Theodor Kärner (1884–1966) gehört zu den Bildhauern und Modelleuren, deren Arbeiten die Porzellangeschichte des Fichtelgebirges mit München verbinden. Aus dem Hohenberger Umfeld führte sein Weg zu Nymphenburg, Rosenthal und zur Porzellanmanufaktur Allach. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Modelle in Windischeschenbach gefertigt; 1953 gelangten Formen und Modelle nach Selb-Plößberg. Der erhaltene Schriftwechsel macht diesen letzten Übergang ungewöhnlich konkret: Er nennt Vertragstermine, Honorare und sogar den Eisenbahnwaggon. (TKQ01, TKQ02, TKQ07, TKQ10, TKQ14)
Im Mittelpunkt stehen neben dem Lebensweg die Werke und ihre Nachweise. Eine historische Fotokarte bezeichnet den „Lustigen Akrobaten“, K 65, ausdrücklich als Modell Kärners. Das dreiblättrige Eschenbacher Bestandsverzeichnis vom 27. November 1952 erschließt weitere Nummern, Motive und Ausführungen. Es ist ein betriebliches Inventar, kein geschlossenes Werkverzeichnis eines einzigen Künstlers. Wo ein eigenständiger Entwerfernachweis fehlt, bleibt die Bestandszuordnung von der Urheberzuordnung getrennt. Redaktionsstand: 16. Oktober 2026.
TK01 · „Lustiger Akrobat“, K 65. Fotokarte mit Entwerferangabe Prof. Th. Kärner, Aufglasur-Handmalerei und Höhe 23 cm. Bildnachweis TKQ12.
Die Akademiematrikel nennt als Herkunftsort Hohenberg und als Stand der Eltern Porzellandreher. Sie verankert Kärners Ausbildung damit in einem porzellangewerblichen Umfeld. Der museale Überblick „Das Tier in Porzellan“ führt eine Modelleurlehre bei Hutschenreuther bis 1903 und den Besuch der Münchner Kunstgewerbeschule 1904 an. Die im Überblick nicht näher bezeichnete Firma wird hier nicht ohne weiteren Beleg einem bestimmten Hutschenreuther-Werk zugewiesen. (TKQ01, TKQ02)
Ein besonders genauer Nachweis ist der Eintrag Nr. 5340 im Matrikelbuch der Akademie der Bildenden Künste München. Kärner trat am 31. Oktober 1913 ein, war 29 Jahre alt und schrieb sich in die Malschule von Zügel ein. Die Edition ordnet das Fach als Malerei ein und nennt Heinrich von Zügel als Lehrer. Für den Beginn dieses nachgewiesenen Akademiekontakts ist somit 1913 maßgeblich; pauschale spätere Angaben über Studienjahre dürfen diesen datierten Eintrag nicht ersetzen. Der Nachweis belegt die Einschreibung, für sich allein aber keine lückenlose Studiendauer. (TKQ01)
Diese Verbindung von Modellieren und Malerei ist für das Verständnis der Porzellanfiguren hilfreich. Ein Modell legt Haltung, Umriss und plastische Einzelheiten fest. Die farbige Ausführung kann das Erscheinungsbild wesentlich verändern. Die späteren Eschenbacher Unterlagen unterscheiden ausdrücklich weiße, unterglasur- und aufglasurbemalte Fassungen. Kärners eigener Brief von 1954 zeigt zudem, dass er nicht nur mit plastischen Modellen, sondern auch mit eigenhändig bemalten Tellern befasst war. (TKQ07, TKQ08, TKQ11)
Von 1905 bis 1918 arbeitete Kärner nach der musealen Biografie als festangestellter Bildhauer in Nymphenburg. Zwei präzise dokumentierte Modelle sind der Pfauhahn, Modell 171, Entwurf 1905, und der Silberfasan, Modell 500, Entwurf 1914. Die virtuelle Ausstellung verzeichnet jeweils auch die spätere Ausformung der dort gezeigten Exemplare. Gerade diese Trennung von Entwurf und Herstellung eines einzelnen Stücks ist für die Zuordnung wichtig. (TKQ02)
Die Manufaktur Nymphenburg führt den Pfauhahn weiterhin auf einen Entwurf des damals 21-jährigen Kärner zurück. In ihrer aktuellen Produktbeschreibung ist das Stück sowohl als Beispiel der plastischen Form als auch der Unterglasurbemalung eingeordnet. Eine heutige Artikelnummer bezeichnet dabei die angebotene Produktfassung; sie ist nicht automatisch identisch mit der historischen Modellnummer. Für den Pfauhahn werden deshalb die historische Modellnummer 171 und die heutige Produktreferenz nicht vermischt. (TKQ03)
