Fritz Klimsch (1870–1960) gehörte zu den bekannten deutschen Bildhauern des frühen 20. Jahrhunderts. Seine Arbeiten reichen von Porträtbüsten und öffentlichen Denkmälern bis zu weiblichen Aktfiguren, Brunnen und Kleinplastiken. Für die Porzellangeschichte des Fichtelgebirges ist vor allem die Zusammenarbeit mit Rosenthal bedeutsam: Aus ausgewählten plastischen Entwürfen wurden Porzellanfiguren für ein größeres Publikum. Ein historisches Katalogblatt im Download-Fundus belegt die „Hockende“, Modell 1581, ausdrücklich als Arbeit von „Prof. Klimsch“. (FKQ01, FKQ02, FKQ03)
Sein Lebensweg verbindet das Frankfurter Künstlerhandwerk, die Berliner Akademie und Secession, den Aufstieg zum Professor und eine erfolgreiche Laufbahn in der Weimarer Republik. Dazu gehören auch seine Aufträge und Ehrungen während des Nationalsozialismus. Die Porzellanfiguren sind Teil dieses größeren Werkzusammenhangs. Redaktionsstand: 18. Oktober 2026.
FK01 · Die „Hockende“, Rosenthal Modell 1581. Weibliche Aktfigur mit angewinkelten Beinen. Vorlage: Hockende 1581.png, Ordner Porzellanbilder_05/rosenthal Katalog. FKQ02.
| Thema | Eckdaten |
|---|---|
| Lebensdaten | 10. Februar 1870 in Frankfurt am Main – 30. März 1960 in Freiburg im Breisgau. |
| Beruf | Bildhauer; Porträts, Figuren, Denkmäler, Brunnen, Grabmalplastik und Medaillen. |
| Ausbildung | Künstlerfamilie in Frankfurt; ab 1886 Akademiestudium in Berlin, unter anderem bei Fritz Schaper. |
| Künstlerische Vereinigungen | Mitbegründer der Berliner Secession 1898. |
| Akademische Laufbahn | Professortitel 1910; Akademiemitglied 1912; Lehrstuhl für Bildhauerei 1921. |
| Verbindung zur Region | Rosenthal fertigte ausgewählte Modelle in Porzellan. |
| Konkreter Fundusnachweis | „Hockende“ 1581, Elfenbein poliert, 41 cm hoch, im historischen Katalog mit RM 90 ausgezeichnet. |
| Historische Einordnung | Erfolgreicher Bildhauer vor und während der NS-Zeit; staatliche Aufträge und Auszeichnungen erfordern eine kritische Betrachtung. |
Ausbildung · Berlin und Secession · Werk und Form · Rosenthal · Werkauswahl · NS-Zeit · Nachkriegsjahre · Zeitleiste · Quellen
Fritz Klimsch wurde am 10. Februar 1870 in Frankfurt am Main geboren. Sein Vater Eugen Klimsch war Maler und Illustrator. Auch andere Angehörige der Familie arbeiteten künstlerisch; seine Brüder Karl und Paul wurden ebenfalls Maler. Zeichnen, Entwerfen und der Umgang mit Bildern gehörten damit schon früh zu seiner Umgebung. Die erste Anleitung erhielt er vom Vater und von seinem Patenonkel, dem Bildhauer Fritz Schierholz. (FKQ01, PDF-S. 1)
1886 verließ Klimsch die Frankfurter Schule und begann seine Ausbildung an der Berliner Akademie. Florian Hufnagls Biografie nennt Albert Wolff, Woldemar Friedrich und insbesondere Fritz Schaper als Lehrer. Die Ausbildung vermittelte die akademischen Grundlagen des Modellierens und der menschlichen Figur. Zugleich eröffnete Berlin Kontakte zu Künstlern, Ausstellungen und Auftraggebern. (FKQ01, PDF-S. 1; FKQ04)
Schon 1892 beteiligte sich Klimsch mit einem „Gefesselten“ an der Großen Berliner Kunstausstellung. Der Große Staatspreis von 1894 ermöglichte ihm Studienreisen nach Paris und Italien. Im selben Jahr heiratete er Irma Lauter. Nach der Rückkehr etablierte er sich in Berlin-Charlottenburg. Reisen und die Begegnung mit älterer und zeitgenössischer Skulptur erweiterten seine akademische Ausbildung. (FKQ01, PDF-S. 1)
Die Stationen erklären auch seine spätere Stellung zwischen mehreren künstlerischen Richtungen. Klimsch arbeitete mit dem Wissen um die antike und neuzeitliche Bildhauerei, verfolgte aber ebenso die neuere französische Plastik. Sein Werk lässt sich deshalb nicht allein aus dem später besonders bekannten Motiv der ruhigen weiblichen Aktfigur erklären.
