Fünf Brüder, zwei Schwestern und Verbindungen zu Jacob, Seltmann, Schumann und Fickert.
Der Name Winterling steht in der Porzellangeschichte für mehrere Familienzweige und Betriebe. Der genealogische Fundus erschließt diesen Zusammenhang aus der Perspektive der Personen: 323 Personen und 134 Familien-Datensätze enthält die GEDCOM-Datei, eine weitere Datenbank 322 Personen. Die Angaben überschneiden sich mit dem größeren Bestand der Porzellinerfamilien. Im Mittelpunkt dieses Artikels stehen Georg Adam Winterling (1849–1906), seine Kinder und ausgewählte historische Verbindungen zur nächsten Generation. (FW01, FW02)
FW-B01 · Rehauer Gründer und frühe Teilhaber. Die beschriftete Montage nennt auch Georg Adam Winterling. Bildnachweis.
Familienüberblick · Rehauer Ausgangspunkt · Geschwister · Nächste Generation · Jacob und Seltmann · Quellenvergleich · Quellen
Stand: 18. Oktober 2026. Die Stammfolge verbindet den Download-Fundus mit ausgewählten wissenschaftlichen und kommunalen Nachweisen. Sie ergänzt die Unternehmensartikel, ohne alle Träger des Familiennamens einem einzigen Betrieb oder einer einheitlichen Gesellschaft zuzuordnen.
Im Export ist Georg Adam Winterling, geboren am 10. Oktober 1849 in Rehau, als Sohn von Johann Nicol Christian Winterling und Susanna Katharina Ludwig erfasst. Er starb am 4. Dezember 1906. Seine Ehefrau heißt Friederike Margarethe Elisabeth Kropf. Für diese Verbindung führt die Datei sieben Kinder auf. (FW01, Familien F8160344, F47232718)
Die Herkunft aus Metzgerhandwerk und Viehhandel gehört zu den wirtschaftlichen Voraussetzungen dieser Familie. Es waren Tätigkeiten, die überregionale Kontakte, Kredit, Warenkenntnis und Organisation verlangten. Georg Adam trat darüber hinaus in der Rehauer Industrie hervor: Die beschriftete Gründermontage von Zeh, Scherzer & Co. nennt ihn ausdrücklich. Die NDB bestätigt seine Beteiligung an der Gründung des Unternehmens 1880. (FW03, FW04)
Die Firmengründung beruhte damit auf einem größeren Kreis von Beteiligten. Namen wie Winterling, Jacob und Wölfel erscheinen in Rehau sowohl im wirtschaftlichen Umfeld als auch in genealogischen Zusammenhängen. Die Montage ist dafür eine anschauliche Quelle, ersetzt jedoch keine vollständige Stammtafel sämtlicher dargestellter Männer. Der Artikel über Zeh, Scherzer & Co. behandelt die einzelnen Firmengründer und die weitere Betriebsgeschichte.
↓ Kinder beziehungsweise nachfolgende Generation
Auswahl aus der Stammfolge; weitere Kinder stehen in der Generationentabelle. Quellen und Einordnung.
| Kind von Georg Adam und Friederike Kropf | Lebensdaten im Export | Rufname / Familienzweig |
|---|---|---|
| Eduard Carl Winterling | 1871–1943 | Eduard; Ehe mit Katharina Margaretha Wölfel |
| Johann Heinrich Christian Winterling | 1874–1930 | Heinrich; wichtige frühe Unternehmergeneration |
| Johann Georg Karl Winterling | 1877–1943 | Karl; Ehe mit Katharina Henriette Charlotte Dittmar |
| Anna Sophia Christiana Winterling | 1879–1953 | Anna; verheiratete Jacob |
| Gustav Nikol Christian Winterling | 1881–1951 | Gustav; Ehe mit Sophie Vogel |
| Ferdinand Eduard Winterling | 1885–1967 | Ferdinand; Ehe mit Anna Katharina Linhardt |
| Berta Winterling | 1889–1938 | Berta; im Unternehmensnachweis als verheiratete Linhardt genannt |
Die Tabelle folgt der Kindzuordnung der Familie F47232718. Die fünf Söhne sind Eduard, Heinrich, Karl, Gustav und Ferdinand. Anna und Berta sind ihre Schwestern. Ein verkürztes „sieben Brüder“ würde die Zusammensetzung dieser Geschwistergruppe falsch wiedergeben. Zugleich kann die Rolle der beiden Frauen nicht allein aus dem Wort „Gebrüder“ im Firmennamen abgelesen werden. (FW01, FW05)
Der ausführliche Röslauer Masterplan nennt den Erwerb des Marktleuthener Werks 1903, die OHG-Gründung durch Heinrich und Ferdinand am 8. Oktober 1906, den Eintritt Eduards, Karls und Gustavs 1907 sowie Annas und Bertas 1922. Für die Schwestern beschreibt er eine Beteiligung ohne gesellschaftsvertretende Befugnisse. Der knappere Arzberger Plan spricht dagegen von sieben Brüdern und 1907 als Gründung. Für die Personenzahl folgt dieser Artikel der Genealogie und der differenzierteren Röslauer Darstellung. (FW05, S. 12; FW06)
Damit lassen sich drei Ebenen unterscheiden: die Geschwistergruppe als Familie, die verschiedenen Werke als Produktionsstätten und die Gesellschaften mit ihren jeweiligen Beteiligungsrechten. Nicht jede Angehörige und jeder Angehörige hatte zur selben Zeit dieselbe rechtliche Stellung. Diese Unterscheidung hilft auch beim Lesen von Jubiläumsschriften, in denen die Familie häufig als gemeinsame Einheit erscheint.