Kärners Arbeit stand in einer Phase künstlerischer Erneuerung der Manufaktur. Nymphenburg nennt ihn zusammen mit anderen Gestaltern im Programm Albert Bäumls, der die Kunstporzellane stärkte und technische Voraussetzungen, darunter die Unterglasurmalerei, ausbaute. Die Tierplastik verband so die Arbeit eines entwerfenden Bildhauers mit den Möglichkeiten des Manufakturbetriebs. Ein Figurenname allein beschreibt dieses Zusammenspiel noch nicht: Zur vollständigen Bestimmung gehören auch Modellfassung, Bemalung und Herstellung. (TKQ04)
Nach der Nymphenburger Zeit war Kärner für Rosenthal tätig. Die museale Biografie unterscheidet Rosenthal und Rosenthal Bahnhof-Selb. Für das Wiki ist diese Unterscheidung wesentlich, weil eine gleiche Künstlerzuordnung noch keine gleiche betriebliche Herkunft oder einheitliche Nummerierung bedeutet. Den größeren Unternehmenszusammenhang erläutert der Artikel Rosenthal – die Unternehmensgeschichte. (TKQ02)
Ein im Fundus überliefertes Motiv ist der liegende Tiger mit einem erlegten Pfau. Es zeigt die große Katze auf einem niedrigen Sockel; der blaue Vogel bildet einen deutlichen farblichen Gegenpol zur zurückhaltenden Tierbemalung. Die vollständige Aufnahme ist in der archivierten Bildsammlung neben mehreren Detailansichten vorhanden. Die Auswahl verwendet die Gesamtansicht, damit Haltung, Sockel und das Verhältnis beider Tiere erkennbar bleiben.
TK03 · Tiger mit Pfau. Vergleich mit Rosenthal-Modell 207 von Theodor Kärner, Entwurf um 1925. Vergleich und Bildherkunft TKQ13.
Die Kataloge von Bergmann und Dr. Fischer verbinden das Motiv mit Rosenthal-Modell 207 und Kärners Entwurf von beziehungsweise um 1925. Diese Katalogangaben beziehen sich auf die jeweils untersuchten Auktionsobjekte. Sie ermöglichen einen konkreten Modellvergleich, ersetzen aber keine Prüfung der Unterseite des fotografierten Archivstücks. Insbesondere darf aus dem Entwurfsjahr 1925 nicht gefolgert werden, dass jede spätere Ausformung ebenfalls 1925 entstanden ist. (TKQ13)
Kärners Tätigkeit für Allach gehört zur Biografie und zur Geschichte der später weiterverwendeten Modelle. Die museale Kurzbiografie nennt ihn ab 1935 als künstlerischen Leiter. Die von der KZ-Gedenkstätte Dachau veröffentlichte Untersuchung datiert die Gründung der GmbH auf den 3. Januar 1936. Die beiden Daten betreffen unterschiedliche Vorgänge; der Beginn einer künstlerischen Mitarbeit und die rechtliche Unternehmensgründung werden hier getrennt behandelt. (TKQ02, TKQ06)
Die Manufaktur war in die Wirtschaft der SS eingebunden. Die Gedenkstätte beschreibt die Herstellung von Kunst- und Gebrauchsgegenständen für den Verkauf und als Geschenke innerhalb der SS. Für den Produktionsort auf dem SS-Gelände in Dachau dokumentiert sie ab 1940 den Einsatz von KZ-Häftlingen; zwischen Ende 1941 und 1944 mussten dort zeitweise bis zu 90 Gefangene arbeiten. Die Anerkennung handwerklicher oder plastischer Qualitäten darf diese Produktionsbedingungen nicht ausblenden. (TKQ05)
Die Untersuchung unterscheidet außerdem die Porzellanmanufaktur vom KZ-Außenlagerkomplex Allach, der vor allem mit BMW verbunden war. Der gleiche Ortsname darf nicht zu einer Gleichsetzung führen. Für Kärners Werkgeschichte bleibt entscheidend, dass die Beschäftigung mit einem Modell immer auch dessen Produktionszusammenhang berücksichtigen muss. (TKQ06)
Die hier ausgewerteten Nachkriegsverträge belegen die spätere Nutzung von Kärner-Modellen. Sie sind keine vollständige Dokumentation der Allacher Vorkriegs- und Kriegsproduktion. Aus einer ähnlichen Tierhaltung oder einer späteren Eschenbach-Nummer wird deshalb keine identische Allacher Modellnummer abgeleitet.
