.
Nach 1933 verbanden sich unternehmensinterne Konflikte mit der nationalsozialistischen Verfolgung der jüdischen Gründerfamilie. Nach Lillteicher versuchte Philipp Rosenthal, eine erzwungene Vereinigung von GmbH und AG zu verhindern, indem er die Mehrheitsanteile der GmbH auf seinen Stiefsohn Udo Franck übertrug. Diese Maßnahme ist im Zusammenhang des Verfolgungsdrucks zu lesen. Eine Darstellung als gewöhnlicher, frei ausgehandelter Eigentümerwechsel würde den historischen Umständen nicht gerecht. (RPQ06, PDF-S. 1)
Lillteicher schildert die zunehmende Ausschaltung der Familie aus der AG, Drohungen bei der Hauptversammlung vom 19. Oktober 1934 und den Bayreuther Vertrag vom 21. Januar 1935. Der Unternehmensname blieb bestehen, während der Familie die Kontrolle entzogen wurde. Die wirtschaftliche Fortführung einer Marke und die Kontinuität ihrer Eigentümer sind daher für diese Jahre getrennt zu betrachten. Das betrifft auch die Einordnung von Porzellanen und Unterlagen mit dem Namen Rosenthal aus der Zeit der NS-Herrschaft. (RPQ06, PDF-S. 1–2)
Nach 1945 folgten langwierige Rückerstattungsbemühungen. Lillteicher nennt einen Vergleich vom 21. September 1950 und erläutert, dass die frühere Selbständigkeit der inzwischen in die AG eingegliederten GmbH nicht einfach wiederhergestellt wurde. Die Neue Deutsche Biographie bestätigt Philip Rosenthals Rückkehr nach Deutschland 1947 und den Vergleich 1950. Die weiterführende Familien- und Unternehmensgeschichte findet sich in den Artikeln über Philip Rosenthal und Rosenthal insgesamt. (RPQ06, PDF-S. 4; RPQ08)
Die Datei BahnhofSelb.csv erschließt einen großen Bestand an Figuren und künstlerischen Modellen. Sie enthält 926 Datenzeilen mit Modellnummer, Entwerfer, englischer Kurzbeschreibung und Literaturangabe. Häufig wird auf Bände und Seiten von Niecol verwiesen. Das Verzeichnis macht deutlich, dass „Bahnhof Selb“ nicht nur eine Produktionsadresse, sondern auch ein eigener Ordnungsbegriff innerhalb der Rosenthal-Forschung ist. (RPQ09)
Die Liste ist ein sekundäres Arbeitsverzeichnis. Sie ersetzt weder einen datierten Fabrikkatalog noch die Prüfung eines einzelnen Stücks. Dieselbe Nummer kann bei unterschiedlichen Entwerfern oder Modellzusammenhängen auftauchen. 926 Zeilen bedeuten deshalb nicht 926 zweifelsfrei verschiedene, gleichzeitig produzierte Modelle. Für eine Werkzuordnung sind Nummer, Motiv, Entwerfer, Formmerkmale, Marke und Literaturstelle gemeinsam zu betrachten.