Eduard Carl Winterling (1871–1943) und Katharina Margaretha Wölfel (1867–1952) sind im Export als Paar mit vier Kindern verbunden: unter anderem Anna Sophie und Otto Karl. Insgesamt führt die Datei vier Kinder, deren Geburtsjahre zwischen 1896 und 1908 liegen. Das ist eine andere Generation als die fünf zuvor genannten Brüder. (FW01, Familie F1634036)
Besonders der Name Otto Karl Winterling (1899–1965) kann bei einer verkürzten Namenswiedergabe mit Johann Georg Karl (1877–1943) verwechselt werden. Der eine ist Sohn Eduards, der andere dessen Bruder. Vornamen, Geburtsjahre und Elternpaar gehören deshalb in jeder genauen Zuordnung zusammen.
Johann Georg Karl Winterling ist mit Katharina Henriette Charlotte Dittmar (1888–1961) verbunden. Der Datensatz enthält mehrere Kinder, darunter Georg Winterling (1914–1990). Für ihn ist das Sterbejahr ausdrücklich eingetragen. Die Orte Rehau und Marktleuthen erscheinen innerhalb dieses Zweigs nebeneinander. (FW01, Familie F22297800)
Solche Ortsangaben beschreiben zunächst die Lebensereignisse der Personen. Ein Geburtsort oder Sterbeort allein beweist noch keine Geschäftsführungsfunktion in einem dort ansässigen Werk. Für eine spätere Unternehmensbiografie jedes Einzelnen wären Berufseinträge, Unterschriften, Handelsregister und betriebliche Unterlagen hinzuzunehmen.
Gustav Nikol Christian Winterling (1881–1951) und Sophie Vogel (1884–1971) sind als Eltern von Elsbeth Anna Winterling (1909–1982) erfasst. Elsbeth ist im Bestand wiederum mit Heinrich Georg Fickert (1905–1951) als Paar verbunden. Damit führt ein genealogischer Zweig in die Maschinenbau-Familie Fickert. (FW01, Familien F29727812, F85744640)
Eine Notiz verknüpft dieses Paar mit „Fickert & Winterling“. Sie reicht jedoch nicht aus, eine bestimmte Gründung oder Firmenentwicklung abschließend zu datieren. Die Paarverbindung ist im Export erfasst; einzelne Rollenfelder enthalten dagegen Fehler. Die Geschichte des Unternehmens verlangt eigene Firmenquellen.
Ferdinand Eduard Winterling (1885–1967) und Anna Katharina Linhardt (1893–1960) bilden einen weiteren Zweig. Der Export ordnet ihnen unter anderem Hermann Georg Winterling (1915–1983) zu und bezeichnet diesen Zusammenhang in einer Notiz als Schwarzenbacher Linie. (FW01, Familie F56886418)
Die Benennung ist als Forschungsordnung hilfreich. Sie bedeutet aber nicht, dass sich jeder Angehörige dauerhaft nur an einem Ort aufhielt. Gerade bei Familien mit mehreren Werken konnten Ausbildung, Heirat, Leitung und Wohnort an unterschiedlichen Plätzen liegen. Die Struktur des Stammbaums schafft dafür Orientierung; die konkreten Aufgaben der Personen müssen ergänzend belegt werden.