Der erhaltene zweiseitige Vertrag nennt als Partner die Porzellanfabrik Oscar Schaller & Co. Nachf. in Windischeschenbach und den Bildhauer Professor Theodor Kärner in München. Auf dem Unterschriftenblatt stehen für die Fabrik der 6. Juli 1948 und für Kärner der 15. Juli 1948. Die spätere Auflösungsvereinbarung bezieht sich auf den Vertrag vom 15. Juli 1948. Dadurch ist die Zuordnung beider Blätter gesichert. (TKQ07, TKQ09)
TK04 · Vertrag von 1948. Erstes Blatt zur Überlassung und Vergütung von Modellen. Quelle TKQ07.
Kärner überließ der Fabrik Modelle zur Vervielfältigung und Verbreitung in Porzellan. Dafür waren 15 Prozent des Fabrikpreises der weißen und farbigen Exemplare vorgesehen, sobald diese verkauft waren. Abrechnung und Auszahlung sollten zum Ende der Kalendervierteljahre erfolgen. Das ist ein genauer Beleg für eine umsatzbezogene Honorierung. Die Überlassung eines Entwurfs bedeutete nach diesem Vertrag nicht den Verkauf des Eigentums am Modell. (TKQ07)
Die Modelle sollten Eigentum des Künstlers bleiben. Kärner behielt eine Möglichkeit zur Veräußerung von Bronzeabgüssen, durfte die Modelle aber keinem Dritten zur Vervielfältigung in Porzellan überlassen. Vorgesehen waren ferner Belegexemplare in weißer beziehungsweise farbiger Ausführung sowie die Möglichkeit, die Honorarabrechnung auf eigene Kosten durch einen öffentlich bestellten Wirtschaftsprüfer prüfen zu lassen. Für eine Einstellung der Fabrikation war die Rückgabe der Modelle vereinbart.
TK05 · Zweite Vertragsseite. Vereinbarung einer monatlichen Zuwendung von 100 DM ab 1. Juli 1948 bis zu entsprechenden Modelleinnahmen. Quelle TKQ07.
Die ursprüngliche Laufzeit betrug fünf Jahre; eine anschließende Verlängerung und eine Kündigungsfrist waren geregelt. Zugleich ließ der Vertrag eine einvernehmliche sofortige Auflösung zu. Für die auf Lager befindlichen Exemplare war bei Auflösung eine Abrechnung wie bei verkauften Stücken vorgesehen. Diese Regelungen erklären, weshalb 1953 noch zwischen laufenden Lieferungen, Fertigware und halbfertiger Ware unterschieden werden musste. (TKQ07, TKQ09)
Das dreiblättrige „Bestandsverzeichnis über Kunstporzellan (Figuren)“ trägt auf dem ersten Blatt das Datum 27.11.1952. Seine Spalten lauten Nummer, Gegenstand, Ausführung und Stückzahl. Es dokumentiert also einen Bestand zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Zahlen der letzten Spalte sind keine Auflagenhöhen und keine Gesamtproduktion seit Einführung eines Modells. Auch das Bestandsdatum ist kein Entwurfsdatum. (TKQ08)
TK06 · Bestandsverzeichnis, Blatt 1. Tierfiguren sowie „Alter Fritz“, „Mädchen mit Hase“ und „Amazone“, mit handschriftlichen Mengenkorrekturen. Quelle TKQ08.
Die Kürzel der Ausführung unterscheiden unter anderem „Uglasur“, „Aufgl.“, „undekor.“ und „uni“. Sie werden im Register als historische Angaben behandelt. Bei wiederholten Gegenständen stehen häufig Anführungszeichen anstelle einer erneuten Ausschreibung. Für die lesbare Erschließung werden diese Wiederholungszeichen auf den zuvor genannten Gegenstand bezogen. Unterschiedliche Nummern bleiben auch dann getrennt, wenn der Name gleich lautet: Das betrifft etwa die junge Maus unter K 25, K 77 und K 78.
TK07 · Bestandsverzeichnis, Blatt 2. K 65 „Lustiger Akrobat“ in Aufglasur-Ausführung und „uni“. Quelle TKQ08.
Bei K 65 nennt das Verzeichnis fünf Stück in Aufglasur-Ausführung und drei „uni“. Gerade hier greifen Schrift- und Bildquelle ineinander: Nummer und Titel stimmen mit der Fotokarte überein, die zusätzlich Kärner als Entwerfer und die Höhe von 23 cm angibt. Diese Kombination erlaubt eine konkrete Werkzuordnung. Sie sagt jedoch nicht, wann jedes der gelisteten acht Exemplare hergestellt oder verkauft wurde. (TKQ08, TKQ12)
Andere Einträge bleiben enger begrenzt. Die Liste führt K 66 als „Amor als Schütze“. Im gleichen Konvolut liegt eine Fotokarte einer Amorfigur mit Bogen, die aber nur Kärner als Leiter der Kunstabteilung nennt. Das Motiv passt zum Inventartitel; die Fotokarte selbst trägt keine K-Nummer. Die Verbindung zu K 66 ist deshalb ein begründeter Motivvergleich, kein am fotografierten Stück abgelesener Nummernnachweis und kein eigenständiger Nachweis seines Entwerfers.