1898 gehörte Klimsch gemeinsam mit Künstlern wie Max Liebermann und Walter Leistikow zum Gründungskreis der Berliner Secession. Die Vereinigung schuf ein eigenes Ausstellungsforum außerhalb der etablierten akademischen Auswahlstrukturen. Klimsch war damit an einer Bewegung beteiligt, die neue künstlerische Ausdrucksformen öffentlich sichtbar machte. Seine Tätigkeit in der Secession und seine spätere Akademielaufbahn zeigen, dass sich diese Lebensbereiche bei ihm überlagerten. (FKQ01, PDF-S. 1)
Einen wichtigen Erfolg brachte 1906 der Wettbewerb für das Rudolf-Virchow-Denkmal am Berliner Karlsplatz. Die Aufgabe verlangte, eine bedeutende Persönlichkeit und ihre öffentliche Wirkung in einer monumentalen Form zu fassen. Solche Aufträge erschlossen andere Arbeitsfelder als die frei entstandene Atelierfigur: Standort, Architektur, öffentliche Erinnerung und die Erwartungen eines Auftraggebers wurden Teil der Gestaltung. (FKQ01, PDF-S. 1)
Die institutionelle Anerkennung folgte in mehreren Schritten. 1910 erhielt Klimsch den Professortitel, 1912 wurde er ordentliches Mitglied und 1916 Senator der Preußischen Akademie der Künste. 1921 wurde er auf einen Lehrstuhl für Bildhauerei in Berlin berufen. Die Personendatenbank der Staatlichen Museen zu Berlin führt seine Lehrtätigkeit bis zur Pensionierung 1935. (FKQ01, PDF-S. 1–2; FKQ04)
Diese Stellung machte ihn zu einem einflussreichen Vertreter der deutschen Bildhauerei. Sie beruhte auf einem vielseitigen Werk und auf seiner Präsenz in Ausstellungen, Wettbewerben und Institutionen. Für die spätere Porzellanproduktion war dieser bereits etablierte Künstlername ein wichtiger Hintergrund.
Klimschs frühe Arbeiten stehen nach Hufnagls Einordnung unter dem Eindruck unterschiedlicher Vorbilder, darunter Auguste Rodin, Adolf von Hildebrand und Aristide Maillol. Dabei geht es um verschiedene Möglichkeiten, eine Figur aufzubauen: den Ausdruck von Bewegung, die Behandlung der Oberfläche und das Verhältnis der Körperteile zu einer geschlossenen Gesamtform. Im Verlauf seines Werks gewann eine ruhigere, stärker klassizistische Auffassung an Gewicht. (FKQ01, PDF-S. 2)
Weibliche Aktfiguren nehmen einen großen Raum ein. Stehen, Sitzen, Hocken, Strecken und Ruhen werden zu plastischen Themen. Entscheidend ist nicht nur die dargestellte Haltung, sondern die Wirkung im Raum: Wie bilden Rücken und Beine eine Kontur? Wie führen Arme den Blick? Wo entstehen Öffnungen, wo verdichten sich die Formen? Diese Fragen lassen sich auch an der im Fundus überlieferten „Hockenden“ nachvollziehen.
Das Museum Giersch widmete Klimsch und dem Tierbildhauer August Gaul 2010/2011 eine gemeinsame Ausstellung. Es stellte Klimschs Beschäftigung mit der menschlichen Figur der Tierplastik Gauls gegenüber und betonte die Vereinfachung und Straffung der Form bei beiden Künstlern. Die spätere museale Würdigung eröffnet damit einen Zugang zur Formgeschichte seiner Arbeiten. (FKQ05)
Die Porträtbüsten waren mehr als eine Nebenbeschäftigung. Hufnagl misst ihnen innerhalb des Gesamtwerks besonderes Gewicht bei. Zu den Dargestellten gehörten Künstler, Wissenschaftler und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Seine Werkübersicht nennt unter anderem Max Liebermann 1912 und Max Planck 1931. Im Porträt musste Klimsch die individuelle Erscheinung mit einer räumlich wirksamen plastischen Form verbinden. (FKQ01, PDF-S. 3)
Dieser Bereich ergänzt das Bild des vor allem auf weibliche Figuren festgelegten Künstlers. Eine Büste besitzt einen anderen Zweck und eine andere Ausdrucksaufgabe als eine dekorative Kleinplastik. Gesicht, Kopfhaltung und Ausschnitt können eine bestimmte Persönlichkeit vergegenwärtigen; eine Aktfigur kann dagegen Körperhaltung und Formzusammenhang in den Vordergrund stellen.