| Modellnummer | Entwerfer laut Datei | Motiv, deutsch zusammengefasst | Literaturverweis der Datei |
|---|---|---|---|
| 7 | Constantin Holzer-Defanti | Dame mit Fächer: menschliche Figur und gesellschaftliches Motiv | Niecol, Bd. 4, S. 156 |
| 12 | Theodor Kärner | Liegendes Rehkitz: Tierplastik mit ruhender Körperhaltung | Niecol, Bd. 4, S. 164 |
| 249 | Theodor Kärner | Springender Hirsch, aus Gruppe 230: bewegte Tierdarstellung | Niecol, Bd. 4, S. 175 |
| 251 | Dorothea Charol | Pierrot: Figur aus dem Bühnen- und Maskenrepertoire | Niecol, Bd. 4, S. 110 |
| 252 | Theodor Kärner | Pekinese: Hundedarstellung innerhalb der Tierplastik | Niecol, Bd. 4, S. 176 |
| 357 | Dorothea Charol | Josephine Baker: benanntes Bühnenmotiv | Niecol, Bd. 4, S. 114 |
| 404 | Theodor Kärner / Gerhard Schliepstein | Zwei getrennte Einträge: Hasen-Leuchtfigur beziehungsweise fliehender Hase | Niecol, Bd. 4, S. 180 / Bd. 5, S. 35 |
Die Beschreibungen erläutern die in der Datei genannten Motive; die dort angeführten Niecol-Seiten wurden für diesen Artikel nicht als vollständiger Originalband neu ausgewertet. Die letzte Tabellenzeile zeigt besonders deutlich, warum eine Modellnummer ohne weitere Merkmale keine sichere Zuschreibung ermöglicht. Ein eigenständiges Entwurfsdatum wird aus der Reihenfolge der Nummern nicht abgeleitet. (RPQ09)
Ein Schreiben vom 2. Dezember 1953 verbindet die Figurenfertigung mit der logistischen Geschichte des Standorts. Es ist an die Rosenthal-Porzellan A.G., Selb/Bayern, Bahnhof Selb gerichtet. Mitgeteilt wird, dass Formen und Modelle von Figuren Professor Kärners in den Waggon G 59652 verladen und an die Station Selb-Plößberg abgefertigt worden seien. Eine genaue Aufstellung der verladenen Formen und Modelle wird als Anlage angekündigt. (RPQ07)
RP09 · Formen und Modelle für Bahnhof Selb. Versandmitteilung vom 2. Dezember 1953 mit Zielstation Selb-Plößberg. Original Karner7.jpg, Ordner Bestandsverzeichnis Eschenbach. Herkunft.
Das Blatt belegt einen konkreten Transport von Produktionsmitteln und nennt dessen Ziel. Im Zusammenhang des Eschenbach-Bestands dokumentiert es den Übergang von Figurenmaterial nach Selb. Formen und Modelle waren ein wirtschaftlich wie künstlerisch bedeutender Teil der Herstellung: Mit ihnen konnten Entwürfe weitergeführt werden, auch wenn sich die Unternehmens- oder Standortzugehörigkeit änderte. Für die Einzelheiten und weitere Schriftstücke siehe Theodor Kärner und Eschenbach in Windischeschenbach.
Der im Schreiben angekündigte Anhang ist auf diesem Blatt nicht wiedergegeben. Eine vollständige Liste aller damals transportierten Figuren kann daraus daher nicht erstellt werden. Besonders wertvoll ist der Beleg dennoch, weil Firmenbezeichnung, Datum, Transportmittel und Zielstation unmittelbar zusammenstehen. Er ergänzt das spätere Modellverzeichnis um eine datierte Quelle aus dem laufenden Geschäftsverkehr.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Produktion laut Siemen rasch wieder ein. Zunächst schuf der große Ersatzbedarf an Haushaltsgeschirr Nachfrage. Der spätere Wandel des Unternehmens beruhte jedoch auch darauf, neue Formen des Wohnens und der Tischkultur anzusprechen. Selb-Plößberg wurde in diesem Prozess zu einem wichtigen Arbeitsort. (RPQ02, PDF-S. 1)
Philip Rosenthal trat 1950 als Werbeleiter in das Unternehmen ein und übernahm 1952 die Produktgestaltung. Petra Werners Jubiläumsbroschüre beschreibt den „New Look“ als Verbindung unterschiedlicher gestalterischer Anregungen und nennt zahlreiche Künstler und Designer. 1961 entstand daraus die Rosenthal Studio-Linie. Für Selb-Plößberg hebt Siemen besonders Tapio Wirkkala und Bjørn Wiinblad hervor und bezeichnet das Werk als Geburtsort der Studio-Line. (RPQ05, gedruckte S. 7; RPQ02, PDF-S. 1)
RP10 · Gruppe aus dem Meisterlehrgang-Bestand. Männer im Gespräch vor Betriebsgebäuden. Original Meisterlehrgang-Rosenthal.jpg, Ordner bahnhof-selb-motive. Herkunft.