TK02 · Amorfigur auf einer Kugel. Historische Karte der Eschenbacher Kunstabteilung mit dem Aufdruck „Kunstabt. Leitung: Prof. Kärner“. Original: Armor_auf_Kugel.jpg. Quellen TKQ08 · TKQ12.
TK08 · Bestandsverzeichnis, Blatt 3. Figuren sowie eine gesonderte Gruppe mit Tellern und Vasen. Quelle TKQ08.
Die folgende Erschließung führt 71 unterschiedliche K-Nummern aus den drei Blättern zusammen. Wiederholte Nummern für andere Ausführungen oder zusätzliche Bestandszeilen erscheinen einmal mit allen betreffenden Blättern. Schreibungen wie „Foxl“, „Dackl“ und „Rehgeiss“ bleiben erkennbar; Wiederholungszeichen sind aufgelöst. K 58 kommt in den drei vorliegenden Blättern nicht vor. Diese Lücke wird nicht ergänzt.
Das Register belegt Bestandsbezeichnungen. Es schreibt die gesamte Eschenbacher Kollektion nicht pauschal Kärner zu. Bei K 65 liegt der zusätzliche gedruckte Entwerfernachweis vor. Weitere Fotokarten belegen Kärner für K 33, K 25 und K 50 sowie Franz Nagy für K 24; sie sind im Eschenbach-Artikel mit Originallegenden veröffentlicht. Für die übrigen Positionen sind weitere Modellbücher, Signaturen oder Künstlerunterlagen erforderlich. Die K-Nummern werden weder als Allacher noch als Rosenthaler Nummernsystem ausgegeben.
| Nummer | Gegenstand im Bestandsverzeichnis | Blatt |
|---|---|---|
| K 21 | Junger Dackel sitzend | 3 |
| K 22 | Ringende Bären | 3 |
| K 23 | Junger Dackel liegend | 3 |
| K 24 | Foxl sitzend | 3 |
| K 25 | Junge Maus | 1 |
| K 26 | Lamm stehend | 2 |
| K 27 | Überrascht | 2 |
| K 28 | Münchner Kindl | 2 |
| K 29 | Madonna | 3 |
| K 30 | Hase sitzend | 1 |
| K 31 | Schafbock liegend | 1, 2 |
| K 32 | Zicklein liegend | 1 |
| K 33 | Zicklein stehend | 1 |
| K 34 | Hase liegend | 1 |
| K 35 | Rehgeiss mit Kitz | 2 |
| K 36 | Junghase sitzend | 1 |
| K 37 | Junghase liegend | 1 |
| K 38 | Springendes Pferd | 3 |
| K 39 | Kätzchen sitzend | 3 |
| K 40 | Kätzchen spiegelnd | 3 |
| K 41 | Mädchen mit Hase | 1 |
| K 42 | Junger Foxl sitzend | 3 |
| K 43 | Amazone | 1 |
| K 44 | Junger Foxl stehend | 3 |
| K 45 | Schäferhund groß | 2 |
| K 46 | Foxl liegend | 2 |
| K 47 | Foxl sitzend | 2 |
| K 48 | Jungreh liegend | 1 |
| K 49 | Jungreh stehend | 1 |
| K 50 | Dackel ruhend | 3 |
| K 51 | Dackel aufwartend | 1 |
| K 52 | Kätzchen mit Ball | 3 |
| K 53 | Junges Reh liegend groß | 3 |
| K 54 | Frosch | 1 |
| K 55 | Frühling | 2 |
| K 56 | Putte mit Füllhorn | 2 |
| K 57 | Liegender Hirsch | 2 |
| K 59 | Leuchter-Engel | 2, 3 |
| K 60 | Leuchter-Engel | 2, 3 |
| K 61 | Liegender Dackl | 3 |
| K 62 | Nach dem Bade | 2 |
| K 63 | Putte mit Füllhorn | 2 |
| K 64 | Herbst | 2 |
| K 65 | Lustiger Akrobat | 2 |
| K 66 | Amor als Schütze | 2 |
| K 67 | Bär bittend | 1, 2 |
| K 68 | Bär mit Kugel | 2 |
| K 69 | Bär liegend | 2 |
| K 70 | Elefant sitzend | 1 |
| K 71 | Elefant stehend | 1, 3 |
| K 72 | Eichhörnchen | 1 |
| K 73 | Schäferhund klein | 2, 3 |
| K 74 | Stehender Foxl groß | 2 |
| K 75 | Rehbock liegend | 1 |
| K 76 | Deutscher Boxer | 2 |
| K 77 | Junge Maus | 1 |
| K 78 | Junge Maus | 1 |
| K 79 | Eisvogel | 1 |
| K 80 | Dompfaff | 1 |
| K 81 | Papagei | 3 |
| K 82 | Sommer | 2 |
| K 83 | Winter | 2 |
| K 84 | Berberhengst | 3 |
| K 85 | Kükenpaar | 2 |
| K 86 | Liegendes Fohlen | 1 |
| K 87 | Jungfüchse | 1 |
| K 88 | Pinguin | 1 |
| K 89 | Seelöwe | 2 |
| K 90 | Pudel | 2 |
| K 91 | Schmetterling | 1 |
| K 100 | Alter Fritz | 1 |
Die Vereinbarung vom 31. Juli 1953 löst den Vertrag von 1948 im beiderseitigen Einverständnis auf. Sie nennt eine sofortige Abrechnung rückständiger Honorare für das zweite Quartal und eine möglichst zum Ende des dritten Quartals vorgesehene Abrechnung noch auszuliefernder Exportaufträge. Für weitere Lieferungen sollte das bisherige Honorar von 15 Prozent gelten. Fehlende Belegexemplare waren nach München zu senden. (TKQ09)
TK09 · Vereinbarung zur Übernahme der Fertigung durch Rosenthal. Das Schriftstück nennt 1.250 DM als Abfindung für Fertig- und Rohware. Quelle TKQ09.