Klimsch arbeitete außerdem für öffentliche und halböffentliche Räume. Die in der Biografie verzeichneten Grabmäler, Denkmäler und Brunnen zeigen, wie weit sein Tätigkeitsfeld reichte. Die Brunnenfigur „Am Wasser“ von 1929 entstand für das Frankfurter I.-G.-Farben-Haus, das heute zum Campus Westend gehört. Das Werk verbindet eine menschliche Figur mit der Wirkung eines architektonischen Umfelds. (FKQ01, PDF-S. 3; FKQ06)
Auch diese Arbeiten gehören in eine Porzellanbiografie: Sie machen deutlich, dass die kleinen, seriell gefertigten Ausführungen auf ein größeres bildhauerisches Werk zurückgehen. Unterschiedliche Werkstoffe, Größen und Aufstellungsorte verändern die Wahrnehmung eines Entwurfs.
Die vom Künstlernachlass betreute Website berichtet, dass Klimsch Rosenthal Rechte zur Herstellung und zum Vertrieb ausgewählter kleinerer Plastiken in Porzellan und Keramik überließ. Damit wurde ein Teil seines Werks über industrielle Fertigung und Handel verbreitet. Für Rosenthal bedeuteten solche Kooperationen die Verbindung eines bekannten Künstlernamens mit einem eigenen figürlichen Programm. (FKQ03)
Dabei sind Entwurf, Ausführung und einzelnes Exemplar zu unterscheiden. Der Bildhauer verantwortet die plastische Idee; die Porzellanfabrik setzt sie mit ihren technischen Möglichkeiten in ein verkäufliches Modell um. Ein konkretes Stück besitzt zusätzlich eigene Merkmale wie Größe, Massefarbe, Oberflächenbehandlung und Bodenmarke. Das Entstehungsjahr einer ursprünglichen Bronze muss deshalb nicht mit dem Beginn einer Porzellanserie oder dem Herstellungsjahr eines erhaltenen Exemplars übereinstimmen.
Für das Wiki liefert das historische Rosenthal-Katalogblatt den besonders anschaulichen Beleg. Es zeigt die Figur, nennt Klimsch, führt die Modellnummer 1581 und gibt eine Ausführung sowie einen Verkaufspreis an. Ein solches Blatt erschließt die Ware aus Sicht des Herstellers und des Handels. Es ersetzt keinen datierten Herstellungsnachweis für jedes einzelne Stück. (FKQ02)
Die Aufnahme zeigt eine nackte weibliche Figur in tiefer Hockstellung. Die Knie sind angewinkelt; Arme, Beine und Oberkörper bilden eine kompakte Gruppe. Der Kopf ist leicht geneigt. Auf der flachen Standfläche entsteht eine geschlossene, zugleich durch kleinere Zwischenräume gegliederte Silhouette. Das Schwarzweißfoto macht besonders die Abstufungen von Licht und Schatten auf den Körperformen sichtbar.
Das zugehörige Blatt enthält folgende Angaben:
| Katalogangabe | Überlieferter Wortlaut / Wert |
|---|---|
| Titel und Modell | „Hockende 1581“ |
| Künstler | „von Prof. Klimsch“ |
| Ausführung | „Elfenbein poliert“ |
| Höhe | 41 cm |
| Preis | RM 90 |
| Datierung der Vorlage | Das Einzelblatt im Fundus trägt keine gesicherte Publikationsdatierung. |
Die 41 Zentimeter bezeichnen eine auffällige Vitrinen- oder Raumplastik. Die Angabe „Elfenbein poliert“ ist eine historische Ausführungsbezeichnung. Sie bezeichnet hier das Porzellan und seine Oberfläche, nicht die Verwendung tierischen Elfenbeins. Der Reichsmarkpreis gehört zur damaligen Katalogüberlieferung; daraus wird kein heutiger Sammlerwert abgeleitet. (FKQ02)
Die ruhige Geschlossenheit der Figur passt zu dem klassizistischen Teil von Klimschs Werk. An diesem Beispiel lässt sich nachvollziehen, wie die auf Körperhaltung und Volumen konzentrierte Plastik im Rosenthal-Sortiment einen Platz fand. Das Bild und die lesbar übernommenen Katalogdaten ergänzen sich: Die Abbildung erschließt die Form, die schriftlichen Angaben erschließen das angebotene Modell.