Die Aufnahme aus dem Meisterlehrgang-Bestand erinnert an eine weitere Voraussetzung dieser Entwicklung: Neue Produkte mussten von Fachleuten in eine zuverlässig wiederholbare Herstellung übersetzt werden. Zwischen künstlerischer Idee und verkäuflichem Porzellan lagen Modellarbeit, Formenbau, Materialerfahrung, Brennversuche und Qualitätskontrolle. Die Bedeutung des Betriebs erschöpft sich deshalb nicht in den Namen prominenter Entwerfer. Auch die beruflichen Kenntnisse der Beschäftigten gehören zu seiner Gestaltungsgeschichte. Diese Einordnung ergibt sich aus dem Zusammenhang von Siemens Produktionsbeschreibung und den Entwurfsdarstellungen der Jubiläumsbroschüre. (RPQ02, PDF-S. 2; RPQ05)
Wirkkala und Wiinblad stehen beispielhaft für sehr verschiedene Ansätze: die Arbeit an Form, Materialwirkung und Oberfläche einerseits sowie erzählerische und figürliche Entwürfe andererseits. Die Studio-Line wurde gerade durch unterschiedliche Handschriften geprägt. Ihr gemeinsamer Rahmen war die Zusammenarbeit mit einem industriellen Hersteller und einer auf zeitgenössische Gestaltung ausgerichteten Präsentation. Der ausführliche Studio-Line-Artikel behandelt die Produkte, Studio-Häuser und späteren Kunsteditionen. (RPQ05, gedruckte S. 7–10)
RP11 · Bjørn Wiinblad bei der Entwurfsarbeit. Werkzeuge, Modell und Zeichnungen im Arbeitsraum. Original studio-linie-rosenthal_1.jpg; Bildnachweis SL01. Herkunft.
Das Bild Wiinblads zeigt Entwurfsarbeit im Rosenthal-Archivzusammenhang. Es ergänzt die Fabrikansichten um die Arbeit am Modell; der konkrete Aufnahmeraum und das Jahr sind im ausgewerteten Bildnachweis nicht gesichert. Die spätere Entwicklung des Programms setzte sich nach dem Ende der Fertigung im alten Werk an anderen Orten fort. Ein Entwurf aus den 1970er Jahren gehört deshalb nicht schon aufgrund seiner Studio-Line-Zugehörigkeit zur Produktionsgeschichte der alten Plößberger Fabrik.
Die alte Fabrik war über Jahrzehnte für wechselnde Bedürfnisse erweitert worden. Gerade die Vielzahl der Geschosse, Verbindungen und nachträglichen Ergänzungen erschwerte eine neue Ordnung der Fertigung. Siemen stellt den wirtschaftlichen Modernisierungsbedarf in den Zusammenhang der Entscheidung für den Neubau am Rothbühl. Dort wurde mit Walter Gropius, Alexander Cvijanovic und The Architects Collaborative eine andere räumliche Organisation der Produktion möglich. (RPQ02, PDF-S. 1; Rothbühl: Bau und Fertigungsablauf)
Das neue Werk entstand 1965–1967; seine Einweihung am 5. Oktober 1967 ist im eigenen Architekturartikel mit den entsprechenden Nachweisen dokumentiert. Für die Stilllegung des alten Werks nennt die heutige Stadtinformation 1969. Torsten Schöpes Vortrag von 2006 spricht dagegen von einem Betrieb bis 1971. Die Einweihung des Neubaus, die Verlagerung einzelner Bereiche und der Abschluss aller Nutzungen dürfen daher nicht ohne Weiteres auf ein einziges Datum zusammengezogen werden. Ein betrieblicher Abschlussbericht, der den Unterschied 1969/1971 vollständig erklärt, liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor. (RPQ03, RPQ04, PDF-S. 3)
Mit dem Ende der regulären Produktion war die Zukunft der Gebäude keineswegs gesichert. Siemen berichtet von wechselnden Verkäufen und wirtschaftlich erfolglosen Nachnutzungen. Schöpe beschreibt den wachsenden Verfall, Hausschwamm und überwachsene Flächen. Die technische Ausstattung wurde teilweise entfernt; für das große Fabrikensemble mussten eine neue Aufgabe und eine tragfähige Finanzierung gefunden werden. (RPQ02, PDF-S. 1; RPQ04, PDF-S. 4)