Für die Abgabe der vorhandenen Modelle sollte zunächst weiterer Bescheid des Künstlers beziehungsweise Rosenthals unter Berücksichtigung ihrer Abmachungen abgewartet werden. Die Vereinbarung trennt somit den Abschluss des bisherigen Künstlervertrags von der praktischen Übergabe des Produktionsmaterials. Für nicht mehr zum Versand gelangende Fertigware und vorhandene Rohware nennt sie 1.250 DM als einmalige Abfindung an Kärner.
Dieser Text korrigiert die zeitliche Unschärfe älterer Bearbeitungen im eigenen Fundus. Dort wird teilweise erst 1955 als Ende der Eschenbacher Kunstabteilung im Zusammenhang mit Rosenthal genannt. Für die hier dokumentierte Vertragsauflösung und Fertigungsübernahme ist jedoch 1953 unmittelbar belegt. Daraus folgt nicht automatisch, dass jede betriebliche Restabwicklung am selben Tag abgeschlossen war. (TKQ09, TKQ15)
Das Schreiben vom 2. Dezember 1953 ist an die Rosenthal-Porzellan AG, Bahnhof Selb, gerichtet. Es bestätigt, dass die Formen und Modelle der Figuren Professor Kärners im Waggon G 59652 verladen worden seien. Der Waggon sei an diesem Tag nach Station Selb-Plößberg abgefertigt worden. Als Anlage wird eine genaue Aufstellung der verladenen Formen und Modelle in doppelter Ausfertigung angekündigt. (TKQ10)
TK10 · Transportnachweis nach Selb. Schreiben mit Datum, Empfänger, Waggonnummer und Zielstation. Quelle TKQ10.
Die Mitteilung macht aus einer allgemeinen Übernahmeerzählung einen datierten Vorgang. Sie belegt die gemeldete Abfertigung des Produktionsmaterials. Einen gesonderten Empfangsbeleg, die tatsächlich angekommenen Stückzahlen oder die Vollständigkeit sämtlicher Formen enthält sie nicht. Vor allem betrifft der Transport Formen und Modelle; die im Bestandsverzeichnis gezählten fertigen Figuren sind eine andere Art von Bestand.
Ein Brief Kärners vom 16. Juli 1954 an die Direktion von Oskar Schaller & Co. Nachf. zeigt, dass die Vertragsbeendigung nicht alle Fragen erledigt hatte. Kärner erinnerte an ausstehende tantiemenpflichtige Außenstände und an fehlende Belegexemplare. Er bezog sich ausdrücklich auf die Vereinbarung vom 31. Juli 1953. Damit ist dieses Schreiben Teil derselben Abwicklung und kein Beleg für einen erst 1954 begonnenen Übergang. (TKQ11)
TK11 · Kärners Brief zur Abwicklung. Honorarfrage und Erinnerung an bemalte Teller, mit Unterschrift. Quelle TKQ11.
Kärner wandte sich außerdem gegen eine überwiesene Vergütung von 100 DM für drei bemalte große Wandteller mit Reitern in rotem Rock. Er hielt die daraus resultierende Einzelvergütung für die aufwendige Arbeit für unzureichend. Dies ist zunächst seine eigene Darstellung im Brief; eine Antwort oder abschließende Einigung liegt in dem hier herangezogenen Blatt nicht vor.