FK02 · Signatur „F. Klimsch“. Vertiefter Namenszug. Original: sig Klimsch.bmp, Ordner Porzellanbilder_05/Porzellanmarken. FKQ07.
Die Signaturaufnahme im Fundus ergänzt das Katalogblatt um ein Detail der Künstlerkennzeichnung. Künstlername, Modellnummer und Fabrikmarke erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Der Name verweist auf den Entwerfer, die Nummer auf das geführte Modell, die Marke auf den Hersteller beziehungsweise die Kennzeichnung eines Exemplars. Erst ihr Zusammenhang ermöglicht eine belastbare Beschreibung.
Bei einem neu hinzukommenden Sammlungsstück wären deshalb auch Unterseite, Maße, Ausführung und Herkunft zu dokumentieren. Die vorliegende Signaturdatei zeigt den Namenszug, aber kein vollständig dokumentiertes Objekt. Sie wird hier als Anschauungsmaterial für die Schreibweise verwendet. Die konkrete Zuordnung der „Hockenden“ stützt sich auf das beschriftete Katalogblatt. (FKQ02, FKQ07)
| Werk | Datierung nach den ausgewerteten Quellen | Bedeutung im Werk |
|---|---|---|
| Gefesselter | 1892 ausgestellt | Früher öffentlicher Auftritt mit einer männlichen Figur; akademische Ausbildung und Ausstellungserfahrung. |
| Tänzerin | 1898 | Beschäftigung mit Körperbewegung; in der NDB mit der Berliner Nationalgalerie verbunden. |
| David | 1901 | Frühes Figurenwerk; in der NDB beim Frankfurter Städel verzeichnet. |
| Mädchen beim Ankleiden | 1905 | Alltägliche Handlung als Anlass einer plastischen Körperstudie; Städel nach NDB. |
| Rudolf-Virchow-Denkmal | Wettbewerb 1906 | Durchbruch im öffentlichen Denkmalauftrag; Zusammenhang von Persönlichkeit und städtischem Raum. |
| Max Liebermann | 1912 | Beispiel des eigenständigen Porträtschaffens. |
| Am Wasser | 1929 | Brunnenplastik für das Frankfurter I.-G.-Farben-Haus; heute Campus Westend. |
| Max Planck | 1931 | Wissenschaftlerporträt; individuelle Physiognomie und plastische Konzentration. |
| Hockende, Rosenthal 1581 | Katalogblatt undatiert | Konkret belegte Umsetzung einer Klimsch-Figur in Porzellan; 41 cm, „Elfenbein poliert“. |
| Woge | 1942 | Späte figürliche Arbeit im Werkverzeichnis der NDB. |
Die historischen Museumsangaben dieser Tabelle folgen der Biografie beziehungsweise dem Frankfurter Personenlexikon. Sie sind kein überprüftes aktuelles Standortverzeichnis sämtlicher Originale. (FKQ01, FKQ02, FKQ06)
Die Jahre 1933 bis 1945 bilden ein wesentliches Kapitel seiner Biografie. Seine bereits entwickelte klassizistische Figurenauffassung fand auch im nationalsozialistischen Kunstbetrieb Anerkennung. Hufnagl beschreibt, wie das zurückhaltend idealisierte Körperbild für die damaligen Vorstellungen vom menschlichen Körper anschlussfähig wurde. Eine rein stilistische Würdigung würde diesen historischen Zusammenhang ausblenden. (FKQ01, PDF-S. 2–3)
Die Werkübersicht nennt die „Nereide“ 1937 für das Propagandaministerium sowie „Brunnenmädchen“ und „Brunnenjunge“ 1940 für das Auswärtige Amt. Außerdem verzeichnet sie ein Hitlerbildnis von 1936 unter dem zeitgenössischen Titel „Der Führer“. 1940 erhielt Klimsch die Goethe-Medaille. Diese Angaben zeigen eine öffentliche Förderung und konkrete Berührungspunkte seines Werks mit staatlichen Repräsentationsaufgaben. (FKQ01, PDF-S. 3)
Das Verhältnis zwischen künstlerischer Form, Auftraggeber und politischer Verwendung muss für jedes Werk betrachtet werden. Eine Figur ist nicht allein durch ihre Körperhaltung vollständig erklärt; Auftrag, Aufstellung und Präsentation geben ihr einen zusätzlichen historischen Rahmen. Ebenso wenig erlaubt ein undatiertes Rosenthal-Katalogblatt, jeder ausgeführten Porzellanfigur ohne weitere Prüfung denselben konkreten politischen Entstehungsanlass zuzuschreiben.