Für den Brand eines Gebäudeteils nennt Schöpe ausdrücklich den 23. Januar 1982 und bezeichnet das spätere Gebäude B als bis auf die Grundmauern abgebrannt. Siemens undatierter Text nennt dagegen 1984. Der präzise Tagesvermerk im Architektenvortrag wird hier als dessen Angabe wiedergegeben; die abweichende Jahreszahl bleibt im Quellenvergleich sichtbar. Eine zeitgenössische Brandakte oder datierte Lokalzeitung wurde im ausgewerteten Bestand noch nicht gefunden. (RPQ04, PDF-S. 4 / gedruckte S. 3; RPQ02, PDF-S. 1)
1986 entschied sich der Selber Stadtrat nach Siemen für den Aufbau eines Museums. Die entscheidende Idee bestand darin, das vorhandene Porzellanmuseum in Hohenberg an der Eger um die Geschichte der Herstellung und der Arbeitswelt zu ergänzen. Die erhaltene Fabrik eignete sich dazu besonders, weil ihre Gebäude, Öfen und Umgebung einen Produktionszusammenhang bewahrten. Auch die heutige Museumsgeschichte nennt 1986 als Beginn der Selber Planungen. (RPQ02, PDF-S. 1–2; RPQ10)
Wilhelm Siemen entwickelte gemeinsam mit dem Bayreuther Architekturbüro Resch & Stiefler Konzepte von 1988 und 1990. Nach Schöpe wurde das Areal 1990 erworben; im Mai 1991 begannen die ersten Aufräumarbeiten mit einem Ingenieur und drei Beschäftigten im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Ab November standen zwölf ABM-Kräfte zur Verfügung. Die Rettung war somit ein langjähriger Arbeitsprozess, an dem Museum, Planung, Handwerk und öffentliche Beschäftigungsmaßnahmen beteiligt waren. (RPQ04, PDF-S. 3–4)
RP12 · Die Fabrik als Museum. Historische Außenaufnahme der Anlage in Selb-Plößberg. Original Selb_4.jpg; Bildquelle: Porzellanikon, Sammlung Stefan Strößenreuther. Herkunft.
Der Vortrag von 2006 dokumentiert mehrere Etappen: 1991–1992 wurden Werkstattgebäude und Pförtnerhaus hergerichtet, 1994–1995 folgte die Massemühle. 1997–1998 wurden das Gebäude der großen Dampfmaschine und ein ehemaliges Malereigebäude bearbeitet. Zwischen 1998 und 2002 entstand der Bereich zur Weißfertigung. Die Gebäude A und B wurden 2001–2005 saniert und für Eingang, Sammlung, Rosenthal-Museum, Gastronomie und Veranstaltungen eingerichtet. Der Bereich Technische Keramik wurde 2004–2005 aufgebaut. (RPQ04, PDF-S. 4–6 / gedruckte S. 3–5)
Diese Abfolge erklärt, warum die Museumsgeschichte aus mehreren Teilprojekten besteht. Der historische Vortrag berichtet zugleich über damals noch geplante Abschnitte von 2006–2007 und 2008–2010. Seine Zukunftsangaben werden hier nicht als Nachweis einer später tatsächlich unverändert ausgeführten Maßnahme verwendet. Die Sanierung griff tief in gefährdete Bauteile ein, bewahrte aber zugleich den Zusammenhang einer historischen Porzellanfabrik. Schöpe benennt auch Verluste, etwa den Abbruch eines aus heutiger Sicht erhaltenswerten Gebäudes im Innenhof. (RPQ04, PDF-S. 4–6)
Die Stadt Selb hebt sechs erhaltene Rundöfen aus dem früheren Bestand von zehn hervor. Fabrikgebäude, ehemalige Arbeiterhäuser und Villa machen den Standort als Ensemble lesbar. Wer die erhaltenen Spuren betrachtet, begegnet einer Industrieanlage, deren Funktion über einzelne Fassaden hinausgeht. (RPQ03)