Daneben erwähnte er einen vierten Teller: einen Reiter aus der Wiener Hofreitschule vor dem Nymphenburger Schloss, gemalt auf einem Lorenz-Hutschenreuther-Kuchenteller in Ausschussqualität. Dieser Teller sei längere Zeit in einer Glasvitrine im neuen Eschenbacher Schulhaus ausgestellt gewesen. Kärner erklärte, hierfür nichts zu berechnen, wenn er den Teller als Erinnerung im Original zurückerhalte. Die Passage verbindet seine Arbeit als Maler mit einer konkreten örtlichen Ausstellungssituation. Sie ist kein Nachweis, dass der Teller heute noch im Schulhaus oder überhaupt erhalten ist. (TKQ11)
Der Bestand zeigt drei unterschiedliche Nachweisstärken. Beim Akrobaten K 65 treffen gedruckter Titel, Nummer und ausdrückliche Entwerferangabe auf den passenden Inventareintrag. Bei der Amorfigur lassen sich Motiv und Kunstabteilungszusammenhang nachvollziehen; die einzelne Modellnummer und der Entwerfer bleiben am Foto unbestätigt. Beim Tiger mit Pfau bietet der Vergleich mit katalogisierten Rosenthal-Exemplaren eine Modellzuordnung, während das konkrete Archivstück ohne Bodenansicht nicht abschließend bestimmt werden kann.
Für weitere Funde ist deshalb die Kombination aus Gesamtaufnahme, Unterseite, Marke, eingeprägter Nummer, Signatur und schriftlichem Modellnachweis entscheidend. Nummern brauchen immer einen Hersteller- und Quellenbezug. Die Bestandsnummer K 65 in Windischeschenbach und die Nummer 207 für das Rosenthaler Tigermodell gehören unterschiedlichen Zusammenhängen an. Ein Motivname wie „Schäferhund“ oder „Eisvogel“ allein genügt nicht zur Gleichsetzung.
Die Unterlagen erklären zugleich, weshalb dieselbe oder eine verwandte Form unter verschiedenen Herstellermarken vorkommen kann. Verträge, Modellüberlassung und Transporte schufen Voraussetzungen für spätere Fertigungen. Ob ein einzelnes Stück tatsächlich aus einer bestimmten Fertigungsphase stammt, muss dennoch am jeweiligen Objekt belegt werden. Aus dem Datum eines Vertrags, einer Inventur oder eines Transports wird kein pauschales Alter aller erhaltenen Figuren abgeleitet.
| Zeit | Belegter Vorgang |
|---|---|
| 1884–1966 | Lebensdaten laut Gemeinsamer Normdatei. TKQ14 |
| Bis 1903 | Modelleurlehre bei Hutschenreuther laut musealer Biografie. TKQ02 |
| 1904 | Münchner Kunstgewerbeschule laut musealem Überblick. TKQ02 |
| 1905–1918 | Festangestellter Bildhauer in Nymphenburg. TKQ02 |
| 1905 / 1914 | Entwürfe Pfauhahn, Modell 171, und Silberfasan, Modell 500. TKQ02 |
| 31. Oktober 1913 | Akademieeintritt in die Malschule von Zügel, Matrikel Nr. 5340. TKQ01 |
| Nach der Nymphenburger Zeit | Tätigkeit für Rosenthal und Bahnhof-Selb. TKQ02 |
| Um 1925 | Entwurf des Rosenthaler Tigermodells 207 nach Objektkatalogen. TKQ13 |
| 1935 / 1936 | Künstlerische Leitung Allach laut Museum; GmbH-Gründung 1936 laut Gedenkstättenstudie. TKQ02, TKQ06 |
| Juli 1948 | Vertrag mit Oscar Schaller & Co. Nachf.; Unterzeichnungen 6. und 15. Juli. TKQ07 |
| 27. November 1952 | Bestandsaufnahme von Kunstporzellanfiguren in Windischeschenbach. TKQ08 |
| 31. Juli 1953 | Vereinbarung über Vertragsauflösung und Fertigungsübernahme durch Rosenthal. TKQ09 |
| 2. Dezember 1953 | Mitteilung über den Versand der Formen und Modelle nach Selb-Plößberg. TKQ10 |
| 16. Juli 1954 | Kärner mahnt ausstehende Abrechnungen und Belegexemplare an. TKQ11 |
| 1984 | Bibliografisch nachgewiesene Publikation „Theodor Kärner“, Museum der Deutschen Porzellanindustrie, Hohenberg/Eger. TKQ14 |
Akademie der Bildenden Künste München: „05340 Theodor Kärner“, Matrikelbuch 1884–1920. Eintritt 31.10.1913, Malschule von Zügel, Herkunft Hohenberg, Alter 29, Stand der Eltern Porzellandreher. Editionsdatensatz und aufgeklappter Abschnitt „Quelle Matrikelbuch“ am 16.10.2026 geprüft. Matrikeldatenbank.
Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt: virtuelle Ausstellung „Das Tier in Porzellan“, veröffentlicht über DDBstudio. Abschnitte Theodor Kärner, Pfauhahn und Silberfasan. Herangezogen für Lehre, Ausbildung, Nymphenburger Tätigkeit, Rosenthal-/Allach-Verbindungen sowie Modellnummern und Entwurfsdaten. Museale Ausstellung. Abruf: 16.10.2026. Die dortigen Objektfotos sind nicht in diesen Artikel übernommen.
Porzellan Manufaktur Nymphenburg: „Pfauhahn“, Produktreferenz 10015585. Herstellerbeschreibung zu Kärners frühem Entwurf und den weißen beziehungsweise unterglasurbemalten Fassungen. Herstellerquelle. Am 16.10.2026 im Suchindex ausgewertet; kein Preis wird als historischer Wert verwendet.
Porzellan Manufaktur Nymphenburg: „Albert Bäuml“, Manufakturgeschichte. Künstlerische Erneuerung und technische Voraussetzungen; Kärner ist als beteiligter Gestalter genannt. Herstellerquelle. Abruf: 16.10.2026.
KZ-Gedenkstätte Dachau: interaktive Recherche-Station „Das Gelände im Wandel der Zeit“, Abschnitt „Porzellanmanufaktur“. SS-Betrieb, Produktionsorte, Erzeugnisse und Häftlingseinsatz. Gedenkstättenquelle. Abruf: 16.10.2026.
FranKonzept, veröffentlicht durch die KZ-Gedenkstätte Dachau: Machbarkeitsstudie zum KZ-Außenlager Allach, Auszug Seiten 7–25, Abschnitt 1.3.6 „Die Porzellanmanufaktur München Allach“, gedruckte S. 13. Gründung der GmbH am 3.1.1936, SS-Wirtschaft und Abgrenzung zum Außenlagerkomplex Allach. Studienauszug. Abruf: 16.10.2026.
Vertrag Oscar Schaller & Co. Nachf. / Professor Theodor Kärner, zwei Blätter, Unterzeichnungsdaten Windischeschenbach 6.7.1948 und München 15.7.1948. Im Download-Fundus Porzellanstadt Selb/Theodor Kaerner/Karner-3.pdf und Karner-4.pdf, jeweils PDF-S. 1. Parallel vorhandene JPEG-Scans Bestandsverzeichnis Eschenbach/Karner3.jpg und Karner4.jpg bilden die Vorlagen für TK04–TK05. Beide Blätter visuell geprüft. Die PDF-Dateinummern sind keine chronologische Reihenfolge aller Dokumente.
„Bestandsverzeichnis über Kunstporzellan (Figuren)“, Tag 27.11.1952, drei Blätter. BestandsverzeichnisFiguren1.pdf, BestandsverzeichnisFiguren2.pdf, BestandsverzeichnisFiguren3.pdf, jeweils PDF-S. 1 im selben Kärner-Ordner. Bildvorlagen: die gleichnamigen JPG-Dateien im Ordner Bestandsverzeichnis Eschenbach, TK06–TK08. Sämtliche Blätter visuell geprüft; die maschinelle Textschicht ist insbesondere bei K-Nummern und handschriftlichen Stückzahlkorrekturen fehlerhaft. Maßgeblich sind die sichtbaren Vorlagen. Die Liste ist kein pauschaler Urhebernachweis für alle Positionen.
Vereinbarung Oscar Schaller & Co. Nachf. / Theodor Kärner, Windischeschenbach, 31.7.1953. Karner-2.pdf, PDF-S. 1; JPEG-Vorlage Karner2.jpg, TK09. Visuell geprüft. Übernahme der Fertigung durch Rosenthal ausdrücklich genannt; Vertragsauflösung, Exportaufträge, Belegexemplare und vereinbarte Abfindung.
Schreiben an Rosenthal-Porzellan AG, Bahnhof Selb, 2.12.1953. Karner-7.pdf, PDF-S. 1; JPEG-Vorlage Karner7.jpg, TK10. Visuell geprüft. Versandmitteilung für Formen und Modelle im Waggon G 59652 nach Selb-Plößberg. Die erwähnte Versandaufstellung ist auf diesem Blatt nicht enthalten und nicht mit der Inventur 1952 gleichgesetzt.
Theodor Kärner an die Direktion von Oskar Schaller & Co. Nachf., München, 16.7.1954. Karner-1.pdf, PDF-S. 1; JPEG-Vorlage Karner1.jpg, TK11. Visuell geprüft. Persönliche Darstellung offener Abrechnung, fehlender Belegexemplare sowie bemalter Reiterteller. Eine zugehörige abschließende Antwort wird hier nicht behauptet.