Der am deutlichsten mit einer wissenschaftlichen Biografie gegengeprüfte Übergang führt über Anna Sophia Christiana Winterling (1879–1953). Im Fundus ist sie mit Johann Nicol Jacob (1875–1926) verbunden. Als Tochter ist Maria Elsa Jacob, geboren 1903, eingetragen. (FW01, Familie F61319971)
↓ Kinder beziehungsweise nachfolgende Generation
Auswahl aus der Stammfolge; weitere Kinder stehen in der Generationentabelle. Quellen und Einordnung.
Die NDB nennt Maria (1903–2005) als Ehefrau Wilhelm Christian Seltmanns (1896–1967) seit 1922. Sie bestätigt ihre Eltern Johann Nicol Jacob und Anna Winterling sowie Georg Adam als Großvater mütterlicherseits. Zugleich nennt sie Jacobs Tätigkeit im Viehhandel und bei Winterling, Jacob & Co. Die Verbindung Winterling–Jacob–Seltmann besitzt damit einen unabhängigen biografischen Nachweis. (FW04)
Dieser Zweig verdeutlicht, warum eine Familiengeschichte nicht nur die Söhne verfolgen sollte. Anna steht zwischen der Rehauer Herkunftsfamilie und der späteren Verbindung zur Weidener Porzellanindustrie. Ihre Tochter führt im Ehestand einen anderen Familiennamen. In einer Suche allein nach „Winterling“ würde dieser Zusammenhang leicht übersehen.
Die Winterling-Dateien enthalten auch umfangreiche Seltmann- und Schumann-Zweige. Nicht jeder dort verzeichnete Mensch ist ein direkter Nachkomme Georg Adams. Die Sammlung bildet einen größeren Kreis von Angehörigen und Angeheirateten ab. Der Zusammenhang von Emma Schumann und Heinrich Seltmann ist im Artikel Krautheim–Adelberg–Schumann erläutert.
FW-B02 · Zeh, Scherzer & Co. in Rehau. Kolorierte historische Ansicht der Fabrik mit Schornsteinen und Bahnanschluss. Bildnachweis.
Die Geschichte der Winterling-Betriebe führt über mehrere Orte. Der vorhandene Eschenbach-Artikel behandelt Windischeschenbach und die Kunstabteilung, während die Arzberger Werksgeschichte weitere betriebliche Zusammenhänge erläutert. Heute befasst sich das gemeinsame Kommunalunternehmen Winterling Immobilien mit ehemaligen Arealen in Arzberg, Kirchenlamitz, Röslau und Schwarzenbach an der Saale. Diese Nachnutzung ist eine spätere Phase der Standortgeschichte und keine Fortsetzung des alten Familien-Stammbaums. (FW07)
| Frage | Ergebnis des Abgleichs |
|---|---|
| Sieben Brüder oder sieben Geschwister? | Genealogie: fünf Söhne und zwei Töchter; ausführlicher Röslauer Plan stimmt mit dieser Gruppe überein |
| 1906 oder 1907? | OHG-Gründung und Eintritt weiterer Geschwister sind im Röslauer Plan getrennte Vorgänge |
| Wie viele Personen enthält der Bestand? | GEDCOM 323, Datenbank 322; Exportstände und Überschneidungen werden nicht zu einer neuen Gesamtzahl addiert |
| Anna Jacob 1922 bereits Witwe? | Der Röslauer Plan beschreibt sie so; der Fundus nennt für Johann Nicol Jacob 1926 als Sterbejahr. Der Widerspruch bleibt offen |
| Fickert-Verbindung | Paar und Elternzweig im Export vorhanden; eine genaue Firmenchronik lässt sich aus der Notiz allein nicht gewinnen |
| „Stammbaum Schumann Arzberg“ | Die Webfassung nennt ebenfalls 323 Personen und überschneidende Familien. Der Ordnername ist kein Beleg für eine ausschließlich Schumann betreffende Sammlung |
Für eine umfassende Familiengeschichte ist Herwarth Metzels Stammfolge ein wichtiger nächster Literaturbaustein. Der Verlag weist sie im Deutschen Familienarchiv, Band 157 (2017), S. 5–99 nach. Seine Beschreibung verweist auf die Sonderausstellung „GründerFamilien – FamilienGründungen“ von 2002 in Hohenberg. Der vollständige Beitrag wurde für diesen Artikel nicht als gelesener Volltext verwendet. (FW08)
Die vorliegende Stammfolge zeigt bereits einen belastbaren historischen Kern und kennzeichnet die Stellen, an denen eine Quellenlücke oder ein Widerspruch bestehen bleibt. Eine Erweiterung sollte an diesen Personen und Familienkennungen ansetzen, statt aus ungeprüften Namensgleichheiten neue Linien zu bilden.