Die heutigen Ausstellungen vermitteln die Schritte von Rohstoffaufbereitung und Formenbau bis Weißfertigung und Dekoration. Historische Maschinen stammen dabei auch aus anderen europäischen Fabriken. Das Museum bewahrt also den alten Produktionsort und ergänzt ihn durch gerettete Ausstattung weiterer Betriebe. Diese Unterscheidung gehört zu einer nachvollziehbaren Geschichte des Industrieerbes. (RPQ11; RPQ04, PDF-S. 5)
Die Dauerausstellung „Rosenthal – Ein Mythos“ verbindet die Unternehmens- und Familiengeschichte mit Produkten und Gestaltung. Mit der Übernahme in die Trägerschaft des Freistaates Bayern 2014 erhielt das Porzellanikon eine neue institutionelle Grundlage. Die offizielle Übernahmefeier fand am 6. Februar 2014 statt. Die umfassendere Geschichte beider Museumsstandorte, ihrer Sammlungen und Ausstellungen behandelt der Porzellanikon-Artikel. (RPQ14, RPQ15)
| Jahr / Zeitraum | Entwicklung | Nachweis |
|---|---|---|
| 1. November 1865 | Eröffnung des Bahnhofs in Selb-Plößberg | RPQ02 |
| Sommer 1866 | Zusammenschluss der von Bohrer genannten Gründer; Bau der neuen Fabrik | RPQ01 |
| 1867 | Produktionsbeginn: Bohrer nennt Frühjahr, Siemen Spätherbst | RPQ01–02 |
| 1870–1875 | Intensive Ausbauphase | RPQ02 |
| 1879 | Bezug erster Arbeiterwohnhäuser auf der anderen Seite der Bahn | RPQ02 |
| Seit 1890 | Weitere Gebäude, Aufstockungen und Öfen | RPQ02 |
| 1914 | Zehn Rundöfen, ein Kiesofen, rund 400 Beschäftigte | RPQ02 |
| 1917 | Verkauf der Zeidler-Fabrik an Philipp Rosenthal | RPQ02–04 |
| Seit 1918 | Fertigung von Maria Weiß am Standort nach Siemen; Maria als Form seit 1916 | RPQ02, RPQ05 |
| 1926 | Steingut als weiteres Produktfeld | RPQ02 |
| 1928 | Rund 900 Beschäftigte; Lillteicher nennt die Gründung der Bahnhof-Selb-GmbH | RPQ02, RPQ06 |
| 1933–1935 | Verfolgungsdruck, Verlust des Einflusses der Familie; Bayreuther Vertrag 1935 | RPQ06 |
| 1950 | Rückerstattungsvergleich; Philip Rosenthal wird im Unternehmen tätig | RPQ06, RPQ05, RPQ08 |
| 2. Dezember 1953 | Versand von Kärner-Formen und -Modellen im Waggon G 59652 nach Selb-Plößberg | RPQ07 |
| 1961 | Beginn der Studio-Line als benanntes Programm | RPQ05 |
| 1965–1967 | Bau des Nachfolgewerks am Rothbühl; Einweihung 5. Oktober 1967 | Architekturartikel |
| 1969 / 1971 | Stilllegung nach Stadtinformation / abweichendes Betriebsende im Vortrag von 2006 | RPQ03–04 |
| 23. Januar 1982 | Brand des späteren Gebäudes B nach Schöpe; Siemen nennt abweichend 1984 | RPQ04, RPQ02 |
| 1986 | Selber Museumsentscheidung beziehungsweise Beginn der Planung | RPQ02, RPQ10 |
| 1988 / 1990 | Museumskonzepte mit Resch & Stiefler | RPQ04 |
| 1990 / 1991 | Erwerb des Areals und Beginn der Aufräum- und Sicherungsarbeiten | RPQ04 |
| 1994–2005 | Mehrere Bauabschnitte für Herstellung, Maschinen, Sammlung und weitere Museumsbereiche | RPQ04 |
| 2014 | Übernahme des Porzellanikons durch den Freistaat Bayern | RPQ15 |
Der Fundus verbindet eine ältere Stadtchronik, museumsgeschichtliche Fachtexte, Geschäftspost, ein Modellverzeichnis und Fotografien. Diese Quellen beantworten unterschiedliche Fragen. Bohrer dokumentiert die Erinnerung an die Gründer; Siemen erklärt die Entwicklung der Fabrik und das Museumskonzept; Schöpe beschreibt die Rettung aus architektonischer Sicht. Das Schreiben von 1953 ist ein datierter Einzelbeleg, während die CSV-Datei der Orientierung im Figurenbestand dient.