Historische Eschenbach-Fotokarten, Download-Fundus Porzellanstadt Selb/Bestandsverzeichnis Eschenbach/: Lustiger_Akropat.jpg (TK01) und Armor_auf_Kugel.jpg (TK02). Beide vollständig samt Originalbeschriftungen übernommen. Bei TK01: K 65, „Lustiger Akrobat“, „Modell von Prof. Th. Kärner“, Aufglasur handgemalt, Höhe 23 cm. Bei TK02: Kunstabteilungsleitung Prof. Kärner; keine Modellnummer. Fotografen und Aufnahmedaten nicht dokumentiert. Sammlungsherkunft: Stefan Strößenreuther.
Archivfoto Tiger mit Pfau: Porzellan Version 2024/Pressemappen/Porzellan 300 Jahre Bilder PDF/Kunterbunt/images/753448kaerner01.jpg, TK03. Verwandte Ansichten liegen in mehreren Ablagen, darunter Bundesarchiv Fotos/bundesarchiv-1/kaerner1.jpg; der Ordnername ist kein Fotografen- oder Bundesarchiv-Nachweis. Fotograf unbekannt, Sammlungsherkunft Stefan Strößenreuther. Vergleichsnachweise: Auktionshaus Bergmann, Juni-Auktion 2004, Kat.-Nr. 271, „Tierfigur“, Modell 207, Entwurf 1925; Objektbeschreibung Bergmann. Dr. Fischer, Auktion 292-II, Kat.-Nr. 1200, „Tiger mit erlegtem Pfau“, Modell 207, Entwurf Theodor Kärner, um 1925; Objektbeschreibung Dr. Fischer. Katalogangaben am 16.10.2026 im Suchindex ausgewertet; sie beziehen sich auf die jeweiligen Auktionsobjekte. Die Bodenmarke des Archivstücks ist nicht abgebildet.
Deutsche Nationalbibliothek: Gemeinsame Normdatei, GND 118984306, „Kärner, Theodor“, Lebensdaten 1884–1966, Bildhauer und Modelleur; bibliografischer Hinweis auf „Theodor Kärner“, Museum der Deutschen Porzellanindustrie, Hohenberg/Eger, 1984. Normdatensatz. Vollanzeige am 16.10.2026 im Browser geprüft. Der Kataloghinweis ersetzt keine Auswertung des Ausstellungskatalogs.
Ältere eigene Website-Sicherung: Webseite porzellan-selb/Webseite Juli 2020/httpdocs/wp-content/cache/all/project/theodor-kaerner/index.html. Rechercheweg und frühere Darstellung zum Eschenbach-Komplex. Enthält voneinander abweichende Angaben 1953/1955 und pauschale frühe Datierungen der Allacher Tätigkeit. Für die Chronologie der Vertragsauflösung und des Formtransports wurden die datierten Originalunterlagen TKQ09–TKQ10 vorgezogen. Die vielfach vorhandenen Kopien der zehn PDFs sind anhand SHA-256 als identisch geprüft; parallele Ablagen zählen nicht als unabhängige Quellen.
Der ausführliche Fabrikartikel Eschenbach in Windischeschenbach ergänzt diese Überlieferung um vollständige Fotokarten aus dem Krautheim-Eschenbach-Konvolut. Die gedruckte Karte K 33 „Zicklein stehend“ nennt Theodor Kärner. Die handschriftlichen Legenden zu K 25 „Junge Maus“ und K 50 „Dackel-Jockele ruhend“ nennen ebenfalls Kärner. Bei K 24 „Foxl sitzend mit Halsband“ steht dagegen ausdrücklich Franz Nagy. Diese unterschiedlichen Entwerfernachweise bestätigen, weshalb das 71 Nummern umfassende Inventar kein ausschließliches Kärner-Werkverzeichnis ist. Originalvorlagen und Nachweise ESQ05.
Alle elf Abbildungen wurden aus den beschriebenen JPEG-Vorlagen verlustfrei in WebP umgewandelt. Abmessungen und dekodierte Bildpixel bleiben unverändert; es erfolgten weder Beschnitt noch Retusche. Historische Scanränder, Falten, gedruckte Legenden und handschriftliche Korrekturen bleiben erhalten. Der gemeinsame Bild- und Nutzungshinweis des Wikis gilt ergänzend zu den jeweiligen Nachweisen.
Vertiefende Zusammenhänge: Rosenthal – Unternehmensgeschichte · Philip Rosenthal · Hutschenreuther – Kunstabteilung · Porzellanikon in Selb und Hohenberg · Personen und Entwürfe · Chroniken und Quellen.