Klimschs Erfolg begann lange vor 1933. Seine Förderung im NS-Staat gehört dennoch zu dieser Biografie und wird nicht durch die ältere Secessionszugehörigkeit oder spätere Ehrungen aufgehoben. Die kritische Einordnung seiner Laufbahn und die Betrachtung seiner gestalterischen Leistungen müssen gemeinsam erfolgen.
1943 verlor Klimsch infolge der Bombardierung Berlins seine dortige Arbeits- und Lebensgrundlage und zog nach Salzburg. 1946 musste er Österreich verlassen. Die letzte Lebensphase verbrachte er im Hierahof bei Saig im Schwarzwald. Er starb am 30. März 1960 in Freiburg im Breisgau. (FKQ01, PDF-S. 2)
In der Nachkriegszeit wurde sein Werk weiter ausgestellt und gesammelt. Die biografischen Nachschlagewerke nennen auch die Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes, weichen beim Jahr jedoch voneinander ab: Hufnagl nennt 1960, das Frankfurter Personenlexikon 1959. Die Auszeichnung ist daher hier mit dieser Quellenabweichung dokumentiert. (FKQ01, PDF-S. 3; FKQ06)
Die Beschäftigung mit Klimsch reicht heute von der Erforschung des bildhauerischen Gesamtwerks bis zur Sammlung einzelner Porzellanausführungen. Gerade die Verbindung beider Perspektiven ist ergiebig. Sie erklärt, wie eine Figur vom Atelier über eine Fabrik in Schaufenster und Wohnräume gelangte und weshalb ein industriell hergestelltes Objekt zugleich ein Zeugnis der Kunst-, Unternehmens- und Alltagsgeschichte sein kann.
| Jahr / Datum | Station | Nachweis |
|---|---|---|
| 10. Februar 1870 | Geburt in Frankfurt am Main. | FKQ01 |
| 1886 | Beginn des Akademiestudiums in Berlin. | FKQ01, FKQ04 |
| 1892 | „Gefesselter“ auf der Großen Berliner Kunstausstellung. | FKQ01 |
| 1894 | Großer Staatspreis; Heirat mit Irma Lauter; anschließende Studienreisen. | FKQ01 |
| 1898 | Mitgründung der Berliner Secession. | FKQ01 |
| 1901 | „David“. | FKQ01 |
| 1905 | „Mädchen beim Ankleiden“. | FKQ01 |
| 1906 | Wettbewerbserfolg für das Rudolf-Virchow-Denkmal. | FKQ01 |
| 1910 | Professortitel. | FKQ01 |
| 1912 | Ordentliches Akademiemitglied; Liebermann-Porträt. | FKQ01 |
| 1916 | Senator der Preußischen Akademie der Künste. | FKQ01 |
| 1921 | Berufung auf den Berliner Lehrstuhl für Bildhauerei. | FKQ01, FKQ04 |
| 1929 | Brunnenfigur „Am Wasser“ für das I.-G.-Farben-Haus. | FKQ01, FKQ06 |
| 1931 | Max-Planck-Porträt. | FKQ01 |
| 1935 | Pensionierung nach der Berliner Museumsdatenbank. | FKQ04 |
| 1936–1940 | Hitlerbildnis, staatliche Figuraufträge und Goethe-Medaille. | FKQ01 |
| 1942 | „Woge“. | FKQ01 |
| 1943 | Übersiedlung nach Salzburg nach dem Verlust der Berliner Lebensgrundlage. | FKQ01 |
| 1946 | Österreich verlassen; später Hierahof bei Saig. | FKQ01 |
| 1959 / 1960 | Großes Bundesverdienstkreuz; abweichende Jahresangaben. | FKQ01, FKQ06 |
| 30. März 1960 | Tod in Freiburg im Breisgau. | FKQ01 |
| 2010/2011 | Ausstellung zu August Gaul und Fritz Klimsch im Museum Giersch. | FKQ05 |
Lokaler Ausgangspunkt: Downloads → Porzellan Version 2024. Webquellen wurden am 18. Oktober 2026 geprüft. Bei dem historischen Katalog wird zwischen den ablesbaren Angebotsdaten und einer noch offenen Publikationsdatierung unterschieden.