| Frage | Unterschiedliche Angaben | Einordnung im Artikel |
|---|---|---|
| Gründung und Produktionsbeginn | Gründung 1866; Bohrer Frühjahr 1867, Siemen Spätherbst 1867 für Inbetriebnahme | Gründung und Fertigungsbeginn getrennt; der Monat bleibt offen |
| Maria | Einführung der Form 1916; Fertigung am Standort seit 1918 nach Siemen | Unternehmensweite Produkteinführung und Standortgeschichte unterschieden |
| Werk und GmbH | Werksübernahme 1917; GmbH-Gründung nach Lillteicher 1928 | Unterschiedliche wirtschaftliche und gesellschaftsrechtliche Vorgänge |
| Rückkehr Philip Rosenthals | Undatierter Museumstext 1950, NDB 1947 | Rückkehr 1947; 1950 Vergleich und Tätigkeit im Unternehmen |
| Ende des alten Werks | Stadtinformation 1969; Schöpe Betrieb bis 1971 | 1969 als offizielles Stilllegungsjahr; 1971 als abweichende Angabe ausgewiesen |
| Brand | Schöpe 23. Januar 1982; Siemen 1984 | Beide Angaben dokumentiert; zeitgenössischer Beleg zur abschließenden Klärung gesucht |
| Modellnummern | Wiederholungen bei unterschiedlichen Entwerfern | Nummern nur zusammen mit Motiv, Gestalter und Literaturstelle verwenden |
Weitere ergiebige Aufgaben sind eine Auswertung von Handelsregisterakten zur GmbH, datierten Fabrikkatalogen, Bauplänen und Belegschaftsunterlagen sowie die genauere Erschließung der Bildrückseiten. Sie können die bestehenden Abschnitte ergänzen, ohne neue Parallelversionen des Artikels anzulegen.
Die Auswahl stammt aus der Sammlung Stefan Strößenreuther im Download-Fundus. Bei RP02–RP08 und RP10 sind Fotografen und genaue Aufnahmejahre im ausgewerteten Bestand nicht dokumentiert. Die Zuordnung der historischen Fabrikserie wird durch ihre gemeinsame Ablage und die archivierten Webseiten zu Jacob Zeidler / Selb-Plößberg gestützt. Mehrere Dateinamen beginnen mit „Erkersreuth“; sie werden als originale Archivnamen bewahrt und nicht als eigene Ortsbestimmung übernommen. Der Ordnername „Bundesarchiv Fotos“ allein ist kein Bildnachweis des Bundesarchivs. RP10 bleibt als Rosenthal-Gruppenaufnahme aus dem Meisterlehrgang-Bestand beschrieben; ein bestimmter Aufnahmeraum wird ihr nicht zugewiesen. (RPQ12, RPQ13)
| Kennung | Motiv / bereits vorhandene Kennung | Originaldatei und Ablage unter Downloads |
|---|---|---|
| RP01 | Luftaufnahme Selb-Plößberg / RG02 | Porzellanstadt Selb/Rosenthal/Fabriken/selb069.jpg |
| RP02 | Bahn und Fabrik | Porzellanstadt Selb/Erkersreuth Fotos/Erkersreuth Fotos Sortiert/bahnhof-selb-motive/Erkersreuth026.jpg |
| RP03 | Werkhof | gleicher Ordner, Erkersreuth038.jpg |
| RP04 | Transportbrücken | gleicher Ordner, Erkersreuth043.jpg |
| RP05 | Fabrikantenvilla | Porzellanstadt Selb/Bundesarchiv Fotos/bundesarchiv-1/zeidler-villa.jpg |
| RP06 | Firmenschriftzug Jacob Zeidler | gleicher Ordner, zeidler02.jpg |
| RP07 | Firmenschriftzug Rosenthal | gleicher Ordner, zeidler01.jpg |
| RP08 | Sortiment und Ausstellung | Ordner bahnhof-selb-motive, erkersreuth009.jpg |
| RP09 | Versandmitteilung 2. Dezember 1953 / TK10 | Porzellanstadt Selb/Bestandsverzeichnis Eschenbach/Karner7.jpg; Parallelüberlieferung Karner-7.pdf |
| RP10 | Gruppe aus dem Meisterlehrgang-Bestand | Ordner bahnhof-selb-motive, Meisterlehrgang-Rosenthal.jpg |
| RP11 | Bjørn Wiinblad / SL01 | studio-linie-rosenthal_1.jpg im archivierten Webseitenbestand; Zuordnung nach dessen Beschriftung. Vorhandener Bildnachweis |
| RP12 | Museumsfabrik / PI01 | Selb_4.jpg, Pressebild-CD2 im Bestand zu „Königstraum und Massenware“. Bildquelle: Porzellanikon. Vorhandener Bildnachweis |
RP01, RP09, RP11 und RP12 verwenden vorhandene WebP-Dateien des Wikis erneut. Die acht neu hinzugefügten Fotografien behalten ihre vollständige Bildfläche und ursprüngliche Auflösung. Rechte an Fotografien, abgebildeten Kunstwerken und Entwürfen bleiben neben dem gemeinsamen Nutzungshinweis maßgeblich.