Stammbaum_winterling.ged, Downloads/Porzellan Version 2024/Stammbaum V9/GEDCOM Dateien/Stammbaum_winterling/, 323 Personen-, 134 Familien-Datensätze. Zentrale Familien: F47232718 (Georg Adam/Kropf), F1634036 (Eduard/Wölfel), F22297800 (Karl/Dittmar), F29727812 (Gustav/Vogel), F56886418 (Ferdinand/Linhardt), F61319971 (Anna/Jacob), F85744640 (Elsbeth/Fickert). Die genannten Lebensdaten und Kinder sind Angaben dieser Forschungszusammenstellung.
Stammbaum-Winterling.mftsql, Downloads/Porzellan Version 2024/Biografien/Stammbaeume/, 322 Personen-, 134 Familien-Datensätze; bytegleiche Kopie im Parallelbestand „Porzellanindustrie Version 2024“. Ergänzend „Personenliste Winterling.pdf“ vom 20. Dezember 2019, zehn Seiten, sowie die Webexporte im Ordner „Stammbaum V9“. Keine gleichzeitige unabhängige Bestätigung durch mehrere Kopien unterstellt.
Beschriftete Gründermontage von Zeh, Scherzer & Co., ZS02, bereits mit Originaldatei und Unternehmensquellen im Zeh-Scherzer-Artikel erschlossen. Die Montage nennt Georg Adam Winterling sowie weitere Rehauer Unternehmer.
Richard Winkler: „Seltmann, Wilhelm Christian“, Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 230–231, besonders Genealogie. Gegenprüfung der Verbindung Winterling–Jacob–Seltmann und Georg Adams Beteiligung bei Zeh, Scherzer & Co. Onlinefassung als PDF.
gKU Winterling: Masterplan / Quartierskonzept Röslau, online bereitgestellte PDF-Datei Masterplan_Roeslau_2021.pdf, gedruckte und PDF-S. 12. Ausführliche Darstellung der Familienbeteiligung; verweist auf Beatrix Münzer-Glas, „Gründerfamilien – Familiengründungen“. Das Dokument enthält selbst einzelne vereinfachte beziehungsweise abweichende Angaben. Kommunaler Masterplan.
gKU Winterling: Masterplan Arzberg, Abschnitt 2.3.1 zur Firmengeschichte, Masterplan_Arzberg_2021.pdf. Verkürzte Angabe „sieben Brüder“ und Gründungsjahr 1907; im Artikel mit dem differenzierten Röslauer Text und der Genealogie verglichen. Masterplan Arzberg.
Gemeinsames Kommunalunternehmen Winterling Immobilien, Selbstdarstellung der beteiligten Gemeinden und ehemaligen Werke. Verwendet für den heutigen institutionellen Zusammenhang, nicht zur Bestimmung historischer Verwandtschaft. gKU Winterling.
Herwarth Metzel: „Stammfolge der Familie Winterling mit dem Ursprung aus Schilderberg/Schildern bei Mähring in Böhmen“, in: Deutsches Familienarchiv 157, Insingen 2017, S. 5–99. Bibliografischer Nachweis und Verlagsbeschreibung gelesen; kein vollständig ausgewerteter Originalbeitrag. Verlagsnachweis.
FW-B01 = ZS02, Gründer- und Teilhabermontage; FW-B02 = ZS01, kolorierte Fabrikansicht. Beide aus dem Download-Fundus und der Sammlung Stefan Strößenreuther; Originaldateien und Herkunft im bestehenden Bildnachweis. Fotografen und genaue Entstehungsdaten sind dort nicht gesichert. Die beiden Stammtafeln sind redaktionelle Textgrafiken aus FW01 und der Gegenprüfung FW04. Webquellen geprüft am 18. Oktober 2026.
Familienüberblick · Hutschenreuther · Winterling · Krautheim–Adelberg–Schumann