Florian Hufnagl: „Klimsch, Fritz“, in: Neue Deutsche Biographie, Band 12, 1980, S. 69–70. Lokale Onlinefassung: Biografien/Klimsch_Fritz.pdf, vier PDF-Seiten; Lebenslauf, Werkcharakteristik, Werkübersicht und Auszeichnungen. Deutsche Biographie, Personenkennung 119050072. Der historische PDF-Export von 2011 nennt in seiner Zitierzeile abweichend 1979; die bibliografische Bandangabe wird als 1980 geführt.
Historisches Rosenthal-Katalogblatt „Hockende 1581 von Prof. Klimsch“. Datei Pressemappen/Porzellan 300 Jahre Bilder PDF/Porzellanbilder_05/rosenthal Katalog/Hockende 1581.png. Primärbeleg für Zuordnung, Modellnummer, Ausführung, Höhe und damaligen Preis. Das isoliert vorliegende Blatt ist nicht vollständig bibliografiert. Die Abbildung wird im Artikel durch lesbare Katalogangaben ergänzt.
Künstlernachlass Fritz Klimsch: Fritz Klimsch – Leben und Werk. Familien- und nachlassbezogene Darstellung; Beleg für die Überlassung ausgewählter Reproduktionsrechte an Rosenthal. Ihre Würdigung wird durch die wissenschaftliche Biografie und museale Nachweise ergänzt.
Staatliche Museen zu Berlin, Münzkabinett: Normdateneintrag Fritz Klimsch. Institutioneller Personenbeleg zu Ausbildung, Tätigkeit und Berliner Lehramt 1921–1935. Die Objektbilder der Datenbank werden hier nicht übernommen.
Museum Giersch: Die Bildhauer August Gaul und Fritz Klimsch, Ausstellung vom 3. Oktober 2010 bis 30. Januar 2011. Musealer Zugang zur menschlichen Figur, zum Porträt und zur Entwicklung der plastischen Form.
Birgit Weyel: Klimsch, Fritz, Frankfurter Personenlexikon, Artikelstand 1994. Ergänzender regionalbiografischer Nachweis, insbesondere zum Frankfurter Werk „Am Wasser“. Die Jahresangabe des Bundesverdienstkreuzes weicht von der NDB ab; beide werden im Text kenntlich gemacht.
Signaturaufnahme „F. Klimsch“. Datei Pressemappen/Porzellan 300 Jahre Bilder PDF/Porzellanbilder_05/Porzellanmarken/sig Klimsch.bmp. Einzelaufnahme aus der Sammlung Stefan Strößenreuther ohne vollständige Objektdokumentation. Anschauungsmaterial zur Künstlerkennzeichnung.
Die ebenfalls im Katalogordner liegenden Blätter „Ausschauende 1603“ und „Ausschauende 1655“ nennen ausdrücklich Kaesbach. Sie werden Klimsch nicht zugerechnet. Ähnliche weibliche Figuren und benachbarte Dateinamen reichen für eine Zuschreibung nicht aus. Auch die Datierung einer ursprünglichen Skulptur und die Laufzeit einer Porzellanausführung müssen anhand geeigneter Werk- und Firmenunterlagen gesondert geklärt werden.
| Kennung | Vorlage | Herkunft |
|---|---|---|
| FK01 | Hockende 1581.png, Rosenthal-Katalogordner, FKQ02 |
Historische Katalogfotografie; Sammlung Stefan Strößenreuther. |
| FK02 | sig Klimsch.bmp, Porzellanmarken, FKQ07 |
Einzelaufnahme der Signatur; Sammlung Stefan Strößenreuther. |
Der gemeinsame Bild- und Nutzungshinweis der Website gilt für eigene Archivvorlagen im Umfang der bestehenden Rechte. Abweichende Rechte an historischen Fotografien und am künstlerischen Werk bleiben unberührt.