Lokale Fundstellen beziehen sich auf den Download-Fundus. PDF-Seiten und gedruckte Seitenzahlen werden getrennt genannt. Onlinequellen wurden am 18. Oktober 2026 geprüft. Die unter RPQ09 genannten Niecol-Verweise sind aus dem Arbeitsverzeichnis übernommen; sie werden nicht als neu gelesene Originalbände ausgewiesen.
Bohrer: Chronik der Stadt Selb, 1930, gedruckte S. 232, PDF-S. 13 der Teildatei 16_bis_Seite_239 (Bohrer Chronik Selb).pdf. Ablage: Downloads/Ahnenforscher/Gemeinden O - S/Selb/Selb Chronik Bohrer1930/. Gründungsinitiative 1866, Namen und Berufe, Produktionsbeginn Frühjahr 1867. Frakturseite visuell geprüft.
Wilhelm Siemen M. A.: „Museen in Industriedenkmalen. Europäisches Industriemuseum für Porzellan und Technische Keramik Selb-Plößberg“, undatierter dreiseitiger Text. Datei Siemen_Museen_in_Industriedenkmalen.pdf, Ablage: Downloads/Porzellan Version 2024/Bilder/Museumstag/Museum/. PDF-S. 1: Bahnhof, Gründung, Werksentwicklung, Rosenthal, Stilllegung und Museumsentscheidung; S. 2–3: Denkmal, Arbeitswelt und Ausstellungskonzept. Alle drei Seiten textlich und visuell geprüft. Einzelne Datierungen weichen von anderen Quellen ab; siehe Quellenvergleich.
Stadt Selb: „Museen“, offizielle Darstellung des Porzellanikons. Belegt insbesondere Gründung 1866, Übernahme 1917, Stilllegung 1969 und sechs erhaltene Rundöfen. Städtische Museumsinformation. Die dortige Schreibweise „Zeitler“ wird nicht als richtige Namensform übernommen.
Torsten Schöpe: „Zukunft für Gewerbebrachen: Kultur, Begegnung und Kommerz. Beispiel des Europäischen Industriemuseums für Porzellan und Keramik in Selb“, Vortrag bei der Fachtagung „Stadtumbau West – Chance für neue Qualität“, 10. Oktober 2006. Datei vortrag_schoepe.pdf, zwölf PDF-Seiten, gleicher Ordner wie RPQ02. Für den Artikel besonders PDF-S. 3–6 / gedruckte S. 2–5: Standortgeschichte, Brand, Erwerb, ABM-Arbeit und Bauabschnitte. Diese Seiten vollständig textlich und visuell geprüft. Spätere Bauabschnitte sind im Vortrag als Planungen bezeichnet.
Petra Werner: „125 Jahre Rosenthal – Das Originale unserer Zeit“, Begleitbroschüre, © Rosenthal AG 2004, Redaktion Astrid Kühn / Beate Reichel. Datei RAGJubilaeumsausstellung_dt.pdf, Ablage: Downloads/Porzellanstadt Selb/Rosenthal/Artikel/. Besonders gedruckte S. 6–7 / PDF-S. 4: Maria, New Look, Philip Rosenthals Aufgaben und Studio-Linie; gedruckte S. 8–10 zur weiteren Gestaltungsgeschichte. Bereits im Studio-Line-Artikel erschlossen.
Jürgen Lillteicher: Text zur „Arisierung“ und Rückerstattung des Rosenthal-Unternehmens, Datei Arisierung_Rosenthal.pdf, Ablage: Downloads/Porzellanstadt Selb/Rosenthal/Artikel/. Fünfseitiger überlieferter Auszug mit unvollständiger Bibliografie und ausgelassenen Originalseiten. PDF-S. 1–2: Bahnhof-Selb-GmbH, Verfolgung und Ausschaltung der Familie; PDF-S. 4: Vergleich vom 21. September 1950 und Behandlung der GmbH. Als historische Sekundärdarstellung verwendet; kein Ersatz für Handelsregister- und Vertragsakten. Die frühen Gründungs- und einzelnen Lebenslaufangaben des Auszugs werden nicht ungeprüft übernommen.
Versandmitteilung vom 2. Dezember 1953 an Rosenthal-Porzellan A.G., Selb/Bayern, Bahnhof Selb, Datei Karner-7.pdf, eine Seite, sowie Bildfassung Karner7.jpg. Ablage: Downloads/Porzellanstadt Selb/Bestandsverzeichnis Eschenbach/. Formen und Modelle Professor Kärners, Waggon G 59652, Zielstation Selb-Plößberg. Blatt vollständig visuell gelesen. Der angekündigte Anhang ist auf dem Blatt nicht enthalten. Im Wiki bereits als TK10 erschlossen.
Wilhelm Siemen: „Rosenthal, Philip (bis 1934 Philipp)“, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 80–81. Belegt Rückkehr 1947, Vergleich 1950 und berufliche Aufgaben. Deutsche Biographie.
„BahnhofSelb.csv“, undatiertes Arbeitsverzeichnis mit 926 Datenzeilen und den Feldern Modell, Entwerfer, Beschreibung und Literatur. Ablage: Downloads/Porzellan Version 2024/Selb/Datenbanken-csv-Webseiten/Datenbanken/. Die Tabelle oben gibt ausgewählte Datensätze wieder; die dort genannten Niecol-Bände sind in diesem Arbeitsschritt nicht als vollständige Originalausgaben geprüft worden. Mehrfachbelegungen einzelner Modellnummern bleiben erhalten.
Porzellanikon: „Das Museum“ / Museumsgeschichte, heutige Selbstdarstellung zu beiden Standorten und dem Selber Planungsbeginn 1986. Museumsgeschichte.
Porzellanikon: „Porzellan-Herstellung“, Beschreibung der Dauerausstellung, Herstellungsschritte und Herkunft historischer Maschinen aus verschiedenen europäischen Fabriken. Porzellan-Herstellung.
Historischer Bildbestand „bahnhof-selb-motive“ und Zeidler-Bildgruppe, Ablagen wie im Bildverzeichnis. Die Fabrikserie, Ausstellungsaufnahme und Meisterlehrgang-Datei werden mit ihren originalen Dateinamen dokumentiert. Die Zeidler-Fotografien liegen unter Porzellanstadt Selb/Bundesarchiv Fotos/bundesarchiv-1/; aus dem Sammelordnernamen wird keine institutionelle Herkunft oder Lizenz abgeleitet.
Archivierte eigene Webseiten „Jacob Zeidler“ und „Selb-Plößberg“, Sicherung Juli 2020. Dateien index.html unter Downloads/Webseite porzellan-selb/Webseite Juli 2020/httpdocs/wp-content/cache/all/project/jakob-zeidler/ sowie .../selb-ploessberg/. Die Seiten verknüpfen die verwendeten historischen Motive mit Selb-Plößberg. Teile ihrer Texte stimmen mit Siemens Darstellung überein und werden nicht als unabhängige Bestätigung gezählt. Die abweichenden knappen Jahresangaben der Webseitenüberschriften sind gegenüber den ausführlicheren Nachweisen zurückgestellt.
Porzellanikon: „Rosenthal – Ein Mythos“, Beschreibung der Dauerausstellung zur Unternehmens-, Familien- und Produktgeschichte im historischen Werk. Rosenthal-Ausstellung.
Bayerisches Landesportal / Staatsministerium: Übernahme des Porzellanikons in die Trägerschaft des Freistaates Bayern, Mitteilung vom 6. Februar 2014. Offizielle Mitteilung.
Rosenthal – Unternehmensgeschichte · Studio-Line · Rosenthal am Rothbühl · Porzellanikon · Theodor Kärner · Lokschuppen und Eisenbahn · Unternehmen und Fabriken · Bilder und Archive